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Leserbrief - Zur Gestaltung des Gänsmarktes in Bad Mergentheim „Zurzeit kann man sich hier nicht wohlfühlen”

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Alles begann am Gänsmarkt so, wie es richtig ist. Leitungen wurden verlegt, danach sollte der Platz neu gestaltet werden. Ich und viele Bürger freuten sich, da die Oberflächenbeläge für Fußgänger, Radfahrer und auch Autos zum Teil sehr mangelhaft geworden sind. Durch ständig wechselndes Pflaster gab es auch ein sehr ungleichmäßiges Stadtbild. Jetzt bei den letzten Straßensanierungen ein Muschelkalkpflaster, relativ teuer und pflegeintensiv, aber ok. Man hoffte, vielleicht bekommt ja zum Beispiel der Ledermarkt eine einfache neue Asphaltfeindecke, das würde das Stadtbild erheblich verbessern.

Die Arbeiten gingen am Gänsmarkt aber nicht los, auf Nachfrage, hörte ich von verschiedenen Seiten damals schon, dass der Brunnen versetzt werden soll. Eine mir bekannte Stadtführerin und ein Mitglied des Bürgerforums sagten, nein, der Brunnen wird doch nicht versetzt. Merkwürdig. Ein kleinerer Kreis hatte wohl insgeheim damals schon etwas mit dem Brunnen vor.

Heute sind wir drei Winter über ein schlechtes Provisorium gelaufen. Ein Pflegeheim ist übrigens direkter Anwohner. Jeglicher Kommentar erübrigt sich. Es fand eine Bürgerversammlung statt, bei der ein paar Tage später die Information kam, dass jetzt sowieso erst ein Verkehrsrechner alles berechnet, man müsse ja den Verkehr verstehen. Sagt uns allen Ernstes ein Rechner, dass der Brunnen versetzt werden muss und der Verkehr sich jetzt um zwei Kurven herum würgt, in die zwar optisch gelungene neue Holzapfelgasse, aber für den Fußgänger viel zu eng. Jedem älteren Menschen kann man raten, hier mit Rollator oder Rollstuhl nicht zu laufen beziehungsweise zu fahren.

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Dann kamen viele Aktionen auf dem Gänsmarkt, es wäre interessant, was das alles bis jetzt gekostet hat. Viel neuen Belag hätte man hier schon bauen können. Das Geld wäre nachhaltig eingesetzt worden. Die ruhige Coronazeit wurde leider auch nicht genutzt. Ein Aufzeichnen des möglichen neuen Standortes des Brunnens mit neu geplantem Bodenspringbrunnen würde zeigen, dass die dann neu entstandene Insel gar nicht so viel Platz hergibt, wie die Perspektive dies zeigt. Ein Wochenmarkt, wie geschrieben, kann hier ganz bestimmt nicht stattfinden.

Dann wird die Törkelgasse zur Sackgasse degradiert, hier könnte man heute noch mit Bus und Restverkehr problemlos abfahren. Ab Mitte Gänsmarkt bis zum Münster und Venezia könnte die Fußgängerzone vergrößert werden, ohne Brunnenversetzung. Neue Blickwinkel werden auch nicht gebraucht.

Die Abstimmung zum Brunnen war auch eine Alibiveranstaltung, wenig zu erkennen, wie schon in anderen Leserbriefen geschrieben. Es ärgert mich, mitgemacht zu haben, es wurde ja hinterher darüber gelächelt. Die Abstimmung mit einer besseren Grundlage hätte ja auch ein anderes Ergebnis bringen können.

Hätte man dann wirklich umgeplant? Ich frage mich, wie hätte man ernsthaft hinbekommen, im Mai Vorstellung und im Sommer Beginn mit Bauen, wenn nicht einmal das Landesdenkmalamt gefragt wurde? Hat man hier so flexible Ingenieurbüros an der Hand, die schnell und kostenneutral umplanen? Dass hier Anträge und Anfragen mit Ablehnungen oder Genehmigungen zur Baugenehmigung in Schriftform laufen müssen, ist nichts Neues. Hier fühlt man sich als Bürger oft bei den Informationen, die man bekommt, auf den Arm genommen, die Planung steht doch schon und man muss halt noch weichgeklopft werden.

Dann haben wir in vielen Bereichen und Sackgassen Drehverkehr, ist das wirklich der Plan? Kaum zu glauben. Die Kaufmannschaft mit ihren tollen Geschäften und die Gastronomie sollten wieder stärker gehört werden, sie sind ja unsere, sozusagen, Lebensversicherung. Zum Glück denken wieder einige Stadträte an Möglichkeiten für stadtnahe Parkplätze, auch für Kurzzeitparker.

Dann fühlen sich auch weiterhin alle willkommen. Auch ein großer Dank an Bürger, die sich für unser Stadtbild einsetzen. Und vernünftige Vergrößerungen der Fußgängerzone befürwortet bestimmt der größte Teil der Bewohner.

Bitte bei den nächsten Projekten in der Stadt – es soll ja zum Beispiel ein Bachlauf in der Fußgängerzone entstehen– wieder so vorgehen: zusammen überlegen, planen, vorstellen und dann erst bauen. Ich bin mir sicher, dass das miteinander wieder geht, hat ja schon oft genug geklappt. Und die Landesgartenschau dauert nur ein paar Monate, deswegen sollten wir nicht Disneystadt oder Muschelkalkstadt werden, sondern – ohne Brunnenversetzung, aber mit nachhaltigem Bauen – unsere tolle Deutschordensstadt bleiben.

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