Stadtwerk Tauberfranken - Umstellung wird in diesen Tagen abgeschlossen / Neues Wasserwerk "Wart" geht in wenigen Monaten in Betrieb / Höhere Kosten Ziel "weiches Wasser" ist erreicht

Von 
Sascha Bickel
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Das Ziel für Bad Mergentheim ist erreicht: weiches Wasser für alle Bürger. In den nächsten Tagen erfolgt die Umstellung und es fließt fortan aus allen Hähnen und Leitungen.

Vorteile für den Verbraucher und die aktuell betroffenen Stadtteile

Von der Reduzierung der Wasserhärte sind aktuell folgende Ort betroffen: Althausen, Edelfingen, Lillstadt, Löffelstelzen, Lustbronn, Neunkirchen, Stuppach und die Kernstadt (außer die Mittelzone Süd). Markelsheim wurde bereits 2016 auf 14 Grad deutscher Härte umgestellt, das restliche Stadtgebiet verfügt schon länger über weiches Wasser.

Vorteile von weichem Wasser sind laut Stadtwerk Tauberfranken: "Es vermindert Kalkrückstände auf Armaturen und in Geräten wie zum Beispiel Wasserkocher und Kaffeemaschine. Es verleiht Glanz und Reinheit in Bad und Küche, bei geringerem Reinigungsaufwand. Es verlängert die Lebensdauer von Rohrleitungen und Haushaltsgeräten. Es spart Energie beim Aufheizen des Wassers - schon ein Millimeter Kalkbelag verursacht zehn Prozent mehr Energieaufwand. Es senkt den Verbrauch von Waschmittel, Haushaltsreiniger und Shampoo um bis zu 50 Prozent."

"Es schont die Kleidung beim Waschvorgang, die sich durch das Waschen mit weicherem Wasser fühlbar flauschiger anfühlt. Es verbessert die Bügeleigenschaften der Wäsche. Es verbessert das Aroma bei Tee und Kaffee." sabix/sw

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Bad Mergentheim. "Seit Jahren ist das Thema Wasserenthärtung der Wunsch der Mergentheimer Bürger", erinnert Dr. Norbert Schön, Geschäftsführer des Stadtwerks Tauberfranken, im Pressegespräch an die lange Vorgeschichte. Jetzt sei man endlich am Ziel angekommen.

"Die Wasserhärte wurde seit vergangenem Jahr schrittweise von 26 bis 28 Grad deutscher Härte auf 20, dann auf 17 und nun auf 14 Grad reduziert", erläutert Dr. Schön. Und Eric Schuh, der Technische Leiter des Stadtwerks, begründet die schrittweise Umstellung: Damit sei das Leitungsnetz geschont und die starke Veränderung verträglich für alle Verbraucher gestaltet worden.

Der neuerliche und letzte Umstellungsprozess ziehe sich über einen Zeitraum von rund zwei Wochen hin. "Dann ist das Wasser im kompletten Versorgungsnetz ausgetauscht." Geräte oder Anlagen mit integriertem Wasserenthärter wie zum Beispiel die Spülmaschine oder eine Enthärtungsanlage sollten, so die Stadtwerk-Vertreter, überprüft und auf den neuen Härtegrad eingestellt werden. Bei der eigenen Enthärtungsanlage empfiehlt das Stadtwerk "nur zugelassene Wasserinstallationsunternehmen zu beauftragen".

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Die Enthärtung des Mergentheimer Trinkwassers wurde längere Zeit zurückgestellt, rief Dr. Schön in Erinnerung, weil man eigentlich eine große Verbundlösung mit den Kommunen des mittleren Taubertals im Auge hatte. Doch diese kam nicht zum Tragen, weshalb sich 2013 schließlich die Taubertalkonzeption zusammen mit der Gemeinde Igersheim und der Nordost-Wasserversorgung (NOW) als Lösung herauskristallisierte. Im Rahmen dieser gemeinsamen Konzeption können die Wasserbezugsrechte von den Kooperationspartnern optimiert genutzt werden. Das Stadtwerk Tauberfranken bleibt weiterhin Eigentümer der für die Konzeption verwendeten Brunnen und Quellen beziehungsweise der Wasserrechte.

Die NOW baut und betreibt das zur Umsetzung der Konzeption erforderliche neue Wasserwerk "Wart" (wir berichteten) nahe der B 290/Südumgehung und gibt das aufbereitete und enthärtete Trinkwasser wieder an die Gemeinden zum NOW-Wasserpreis ab. Überschusswasser wird in das Trinkwassernetz der NOW eingespeist. Damit können weitere Kommunen, beispielsweise im Hohenlohekreis, versorgt werden. "Eine klassische Win-Win-Situation für alle Beteiligten", so die Stadtwerk-Verantwortlichen, die die Gesamtinvestitionen auf inzwischen 12,9 Millionen Euro (Anteil Stadtwerk Tauberfranken 7,3 Millionen Euro; beantragte Förderung vom Land 2,53 Millionen) beziffern.

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War bislang nur von 11,2 Millionen Euro die Rede gewesen, so ergeben sich laut Dr. Schön die Mehrkosten von 1,7 Millionen Euro durch den Einbau einer modernen Aktiv-Kohle-Filter-Anlage im Wasserwerk und die Notstrom-Versorgung. Vom Land würde dies auch gefördert.

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Die Fertigstellung des neuen Wasserwerkes erwartet Dr. Schön in einigen Monaten. Vor der Inbetriebnahme gebe es noch eine ausgiebige Testphase. Die Reduzierung der Wasserhärte in der Kurstadt sei inzwischen abgekoppelt vom Zeitplan des Wasserwerkes und werde mit dem NOW-Werk in Weikersheim-Bronn bewerkstelligt.

Durch die Vorteile des weicheren Wassers "können beim Verbraucher bis zu 40 Cent pro Kubikmeter Wasser eingespart werden", hat das Stadtwerk errechnet. Ein neuer Wasserpreis werde aufgrund der hohen Investitionen, aber erst nach erfolgreicher Inbetriebnahme des Wasserwerks "Wart" festgelegt. "Der Wasserpreis bleibt im Jahr 2017 konstant", so Dr. Schön deutlich. 2018 müssten sich die Bürger allerdings auf Erhöhungen einstellen.

Im Juli vergangenen Jahres hieß es im Gemeinderat seitens der Stadtwerk-Führung, dass die Kostensteigerung für die Bürger nach Möglichkeit unter 40 Cent pro Kubikmeter Wasser liegen soll.

Redaktion Hauptsächlich zuständig für die Große Kreisstadt Bad Mergentheim