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Zeugnis für Unvernunft und Sturheit

Von 
Reinhold Hofmann
Lesedauer: 

Leserbrief zum Artikel „Hohe Kosten für Brunnen-Verlegung/Renovierung befürchtet“ (10. Juni)

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Der Einsatz der Bürgerinitiative zur Versetzung des Kiliansbrunnens ist lobenswert. Doch leider ist gegen Borniertheit und Verschwendungssucht schwer anzukommen. Man könnte meinen, die Stadt Mergentheim (das „Bad“ lasse ich ganz bewusst weg und stimme Frau Zipf zu, Leserbrief vom 11. April 2022) schwimmt im Geld.

Dabei haben nicht nur die Bürger von Markelsheim in ihrem Ort Bedarf. Auch andere Ortsteile sowie die Kernstadt haben „Baustellen“ genug, wo das Geld Verwendung finden könnte. Außerdem hat die Stadt das Geld nicht, wie ein Stadtrat sagt. Ferner ist klar, dass die angegebene Summe von 150 000 Euro niemals reicht. Das wird ebenfalls von Stadträten bestätigt.

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Im Übrigen liegt hier auch ein Widerspruch vor. Die Fahrzeuge sollen langsam fahren und somit ist die jetzige Situation genau richtig. Aber mehrere „Jemand“, der OB gehört mit Sicherheit dazu, der überhaupt keinen Bezug zu Mergentheim hat, bilden sich diese Versetzung ein. Deshalb muss das jetzt so durchgezogen werden. Die Bürgerbefragungen für die Gestaltung des Gänsmarktes waren reine Scheinveranstaltungen.

Weshalb wird eigentlich nicht der „alte“ Ringverkehr wieder eingeführt. Zufahrt zum Schlossparkplatz über die Münzgasse-Einbahnstraße (die Anwohner und der Kindergarten werden das begrüßen) – Abfahrt über Nonnengasse, Gänsmarkt in die Härterichstraße. Der Gänsmarkt ist breit genug, so dass leicht eine Fahrspur abgezweigt werden kann. Allerdings wird dann die Abtrennung herüberführt zum Kiliansbrunnen – der kann in Frieden an seinem Platz bleiben – und die vermurkste Holzapfelgasse wird zur Sackgasse (dient der Sicherheit für die Schüler) und nur für Anlieger zu befahren. Das wäre auch eine sinnvolle Platzvergrößerung.

Aber was ist in Mergentheim schon sinnvoll? Denn die derzeitige Situation ist unerträglich. Wenn man vom Gänsmarkt her in die Holzapfelgasse einbiegt, steht man vor einem rostigen Eisenkasten und ist gezwungen, auf die Fahrbahn zu treten.

Hier fahren aber auch Autos und wo Autos fahren dürfen, haben diese natürlich das Vorrecht – der Deutschordenplatz lässt grüßen – und man wird schon mal rotzfrech angehupt, wenn man sein Vorrecht als Fußgänger wahrnimmt.

In der Gasse selbst fahren die Fahrzeuge teilweise viel zu nahe am Fußgänger vorbei, der Bus sowieso und ebenfalls zu schnell. Für Radfahrer gilt ein gesetzlicher Mindestabstand – und für Fußgänger? Hallo, geht’s noch?

Die Pflastersteine mit den großen Fugen sind eine Zumutung – für Menschen mit Rollator untragbar. In diesen Fugen sammelt sich der Dreck und Zigarettenkippen, siehe auch die Ochsen- und Funkengasse. Ich schließe mich hier Stadtrat Stefan Dietz an, der den katastrophalen Zustand von Marktplatz und Fußgängerzone anprangert.

Eine unverschämte Frechheit ist die Aussage von Grünen-Stadtrat Thomas Tuschhoff: „Wer den Standort des Brunnens von 1886 (sowieso falsch) will, sollte auch für den KfZ-Verkehr von 1886 sorgen“ (FN-Bericht vom 8. April). Aber sie ist auch genau Zeugnis für die Arroganz, Unfähigkeit, Unvernunft, Einfalt und Sturheit, die hier an den Tag gelegt wird. Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.

Ich habe einen Brief an das Landesamt für Denkmalpflege geschrieben und gebeten, die Genehmigung für die Versetzung des Kiliansbrunnen zu versagen. Die Versetzung ist völlig unnötig und der Brunnen dann kein Denkmal mehr.

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