Wo ist der rote Faden?

Sascha Bickel zum Verkehrskonzept

Von 
Sascha Bickel
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Alle wegweisenden baulichen Maßnahmen in der Bad Mergentheimer Innenstadt und im Umfeld der Kernstadt müssen ab jetzt im Lichte einer Landesgartenschau 2034 betrachtet werden. Wenn sich die Kurstadt in 13 Jahren super herausgeputzt dem ganzen Land und der Welt präsentieren will, dann darf es fortan kein Stückwerk mehr geben.

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Das Verkehrskonzept für das Zentrum sollte einem (!) Plan folgen. Aktuell gibt es im Gemeinderat aber noch einen vielstimmigen Chor und verschiedene Ansätze, Ideen und Wünsche. Der „Riss“ geht quer durch die Fraktionen. Einigkeit besteht immerhin darin, dass der Gänsmarkt dauerhaft für die Durchfahrt gen Norden gesperrt bleibt und an anderer Stelle weiter getestet wird. Das ist gut so und es sollte tatsächlich noch etwas ausprobiert werden, ehe endgültige, bauliche Entscheidungen fallen. Getestet wird übrigens auch bald in der Herrenwiesenstraße – und auch das ist im Sinne der Anwohner zu begrüßen.

Zurück zum großen Ganzen: Wenn also 2034 die Menschen scharenweise mit dem Zug nach Bad Mergentheim kommen und am Hauptbahnhof aussteigen, werden sie dann auf breiten, barrierefreien Wegen vom Bahnhofsplatz in die Bahnhofstraße, über den neuen Gänsmarkt in die Kirchstraße, zum Marktplatz und von dort weiter zum Deutschordenplatz, dann ins Schloss und zum Ausstellungsgelände geführt – oder nicht? Wo führen die Wege der Radfahrer aus Tauberbischofsheim, aus Künzelsau oder aus Weikersheim kommend in die Stadt hinein? Wohin werden die Schlangen an Elektro-Autos geleitet – in welche Parkhäuser, auf welche Stellplätze?

Das Verkehrsmodell, das die CDU nun beantragt hat und das Simulationen der Verkehrsflüsse in der Kernstadt einschließlich der Süd- und Westumgehung beinhalten und Wechselwirkungen von Maßnahmen aufzeigen soll, bietet die Chance, Nägel mit Köpfen zu machen. Geschätzte 100 000 Euro an Kosten und ein weiteres halbes Jahr Zeit für die Analyse sind aber nur dann vertretbar, wenn Fußgänger, Radler, Autos und ÖPNV einbezogen werden und der Blick weit über das Hier und Jetzt hinausgeht.

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Dass es in der Stadt die bisherigen Provisorien am Gänsmarkt oder an der Einfahrt zum Parkplatz am Schloss noch etwas länger gibt, damit könnten die Bürger sicher leben, wenn danach etwas Durchdachtes verwirklicht wird.

Bitte also kein Herumdoktern und kein Klein-Klein mehr bei baulichen Veränderungen.

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Redaktion Hauptsächlich zuständig für die Große Kreisstadt Bad Mergentheim