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Verwaltungsausschuss - Verlust von 64 000 Euro erwartet

Wald verursacht sattes Defizit

Von 
Hans-Peter Kuhnhäuser
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Hiebsatz angehoben: Zum 1. Januar 2020 sind im Bad Mergentheimer Wald 2,4 Jahreseinschläge in Folge von Zwangsnutzungen angefallen.

Der Forstbetriebsplan 2022 stand im Mittelpunkt des Verwaltungsausschusses. Der wurde vom Gremium einstimmig beschlossen.

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Neunkirchen. Forstdirektor Karlheinz Mechler verwies in seiner Erläuterung des Betriebsplanes auf einige Kernpunkte: Der Stadtwald war nämlich Teil des regionalen, trockenheitsbedingten Schadensschwerpunktes im Zeitraum 2018 bis 2020 im Raum Bad Mergentheim, Igersheim und Weikersheim. Die Schäden durch Trockenheit und Borkenkäfer (Fichte: 900 Festmeter (Fm) wurden aufgearbeitet, ebenso an Buchen (1800 Fm); dazu kamen Pilzschäden an Eschen. Und: „Die Massenvermehrung des Schwammspinners ist zusammengebrochen“ – eine gute Nachricht.

Zum Stichtag 1. Januar 2020 seien 2,4 Jahreseinschläge in Folge von Zwangsnutzungen angefallen. Der Hiebsatz wurde entsprechend leicht angehoben, nämlich von 98 300 auf 102 700 Fm. Ein Grund: Die Käfer- und Dürrholznutzung konnte nicht vollständig durch Einsparungen kompensiert werden.

Der jährliche Einschlag im verbliebenden Zeitraum bis 2025 sollte sich auf einem Niveau von durchschnittlich 7780 Fm einpendeln. Zum „Vollzug“ im laufenden Jahr – Stand 30. Juni – erläuterte Mechler, dass der Holzeinschlag sich auf 3900 Fm beläuft, ein wesentlicher Teil davon war das Einsammeln und Abfahren geschädigter und absterbender Bäume. Der regulär geplante Einschlag erfolgte im Rahmen von Laubholzjungdurchforstungen in ca. 30 bis 50 Jahre alten Eichen- und Buchenmischbeständen sowie in geringem Umfang in Douglasienbeständen. Alle anderen vorgesehenen regulären Hiebsmaßnahmen wurden auf Wunsch der Stadt auf 2022 verschoben.

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Wieder angepflanzt wurden ca. 30 000 junge Bäume auf knapp 16 Hektar Käferschadensfläche; hier werden neue, klimastabile Bestände angelegt – sowohl durch Pflanzung als auch durch Förderung von Naturverjüngung geeigneter Baumarten. Noch stehen zwei Hektar Kahlflächen mit sehr schwierigen Standortbedingungen zur Wiederaufforstung an. Geplant ist, wie Mechler ausführte, eine „modellhafte baumzahlarme Bepflanzung mit individueller Förderung“ – insbesondere künstliche Astung – der einzelnen Pflanzen. Ziel sei es, „ressourcenschonend einen wertvollen Neubestand zu begründen“. Und ansonsten will man die günstige Situation bei den Samenbildungen der Eichen für Naturverjüngungen nützen. Pflegearbeiten erfolgten im laufenden Jahr ebenfalls in großem Umfang: Auf rund 50 Hektar wurden Jungbestände sich dynamisch entwickeln Laubbäume in Form der Mischwuchsregulierung gepflegt. Mechlers Fazit für das nun ablaufende Jahr war deutlich: „Wir haben die Atempause durch den stark gedrosselten Holzeinschlag für Pflegearbeiten genutzt. Dabei wurde ein hohes Arbeitsvolumen erreicht.“

Für 2022 sind unter anderem folgende größere Hiebsmaßnahmen vorgesehen: Einschlag von trockengeschädigten Buchen im Wolfental, Sailberg, Oberbürgerwald und Etzelsee, im Buchenaltbestand Kalkofen und zusätzlich Vorratspflege im Birkenbusch. Eichendurchforstungen von so genannten „Prinzeichen“ – rund 90 bis 120 Jahre alte Bestände – am Sailberg, im Untertal und im Oberbürgerwald; Erstdurchforstungen der restlichen, noch nicht bearbeiteten Eichenschwachholz-Bestände.

Nicht nur Einschlag und Durchforstungen, sondern auch Kulturen stehen auf dem Plan der Forstverwaltung: Auf rund zwei Hektar – Restflächen aus Käferholz und Räumung abgestorbener Eschen – sollen klimastabile Waldbestände durch Neuanpflanzungen entstehen; zudem soll die Eichen-Naturverjüngung im Kurzen Hölzle und Förstle gefördert und genutzt werden.

In Zahlen ausgedrückt konnte Forstdirektor Mechler allerdings keine erfreuliche Prognose abgeben, denn ein Gewinn ist in 2022 nicht zu erwarten. Vielmehr stehen den erwarteten Einnahmen in Höhe von rund 480 000 Euro Aufwendungen in Höhe von 544 000 Euro entgegen, folglich wird mit einem Verlust von 64 000 Euro gerechnet.

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Andreas Lehr (CDU) verwies auf die Stellungnahme des Markelsheimer Ortschaftsrates und merkte an, dass eine geringere Nutzung, nicht nur im Markelsheimer Wald, wünschenswert sei. Der Verwaltungsausschuss stimmte den Betriebsplan 2022 einstimmig zu.

Einstimmig beschloss der Verwaltungsausschuss die Annahme von Spenden von 5571,10 Euro an die Stadt. Auch der Empfehlung des Kulturamtes stimmten die Räte einstimmig zu; die Musikkapelle Markelsheim erhält eine Förderung in Höhe von 500 Euro für den Kauf einer großen Marschtrommel

Nicht einig war sich der Verwaltungsausschuss allerdings bei einem Vorschlag von Stadträtin Silke Stahnke (Grüne). Sie regte an, dass die Stadt – und damit auch die diversen Gremien – bei allen Veranstaltungen „beispielgebend“ sein solle in Sachen Corona-Prävention – also generell „2G-Plus“ einzuhalten sei. Stahnke stellte jedoch keinen entsprechenden Antrag, so dass eine Abstimmung entfiel.

Die überwiegende Mehrheit war aber der Auffassung, dass das + , also der Schnelltest und dessen Dokumentation, nicht vorgeschrieben werden sollten, sondern freiwillig erfolgen solle.

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