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Gemeinsame Bildungsstätte für landwirtschaftliche Betriebsleiter - Viel weniger junge Menschen an der Akademie als früher in der Winterschule

Vier Frauen und 17 Männer vor der Landwirtschaftlichen Meisterprüfung

Von 
TZe
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Bad Mergentheim/Kupferzell. In Kupferzell legten jetzt vier Frauen und 17 Männer den vorletzten Schritt zur Landwirtschaftlichen Meisterprüfung ab.

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Vor 100 Jahren im November 1921 wurde die Landwirtschaftliche Winterschule Mergentheim mit 59 Schülern in den Räumen des Deutschordensschlosses eröffnet. Es waren 79 Schüler angemeldet, aber nur 59 durften aufgenommen werden. Jedes Oberamt sollte eine Winterschule haben. Im späteren Kreis Tauberbischofsheim gab es Landwirtschaftliche Winterschulen in Boxberg, Tauberbischofsheim und Wertheim. Dies alles ist schon längst Vergangenheit. Am längsten hielt sich die Landwirtschaftliche Fachschule in Bad Mergentheim. Heutzutage dient für die Kreise Schwäbisch Hall, Hohenlohe und Heilbronn die Akademie Kupferzell (ALH) als gemeinsame Bildungsstätte für die zukünftigen landwirtschaftlichen Betriebsleiter.

Willi Weber. © Zeller

Jedoch besuchen auch junge Landwirte aus anderen Kreisen und dem Nachbarland Hessen diese Schule. In Kupferzell legten jetzt vier Frauen und 17 Männer den vorletzten Schritt zur Landwirtschaftlichen Meisterprüfung ab. Dies veranschaulicht auf beängstigende Weise den radikalen Rückgang an zukünftigen und hauptberuflichen Landwirten.

Zwar werden an der Berufsschule in Bad Mergentheim auch Landwirte in Teilzeit ausgebildet, aber dieses Angebot richtet sich an junge Erwachsene, welche die Landwirtschaft nebenberuflich ausüben wollen.

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Begannen noch vor wenigen Jahrzehnten jedes Jahr 30 Azubis im Kreis mit ihrer Ausbildung zum Landwirt, so ist es heute nur noch ein Zehntel. Zurecht wird beklagt , dass Metzger und Bäcker nicht mehr hier zur Schule gehen können, aber anscheinend wird die noch erschreckendere Situation beim landwirtschaftlichen Berufsnachwuchs von der nichtlandwirtschaftlichen Bevölkerung nicht wahrgenommen.

Wer aber soll in Zukunft die arbeitsintensiven Hangflächen, Rebflächen und Streuobstbestände pflegen, die das Taubertal und die Nebentäler erst zum Lieblichen Taubertal machen. Viele junge, potentielle Junglandwirtinnen und Junglandwirte scheuen den Beruf des Landwirts, weil sie sich zu Unrecht kritisiert sehen. Vor allem Landwirte, die konventionell wirtschaften leiden unter dem Bauern-Bashing. So ist es wohl kein Zufall, dass die beiden, diesjährigen Fachschulabsolventen aus dem Main-Tauber- Kreis von einem Biohof stammen und diesen weiterführen wollen.

Willi Weber (24) ist Familienvater einer Tochter und eines Sohnes. Er berichtet über seine Berufsentscheidung: „Früher als Kind war ich gar nicht so begeistert von der Landwirtschaft und wollte nie Landwirt werden, da mir die viele Arbeit im Anbindestall nicht zusagte. Trotz all dem war es immer schön Tiere in meiner Umgebung zu haben. Unser Fleckviehzuchtbetrieb ging jährlich auf Ausstellungen. Im Jahr 2010 ging mein Vater Jürgen Weber mit einer Kuh dann auf die RBW-Schau in Ilshofen und gewann dort direkt. Dieser Sieg bewegte und berührte mich so sehr, dass ich mich schließlich für den Beruf Landwirt entschied und die Liebe zu den Tieren immer mehr spürte.“

In der Ausbildung war Willi Weber dann auf dem Betrieb Hof-Aischland Milch GbR mit 300 Kühen in Weikersheim und entdeckte hier seine große Liebe und Leidenschaft für die Milchviehhaltung. Die Ausbildung schloss er 2015 ab. Schließlich erlangte er noch drei Jahre Berufserfahrung im Bereich Betriebshelfer und entschloss sich dann im elterlichen Betrieb voll einzusteigen, um den Betrieb bestmöglichst weiter zu führen und zu entwickeln: „So entschloss ich mich für die Schule in Kupferzell, um meinen Agrarwirtschafter und im direkten Anschluss den Meister zu absolvieren.“

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Der 21-jährige Xaver Scheidel lernte nach dem ersten beruflichen Vollzeitjahr ein Jahr auf einem Biobetrieb und ein Jahr auf einem konventionellen Betrieb. Auf dem 200 Hektar umfassenden elterlichen Biohof mit den Schwerpunkten Mutterkuhhaltung, Grünland und Ackerbau untersuchte er in seinem Arbeitsprojekt die Wirkung einer Schwefeldüngung beim Dinkelanbau. Besonderheiten des Betriebes sind die Wachbacher Linsen und der Grünkern. Xaver Scheidel setzt seine Meisterausbildung erst nächstes Jahr fort. TZe

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