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Leserbrief - Zum Leserbrief „Fakten zum Coronavirus ausgeblendet“ (FN, 23. November)

Verständlich, dass dem Bürger der Überblick verloren geht

Von 
Leserbrief-Schreiber: Erhard Schauer
Lesedauer: 

Es ist schon erstaunlich, auf welch’ hohem Ross der Kritiker den Demonstranten gegen die Coronamaßnahmen auf dem Volksfestplatz gegenüber tritt. Haben doch erst vor ein paar Monaten die Herren Spahn und Drosten den flächendeckenden Gebrauch von Masken als untauglich bezeichnet. Inzwischen haben sie ihre Auffassung geändert und das Ignorieren der Lappen ist strafbewehrt – flächendeckend.

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Es ist noch nicht lange her, als der Bundesgesundheitsminister – und das unterscheidet ihn von der herrschenden Politikerkaste – im Bundestag erklärte, dass wir uns am Ende der Pandemie „viel zu verzeihen haben werden“. Spätestens seit dem Konzert von Tim Bendzko am 22. August (mit weit über 1000 Besuchern!) – gefördert von der Landesregierung Sachsen-Anhalt – unter Begleitung und Kontrolle der Uniklinik Halle (Forschungsprojekt „Restart 19“) ist es evident, dass auch Großveranstaltungen mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen, ohne nennenswerte Ansteckungsgefahr stattfinden können. Im übrigen ist bis heute kein einziger Infektionsfall dokumentiert, der sich auf die Teilnahme an einer Demonstration zurückführen ließe – auch wenn die „Hygieneregeln“ nur unvollständig beachtet worden waren.

Es ist nur zu verständlich, dass dem Bürger bei sich ständig wechselnder Gefechtslage der Überblick verloren geht, wenn sich schon die Virologen im Land und die Regierungen weltweit nicht einig sind (siehe Südkorea, Taiwan, Schweden, etc.). Interessant ist allerdings der Vorschlag, die Kritiker der Coronamaßnahmen mögen bitteschön die Behandlungskosten im Krankheitsfall wegen unsolidarischen Verhaltens selber tragen. Diese Überlegung hat Charme, ist aber nicht konsequent zu Ende gedacht und das ist wirklich jammerschade.

Wie sollen die Behandlungskosten der Amateurfußballer abgerechnet werden, wenn die Knochen und der Meniskus in der 13. Spielminute wieder einmal nicht stabil genug waren; von den Skiunfällen ganz zu schweigen? Was ist mit den Arztkosten der Mitbürger, die meinen, sich einen Lebensstil leisten zu können, der Cholesterinwerte von über 200 und einen Bodymaßindex von 25 und mehr zur Folge haben? Wie sind die Behandlungskosten der Mitbürger abzurechnen, die täglich mehr als ein Bier/Wein durch die Leber pressen? Auf die Lösungsvorschläge aus Edelfingen darf man gespannt sein.

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