Deutschorden-Compagnie - Morgen "Tag der offenen Tür" Traditionspflege, die Geschichte wurde

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Bad Mergentheim/Wien. Bei den verschiedensten Musikveranstaltungen in der Bad Mergentheim Wandelhalle, darf ein bekannter, gern gehörter Marsch, nicht fehlen und wird oft als Zugabe zur Freude der Besucher und auch der Musiker, mit Beifall beklatscht.

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Mancher Zuhörer kann sogar den Text "Mir san vom K.u.k" mitsingen. Ob sie aber die vielseitigen Zusammenhänge dieses "DeutschmeisterRegiments-Marsches" zu Mergentheim auch wissen, dieses ist fraglich?

Der 18. Juni ist der Traditionstag der "Wiener Deutschmeister",, die zu Mergentheim eine enge Verbindung haben, auch durch ihre jährlichen Besuche zum St. Georgstag.

Am 15. März 1695 wurde durch Kaiser Leopold I. und Kurfürst Johann Wilhelm Pfalzgraf bei Rhein und Herzog in Bayern die Urkunde zur Aufstellung. eines Infanterieregiments unterzeichnet. Dieses Dokument legte den Grundstock für die Errichtung des Regiments, das jährlich am 18. Juni in Wien den Traditionstag begeht. Gemeint ist damit, das später in ganz Europa bekannte K.u.K. Infanterie Regiment Hoch-und Deutschmeister No.4.

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Aufgrund dieser Urkunde stellte dann Franz Ludwig, der Bruder des Pfalzgrafen und 50. Hochmeister der Deutschen Ordens in Mergentheim, ein Fußregiment von insgesamt 2000 Mann auf. Am 21. Januar 1696 ernannte Kaiser Leopold I. seinen Schwager, Franz Ludwig, zum ersten Obrist-Inhaber, dessen eigentliche Gründung unter Hochmeister Franz Ludwig in Mergentheim stattfand. Nach dem Sammelpunkt in Mergentheim fand die erste Regimentsparade am 3. Juni 1696 vor Kaiser Leopold in Donauwörth statt, wobei, die Kaiserin Eleonore, dem gerade gegründeten Regiment eine von ihr selbst gestickte Regimentsfahne der Leibkompagnie stiftete.

Kopie im Arsenal

Vier Kompagnien kamen in der bekannten Schlacht von Zenta am 11. September zum Einsatz. Aufgrund der Verluste wurden 200 neue Rekruten (auf Schreiben des Hochmeisters, Obristlandeshauptmann und Breslauer Fürsttbischof), bei der Mergentheimer Ordensregierung angefordert. Eine Kopie des Schreibens befindet sich im "Arsenal" der "Weiß-Blauen".

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Für die im beendeten Türkenkrieg tödlich verwundeten Ordensritter wurde in der Mergentheimer Hofkapelle am 25. September 1717 ein feierlicher Totengottesdienst gehalten. Der Wunschkandidat Franz Ludwigs, für seine Nachfolge an der Spitze des Deutschen Ordens, Clemens August von Bayern, war rasch bestrebt, vom Kaiser die Obristeninhaberstelle des Regiments zu erhalten, Kaiser Karl VI. stellte bereits am 13. August 1732 die gewünschte Urkunde in Prag aus: Eine Kopie der Urkunde befindet sich ebenfalls in einer Vitrine im "Arsenal" der "Weiß-Blauen". Die Tradition, dass der jeweilige Hoch- und Deutschmeister immer auch Regimentsinhaber war, wurde mit Ausnahme der Jahre 1780 bis 1790 fortan bis zum Ende des Ersten Weltkrieges fortgesetzt.

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Auch der letzte Mergentheimer, Hochmeister Erzherzog Anton Viktor (1804 bis 1835), war noch Obristinhaber, konnte aber nichts mehr tun, denn nunmehr rekrutierte und besoldete Österreich bis 1918 diese Truppe selber.

In Wien wurde nach beiden Weltkriegen viel getan, mit dem Ziel, in der Öffentlichkeit, Aufsehen und Ansehen zu erregen und somit die Deutschmeistertradition wieder in das Bewusstsein der Menschen zu bringen.

1959 etablierte sich ein gänzlich neuer Deutschmeisterverein. 1963 wurde in Österreich die Überlieferungspflege im Bundesheer wieder eingeführt.

Ordenskreuz wird getragen

Wie üblich wurden, auch in Österreich, wurden viele Verbandsabzeichen mit dem Ordenskreuz getragen. Seit einiger Zeit nun für das Bundesheer und die Traditionsverbände, so auch in Deutschland, das Ordenskreuz in der Traditionsfarbe Blau mit aufgelegtem Adler.

Zum Gedenktag am 18. Juni gibt es nun am morgigen Sonntag, 19. Juni, parallel zum Schlosserlebnis-tag, einen "Tag der offenen Tür" im Arsenal. Hier können sich die interessierten Besucher einen Überblick verschaffen, was sich bei den "Deutschmeistern'' in Bad Mergentheim getan hat.

Im Rückblick kann man in großformatigen Alben von 1979 bis heute nachblättern. Ebenso gibt es die bekannte Schriftenreihe von der Nr. 1 bis 37 über die Ordensgeschichte und Randgebiete zum Nachschlagen und Lesen. Neu sind die Bände 1 bis 3, "Von einer Werbeidee 1965, zur wissenschaftlichen Sammlung 2016". So wie der gesammelte Rückblick "20 Jahre" und vier Gästebücher über die Besucher im Arsenal und eine umfangreiche Literatur, die sich angesammelt hat.

Von 13 bis 17 Uhr

Gegen die sommerlichen Temperaturen können sich die Gäste mit einem Deutschmeisterschützen-Wein aus Wien oder einem Ordens-Gilde-Pils, der alten Braukunst der Ordensburg Liebstedt erfrischen.

Das "Arsenal" im Schlosshof ist für Besucher von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Wer mal wissen möchte, wie ihm so ein "Weiß-Blauer" Rock steht, kann es ausprobieren. Ein Foto bekommt er zur Erinnerung dann mit der Post.

Die "Weiß-Blauen" haben sich auf den Besuch vorbereitet. Es ist ein aktueller Beitrag zu den Heimattagen 2016. hgb