Kreisjägervereinigung - Jungtiere nicht anfassen / Ende Februar gibt es Nachwuchs in der Tierwelt Tarnung ist das halbe Leben

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Ein Frischling schaut neugierig in die Welt. Trifft man auf Wildschwein-Nachwuchs, sollte man Abstand halten. © Kreisjägervereinigung

Main-Tauber-Kreis. Schon im Spätwinter beginnt für Wildtiere die Brut- und Setzzeit. Die Kreisjägervereinigung Mergentheim appelliert an Naturbesucher, auf den Wegen zu bleiben und Jungtiere nicht anzufassen. Diese sind oftmals gut getarnt und allein – als Schutz vor Fressfeinden.

Auf den Wegen bleiben

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Ende Februar gibt es Nachwuchs in der Tierwelt: Wildschweine bringen ihre Jungen zur Welt, die Frischlinge. Die Bache verteidigt ihren Nachwuchs vehement, wenn sie ihn in Gefahr sieht. Daher gilt: Wildschweine haben immer Vorfahrt. Den so genannten Wurfkessel, das Kinderzimmer, baut die Wildschweinmutter gern in Brombeergebüschen, im Aufwuchs von Buchen oder Kiefern sowie im Schilf. Besonders Hunde können schwer verletzt werden, wenn sie sich zu nah an den Nachwuchs wagen. Menschen und Hunde auf Wegen nehmen Wildtiere übrigens nicht als Bedrohung wahr, haben Wissenschaftler herausgefunden. Aus Gründen des Tier- und Artenschutzes empfiehlt Kreisjägermeister Hariolf Scherer, im Frühjahr auf den Wegen bleiben.

Während der Brut- und Aufzuchtzeit verwandeln sich Wiesen, Felder und Wälder bis Mitte Juli in eine große Kinderstube – auch in direkter Nähe zu Siedlungen. Grundsätzlich sollten deshalb Vierbeiner im Einflussbereich bleiben und auf Ruf oder Pfiff reagieren, rät Hariolf Scherer.

Nahezu unsichtbar

Tarnen und Täuschen ist für den Wildtiernachwuchs oft überlebenswichtig. So sind Frischlinge, Junghasen, Rehkitze oder Entenküken nahezu unsichtbar, wenn sie bei Gefahr regungslos verharren. Feldhasenmütter beispielsweise lassen ihren Nachwuchs sogar die meiste Zeit des Tages allein und suchen ihn nur für zwei Portionen fettreiche Milch auf. Dies ist ein erfolgreicher Schutz vor Fressfeinden wie dem Fuchs. Einsame Jungtiere sind zumeist nicht verwaist. Deshalb gilt: rasch entfernen und nicht anfassen. Haben Jungtiere den Geruch des Menschen angenommen, werden sie oftmals von den Elterntieren verstoßen. Sie verhungern. Im Zweifelsfall sollten Naturliebhaber den ortsansässigen Jäger oder die Polizei Informieren. Der Jäger kann den Zustand des Tieres einschätzen und gegebenenfalls handeln.