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Nachruf

Stadt verliert ein echtes „Merchedooler“ Urgestein

Klaus Riegel ist im Alter von 85 Jahren gestorben

Von 
bas
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Bad Mergentheim. Der echte „Merchedooler“ Nikolaus (Klaus) Riegel ist am Mittwoch, 21. September, im Alter von 85 Jahren gestorben. Originale wie er hatten viel zu erzählen. Zu Welt kam er in der Krummen Gasse.

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Nach der Volksschule erlernte er das Zimmermannshandwerk. Nach der Gesellenprüfung wurde er ein echter Wandergeselle, es zog ihn 1956 hinaus in die Welt.

Er war ein Mergentheimer Original: Klaus Riegel ist gestorben. © Kuhnhäuser

Durch Schweden und Norwegen bis hinauf zum Nordkap und runter nach Tunesien. 1961 kehrte er zurück in seine Heimatstadt. In Bad Mergentheim arbeitete Riegel in Zimmerei-Betrieben und wechselte dann in den städtischen Bauhof. Was folgte, waren interessante Bauvorhaben, die er handwerklich mitgestalten durfte. Daneben war er für den Auf- und Abbau der städtischen Messestände in ganz Deutschland verantwortlich. Legendär waren seine „Streitgespräche“ mit Architekten und Planern, die vom Praktiker Riegel, oftmals auf den „rechten Weg“ gebracht werden mussten.

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Wer Klaus Riegel kannte, weiß, dass dabei auch deutliche Worte fielen. Ergebnisse dieser „Scharmützel“ waren dann aber immer wieder vernünftige Lösungen.

Mitglied der Feuerwehr

Gleich nach seiner Rückkehr von der Walz wurde er Mitglied der Feuerwehr. Lange Jahre wirkte Riegel von 1972 bis 1989 als Abteilungskommandant und stellvertretender Kommandant der Gesamtwehr. Auch knüpfte er die Bande zur Feuerwehr in der Partnerstadt Digne les Bains; die Freundschaft mit der Bregenzer Wehr ergab sich, weil seine damalige Frau Rosemarie von dort stammte.

Nach dem Tod seiner Frau 1980 heiratete er ein zweites Mal: Seine Frau Erika stammt aus Slowenien und kam 1975 in die Badestadt.

2000 beendete Riegel das Arbeitsleben. Er war bis zuletzt sehr interessiert am Geschehen in der Stadt und der Lokalpolitik.

Vielfältig aktiv

Neben seinem Beruf war er vielfältig ehrenamtlich aktiv – nicht nur in der Feuerwehr, sondern auch beim Kolping und besonders den Lustigen Gesellen. Ein besonderes Anliegen war ihm, den immer wieder auftauchenden „ Großkopfeten“ die Meinung zu geigen. Als ideale Plattform stellte sich hierbei die Märchedoler Fasnacht heraus. So ließ Klaus Riegel es sich nicht nehmen, in die Bütt der Narrengilde „Lustige Gesellen“ zu steigen und mit seinem trockenen Humor und reichem Wissen um die Bad Mergentheimer Befindlichkeiten, den Finger in die auch damals schon vorhandenen kommunalpolitischen Wunden zu legen. Und er erfand den Orden des „Dicken Fells“, der der bis heute ein wichtiges Element der Bad Mergentheimer Fastnacht darstellt.

Die Anteilnahme gilt seiner Familie, die einen aufrichtigen Menschen mit klaren Worten und gutem Herzen verliert. bas

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