Keine Beanstandungen

Sparen durch umweltgerechtes Verhalten

Emas-Validierung für evangelische Kirchengemeinde Bad Mergentheim

Von 
peka
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Auch die Heizungspumpen im Gemeindezentrum wurden in Augenschein genommen. Das Bild zeigt (von links) Manfred Gaupp, Herbert Sann, Dieter Häußler und Matthias Kühn (alle vom Umweltteam) sowie Umweltauditor Michael Sperling. © Peter Keßler

Bad Mergentheim. Stetiger Einsatz für den Umweltschutz wird anerkannt. Aufgrund anhaltender Fortschritte erhielt die evangelische Kirchengemeinde erneut die staatlich anerkannte Emas-Validierung.

Die Prüfung der aktualisierten „Umwelterklärung“ und die Vor-Ort-Begutachtung durch akkreditierte Umweltgutachter ergab keine Beanstandungen. Alle Anforderungen des (im Bereich der Wirtschaft eingeführten) europäischen Umwelt-Audit-System „Emas“ seien erfüllt und die laufenden Maßnahmen im Zeitplan. Hocherfreut zeigten sich darüber Manfred Gaupp, Dieter Häußler und Herbert Sann, die Umweltbeauftragten der Kirchengemeinde.

Aktives Umweltteam

Zahlreiche Projekte der evangelischen Kirchengemeinde Bad Mergentheim hat das Umweltteam seit 2011 initiiert: Energie- und Umweltmanagement für Energieeinsparungen, Einstieg ins landeskirchliche Programm „Grüner Gockel“, Fotovoltaikanlage auf dem Kindergarten Propsteistraße, Festessen „Teller statt Tonne“ aus geretteten Lebensmitteln (schon vier Mal) Umstellung des kirchlichen Strombezugs auf Ökostrom, ausschließliche Verwendung von Recyclingpapier, Elektro-Auto für die Nachbarschaftshilfe, Umwelterziehung für die Kindergärten, Anschluss der kirchlichen Gebäude an die Fernwärmeversorgung, monatliches Reparatur-Café für elektrische Geräte und Schmuck, staatlich anerkannte Zertifizierung nach dem europäischen Umwelt-Audit-System „Emas“, Gewinnung des Titels „Faire Gemeinde“. peka

Doch dabei dürfe man nicht stehen bleiben, betonte Manfred Gaupp: „Wir wollen immer besser werden“. Was sich bewährt habe, lasse sich weiter optimieren und neue Anstöße des Umweltteams seien vom Kirchengemeinderat bereits positiv aufgenommen worden. So könne man im kirchlichen Bereich für „die Bewahrung der Schöpfung sorgen“ und zugleich den Bürgern Anregungen geben, was sie gut auch bei sich daheim an „umweltgerechtem Verhalten“ (was das Gleiche bedeutet) umsetzen könnten.

Aktuelles Beispiel dafür sind die fünf neuen hocheffizienten Umwälzpumpen in der Heizung des evangelischen Gemeindezentrums. Bisher war es üblich, solche Pumpen erst dann zu ersetzen, wenn sie kaputt waren, also Stück für Stück. Auf Anregung des Umweltteams tauschte man jetzt alle Pumpen auf einmal aus – mit durchschlagendem Erfolg. „Der niedrigere Stromverbrauch ist schon jetzt deutlich messbar“, versicherte zufrieden Hausmeister Manfred Büchold.

Begonnen hatte die Kirchengemeinde Bad Mergentheim mit dem bewussten Energiesparen schon 2011. Damals wurde die landeskirchliche Initiative „Grüner Gockel“ übernommen. Durch ein gezieltes Energie- und Umweltmanagement sollte der Energieverbrauch in allen Bereichen geprüft und optimiert werden. Auch die Installation einer Fotovoltaikanlage wurde ins Auge gefasst. Sie entstand drei Jahre später auf dem Dach des Kindergartens Propsteistraße. Eine weitere Anlage am Gemeindezentrum ist bereits beschlossen.

Weitere Projekte waren das Festessen „Teller statt Tonne“, die Umstellung auf Ökostrom und Recyclingpapier. Für die Nachbarschaftshilfe wurde ein Elektroauto angeschafft, für die Kindergärten ein Programm zur Umwelterziehung entworfen. Die Kirchengemeinde wurde qualifiziert als „Faire Gemeinde“. Im Gang ist der Anschluss der Gebäude an die Fernwärmeversorgung. Das „Leuchtturmprojekt“ (so Manfred Gaupp) ist das Reparaturcafé, bei dem elektrische Geräte, aber auch Schmuckstücke sachkundig repariert werden.

„Was wir für die Umwelt tun, soll auch nach außen wirken“, betont der Umweltbeauftragte Herbert Sann. Darum habe man von Anfang an die Zertifizierung durch das europäische Umwelt-Audit-System „Emas“ angestrebt. 2018 erfolgte die „Emas“-Auszeichnung durch das Bundesumweltministerium.

Das nächste Reparatur-Café findet am heutigen Donnerstag von 17 bis 19 Uhr im Gemeindezentrum statt. Anmeldung unter Telefon 07931/41746 ist notwendig. peka