Leserbrief - Zum Leserbrief „Schnitt ins eigene Fleisch“ (FN 25. März)

Sich dagegen stellen und nicht gleich tun

Von 
Leserbrief-Schreiber: Sascha Möbius
Lesedauer: 

Herr Schuster, danke für diesen treffenden und absolut notwendigen Kommentar zum Artikel „Modehaus verkauft. . .“.

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Sie haben meinen Groll und Unverständnis über diese in SWR und FN gefeierte Neuausrichtung im Sortiment des Modehaus Kuhn in Worte gefasst. Oder darf man sich dann überhaupt noch Modehaus nennen? Zumindest im Internet ist es noch unter www.modehauskuhn.de erreichbar.

Da fehlt anscheinend der Mut, das dann konsequent umzusetzen und sich umfänglich als KlopapierFlagshipstorekuhn.de zu positionieren.

Bei der Formulierung, was ich von diesem Geschäftsgebaren halten soll, fallen mit leider nur Analogien zur Verwendung von Klopapier ein, die ich hier nicht öffentlich äußern möchte. Auch wenn die Stadt dies gewerberechtlich nicht unterbinden kann, so fehlt mir in deren Stellungnahme doch eine klare Positionierung gegen die Ausnutzung solcher rechtlicher Schlupflöcher. Ich finde, dies ist im Übrigen gleichzustellen mit der Ausnutzung von Schlupflöchern in anderen Bereichen des wirtschaftlichen Lebens, zum Beispiel zur Vermeidung von Steuern, bei der Auslegung des Arbeitsrechts oder ähnlichem. Hier hätte es sicherlich vergleichbar mehr Protest und Gegenwind von öffentlicher Seite gegeben.

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Natürlich ist der Verkauf von Non-Food und anderen nicht systemrelevanten Artikeln bei den Discountern nicht gutzuheißen, aber Protest heißt eigentlich sich dagegen zu stellen und nicht es Ihnen gleich zu tun.