Corona-Krise - Kleingruppe besteht weiter / Für alle Eltern steht die Leiterin Alexandra Meule telefonisch für Hinweise und Tipps zur Verfügung Schwerpunkt der Notbetreuung im Kinderhaus „Auenland“

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peka
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Ein buntes Plakate hängt am Zaun des Kinderhauses. © Kinderhaus Auenland

Bad Mergentheim. Notbetreuung muss sein, wenn die Kindergärten coronabedingt schließen und niemand von den Eltern, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, zuhause bleiben kann. Die größte Notgruppe in der Kurstadt führt das Kinderhaus „Auenland“.

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Vergnügt spielen die Kinder in dem Gebäude, das ihnen ebenso vertraut ist wie die Erzieherinnen. Bad Mergentheim hat entschieden, dass alle Einrichtungen eine Notbetreuung anbieten sollen, soweit Bedarf besteht.

Aber einiges ist doch anders als gewohnt: Wo sonst 70 Kinder nicht immer geräuschlos das Gebäude füllen und quirliges Leben herrscht, sind es jetzt gerade einmal vier bis acht Mädchen und Jungen zwischen zwei und sechs Jahren, die an der „Notbetreuung“ teilnehmen dürfen. Die steht nämlich nach staatlicher Regelung nur zur Verfügung, sofern beide Erziehungsberechtigte (beziehungsweise der oder die Alleinerziehende) im Bereich der so genannten kritischen lnfrastruktur tätig sind, also etwa in Gesundheitswesen, Pflege oder Lebensmitteleinzelhandel.

Damit die Eltern nach den Bedürfnissen ihres Betriebs zur Arbeit gehen können, gibt es lange Öffnungszeiten: montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr. Ausreichend Erzieherinnen stehen zur Verfügung – und die Leiterin Alexandra Meule achtet darauf, dass immer eine Schicht daheim in Wartestellung ist und im Fall eines Corona-Ausbruchs einspringen kann. Für die Kinder soll die Zeit im Kindergarten möglichst normal verlaufen. Ein Sicherheitsabstand ist nicht angeordnet – er wäre auch gerade bei den Kleineren nicht einzuhalten und „Kinder brauchen Menschen um sich“. Aber Essen und Trinken müssen die Kinder von zu Hause mitbringen und auf ausreichende Hygiene wird auch besonders geachtet.

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Ein großes Plakat haben die Kinder auf einem weißen Leintuch gestaltet und am Zaun vor dem Familienzentrum und Kinderhaus Auenland angebracht. Es zeigt einen Regenbogen, aus Handabdrücken gemacht, und daneben die Schrift „Wir denken an Euch“. Dieses Denken soll aber keine Einbahnstraße bleiben – in einem hübsch bebilderten Osterbrief, denn alle Kinder daheim bekommen haben, haben die Erzieherinnen dazu eingeladen, mit Filzstiften außen an den Kindergarten zu kommen und ihre Botschaften in Bild und Wort zu hinterlassen. Die ersten bunten Kunstwerke sind bereits zu sehen.

Für alle Eltern stehe man telefonisch zur Verfügung, betont Alexandra Meule. Unter der Nummer des Kinderhauses gebe sie gerne Infos zu Fragen der Erziehung in der schwierigen Zeit daheim. Sie weise auch gerne auf Links zu für Kinder interessanten Seiten hin.

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Wie es nach den Osterferien weitergeht, kann die Leiterin noch nicht sagen. Sie rechne mit einer Wiedereröffnung Anfang Mai, meint sie, und auf diesen von der Landesregierung festzulegenden Tag bereite man sich schon einmal vor. Vielleicht sei es sinnvoll, kindgerechte bunte Gesichtsmasken zu nähen. Auf jeden Fall müssten aber im Eingangsbereich ausreichend Spender für Desinfektionsmittel bereit stehen. Allzulange jedenfalls dürfe, so Alexandra Meule, die Schließung nicht mehr andauern, denn nicht alle Familien seien in der Lage, eine Betreuung daheim in der gebotenen Verantwortlichkeit auf Dauer durchzuhalten. peka