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Leserbrief - Zum Bericht „Modehaus verkauft...“ (FN 23. März)

Schnitt ins eigene Fleisch

Von 
Leserbrief-Schreiber: Christian Schuster
Lesedauer: 

Ein neues Geschäftsmodell soll das Modehaus Kuhn vor dem erneuten Lockdown retten. Not macht erfinderisch und ich kann jeden Unternehmer verstehen, der zu allen Mitteln greift, um seine Existenz zu retten. Völlig unverständlich ist dabei jedoch für mich, wie man dabei so rücksichtslos der aktuellen Corona-Infektionslage gegenübertreten kann.

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Wie die vom Modehaus angeführten „empirischen Studien“ belegt haben sollen, dass das Hygiene- und Sicherheitskonzept funktioniert, ist mir nicht ganz klar. Falsch interpretiert wurde aber, dass der Verkauf von Lebensmitteln und Drogerieartikeln der Virus-Ausbreitung keinen Vorschub leistet, denn das tut er natürlich sehr wohl. Noch mehr Vorschub gibt es allerdings, wenn man nach dem Einkauf beim Lebensmittelmarkt noch durch „Flagshipstores“ schlendert, um sich hinsichtlich der aktuellen Klopapiertrends oder was auch immer beraten zu lassen und nebenbei mal zu stöbern, was es denn für neue Modetrends gibt.

Der Bürger hat endlich wieder ein Stück normales Leben zurück und das Modehaus kann die Frühjahrsware zumindest teilweise an den Mann oder die Frau bringen. Gut, die Infektionszahlen schnellen gen Himmel, aber das tun sie doch sowieso.

Mal im Ernst: Es geht doch darum, Kontakte zu vermeiden! Natürlich ist Ihre Lage und die Ihrer Mitarbeiter sehr ernst, Herr Kuhn. Aber das ist sie für uns alle. Niemand hat Lust, den Lockdown noch über Monate weiter zu ertragen. Aber genau dem leisten Sie Vorschub und schneiden sich letztendlich ins eigene Fleisch, wenn die Infektionszahlen nicht eingebremst werden können.

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Aktionen wie diese führen nämlich genau dahin oder bringen weitere Beschränkungen was Geschäftsöffnungen angeht. Dann muss sich das Modehaus Kuhn wenigstens nicht mehr ärgern, wenn andere (die ihr Sortiment nicht umgestellt haben) etwas verkaufen können – allerdings verkauft das Modehaus dann auch nichts mehr.

Wenn Herr Kuhn im SWR3-Radio-Beitrag am Montag zu der Aktion des Modehauses anführt, dass es natürlich auch darum geht der Politik den Spiegel vorzuhalten, dann sei folgender Ratschlag erlaubt: Vielleicht sollten Sie mal in den selbigen schauen und sich fragen, welche Botschaft sie damit in die Öffentlichkeit tragen.

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