Auf dem Pferdeaktivhof - Erste baden-württembergische Meisterschaft im ritterlichen Reiten Ritter und Rösser in heftigem Wettstreit

Von 
Hans-Peter Kuhnhäuser
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In vollem Galopp mit der Lanze einen Ring aufzunehmen, ist wahrlich nicht leicht. Für die Ritter der ersten baden-württembergischen Meisterschaft im ritterlichen Reiten, die am Wochenende in Bad Mergentheim ausgekämpft wurde, gehörte es zu den Pflichtdisziplinen.

© Hans-Peter Kuhnhäuser

Bad Mergentheim. Schwerterklirren, Hufgeklapper und bunte "Gewandungen" prägten am Wochenende das Bild beim Meisterschaftsturnier in der Arkau. Die Veranstalter, die "Badische Ritterschaft" und der Pferdeaktiv-Hof, präsentierten ein ansprechendes Programm. Ritter, Knappen und Rösser zeigten, was sie können.

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Bei der Vorstellung der Akteure waren gleich zu Beginn die Knappen gefordert, und die berichteten in blumigen Worten von ihren Herren auf ihren edlen Rössern. Herold und Lokalmatador Oliver Litterer inspizierte dann die möglichst originalgetreu ausstaffierten Teams - bei Rittern, Rössern und Knappen kam es da auf jedes Detail an.

Hälse schlagen und Ringe stechen

Der erste Durchgang des Exercitienreitens folgte, und damit die für die Zuschauer interessanten Action-Szenen. "Hälse schlagen", Ringestechen und die "Sauhatz" forderten Ross und Reiter, aber auch die Knappen, die ihren Herren die jeweils richtige Waffe reichen mussten - Schwert, Lanze und Spieß.

Zumeist wurde das anvisierte Ziel getroffen, Akteure und Zuschauer hatten dabei so oder so sichtlich ihren Spaß. Getoppt wurde das dann am Nachmittag bei der "Knappenprüfung", für die sich die Veranstalter knifflige Aufgaben ausgedacht hatten.

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So musste einen Waffenständer, der zuvor mit Helm, Schild, Schwert, Speer und Lanze bestückt worden war, über den Parcours getragen und "heil" zurück auf den Ständer gebracht werden - eine durchaus athletische Aufgabe. Am Nachmittag stand die zweite "Ritterreitenrunde" an. Hierbei galt es, mit dem Pferd über Strohballen zu springen und mit dem Schwert einen Apfel vom Torso zu schlagen. Weitere Aufgaben wie beispielsweise der "Roland" folgten. Gewertet wurden Präzision und Umdrehungen des Rolands, der mit einem Lanzenstich in Bewegung gesetzt wurde.

Nach Auszählung der jeweils bis dahin erreichten Punkte bildeten sich zwei Gruppen: Die Teams auf Platz 6 bis 10 waren am Sonntagvormittag erneut gefordert, die führenden Ritter mit ihren Pferden und Knappen standen am Sonntagnachmittag in der Pflicht. "Abgearbeitet" werden mussten erneut das Ringestechen (mit Meisterring), zudem musste der "Geldbeutel" eines Feindes mit der Lanze vom Boden aufgelesen werden.

Viel Geschick gezeigt

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Auch der Roland kam wieder zum Zuge, und weiter mussten drei Becher von der Palia gegriffen werden. Erneut zeigten die Teilnehmer viel Geschick und Engagement, und wenn ein Griff, Schwerthieb oder Lanzenstich daneben ging, war das kein Beinbruch. Schließlich traten ausschließlich Amateure an, und die Ritter aus Leidenschaft wurden vom Publikum angefeuert und mit viel "Handgeklapper" (Applaus) bedacht. So mancher fieberte mit "seinem" Team mit und drückte den Akteuren die Daumen.

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Die Zuschauer sahen an diesen beiden Tagen eindrucksvolle Leistungen und die zehn Teams kämpften engagiert um Punkte und Platzierungen. Das Zusammenspiel von Ross und Reiter sowie die Assistenz durch die Knappen vermittelte einen Eindruck längst vergangener Tage, als die "Rittersleut'" noch in Burgen und Schlössern residierten und zum Alltagsbild gehörten. Die schönen gewandeten Ritter, Knappen und Rösser gaben einen Eindruck vom mittelalterlichen Leben, der durch die zahlreichen gewandeten Besucher natürlich noch verstärkt wurde.