Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverband Bad Mergentheim - Unterstützung mit Schutzmasken durch die Firma Würth Industrie Service / Soziale Dienste aktiv Rettungsdienst auf neue Lage eingestellt

Von 
Sascha Bickel
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Das Deutsche Rote Kreuz hat sich auf die anhaltende Corona-Krise bestmöglich eingestellt. „Der Rettungsdienst steht für alle Notfälle voll umfänglich zur Verfügung“, sagt der Kreisgeschäftsführer.

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Bad Mergentheim. Unfälle und Herzinfarkte gibt es auch in Zeiten der Corona-Krise. Der Rettungsdienst wird also – wie bisher auch – täglich gebraucht, nicht nur um ernste Corona-Krankheitsfälle zu versorgen und zu transportieren. Zudem bietet der Kreisverband Bad Mergentheim des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ein noch viel größeres Hilfe- und Dienstleistungsangebot. Doch was funktioniert wie inmitten der Corona-Pandemie? Unser Reporter befragte dazu Klaus Eckel, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Bad Mergentheim.

Wie gut oder schlecht kommt der DRK-Kreisverband Bad Mergentheim mit der aktuellen Corona-Krise zurecht?

Klaus Eckel: Der Kreisverband Bad Mergentheim hat bereits Anfang März ein Führungsteam gebildet, das sich kurzfristig mit allen Herausforderungen beschäftigt, die sich mit der Corona-Thematik ergeben.

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Folgende Leistungen sind zu erwähnen: Das DRK hat zum Beispiel das Abstrichzentrum am Caritas-Krankenhaus innerhalb weniger Stunden aufgebaut und betriebsbereit der Kassenärztlichen Vereinigung übergeben. Gleiches gilt für die Unterstützung des Landkreises in Sachen Telefon-Hotline. Unser Kreisverband unterstützt das Team im Landratsamt mit insgesamt sieben Kräften. Die DRK-Ortsverbände haben außerdem Einkaufshilfen für Betroffene und besonders gefährdete Mitbürger eingerichtet.

Die Führungsgruppe steht im ständigen Kontakt untereinander und mit den Behörden, um koordinierend auf neue Herausforderungen reagieren zu können.

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Kann das DRK seine Aufgaben, Dienste und Angebote voll erfüllen oder gibt es Einschränkungen?

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Eckel: Die Aufgaben der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle für den Main-Tauber-Kreis sowie das kassenärztliche Bereitschaftstelefon sind voll umfänglich gewährleistet. Hier ist eine Zugangssperre für Nichtberechtigte zu den Betriebsräumen vollzogen, die das diensthabende Personal schützt und die Leistungsbereitschaft garantiert.

Der Rettungsdienst (Notfallrettung und Krankentransport) wird in gewohnter Art und Weise, selbstverständlich unter Berücksichtigung der besonderen Situation, weitergeführt.

Die Zugangsbeschränkungen in den Gebäuden des DRK-Kreisverbandes betreffen alle Rettungswachen, die Verwaltung, Tagungs- und Lehrräume, also alle Räume, die unter den Begriff „DRK-relevante Infrastruktur“ fallen.

Der Schulungsbereich wie Erste Hilfe und ähnliche Aus- und Fortbildungen ist derzeit unterbrochen, Zusammenkünfte von mehreren Personen wurden ausgesetzt, gleiches gilt für die Treffen der Gymnastikgruppen in den Städten und Ortschaften des Altlandkreises und beim Aktivierenden Hausbesuch in den Wohnungen der Betreuten.

Die Sozialen Dienste wie Essen auf Rädern, Hausnotruf stehen uneingeschränkt zur Verfügung. Die Kleiderkammer ist mit Zugangsbeschränkungen belegt, das bedeutet: Individualzutritt.

Wie stark belastet ist aktuell der Rettungsdienst? Welche Regeln gelten hier für die Mitarbeiter? Gibt es genügend Schutzausrüstung?

Eckel: Der Rettungsdienst steht für alle Notfälle voll umfänglich zur Verfügung. Der Schutz der Mitarbeiter vor einer Infektion mit dem Corona-Virus hat höchste Priorität. Nur ein umfangreicher Schutz der Helfenden garantiert, dass wir der Bevölkerung dauerhaft zuverlässig zur Verfügung stehen.

Die Belastung für den Rettungsdienst, die direkt auf die Ausbreitung des Coronavirus zurück zu führen ist, ist in jedem Fall spürbar. So nehmen die Transporte von Patienten mit dem Verdacht auf Coronainfektion täglich zu. Im Besonderen im personellen Bereich wurde Vorkehrungen getroffen, um mögliche Ausfälle des Personals schnell auszugleichen. So wurde zum Beispiel schon zu Beginn des Monats das Personal der DRK-Rettungs- und Feuerwehrleitstelle von dem Personal, das die Rettungs-und Krankenwagen besetzt, getrennt, um das Risiko der „Durchinfektion“ des Betriebes zu mindern. Alle Mitarbeiter haben sich bereiterklärt, ihre dienstfreien Tage, soweit möglich, zur Verfügung zu stellen, sollte es zu personellen Engpässen kommen. Dafür gebührt ihnen herzlichst unser Dank.

Alle Mitarbeiter wurden eingehend über die notwendigen Schutz -und Hygienemaßnahmen informiert. Als vorbeugende Maßnahmen werden bei alle Einsätzen die notwendigen Atemschutzmasken getragen. Durch die Leitstelle wird schon beim Notruf abgefragt, ob es Anhaltspunkte für eine Coronainfektion gibt. Dies wird von den Besatzungen vor Ort auch noch einmal abgefragt. Im Zweifel werden dann die Infektionsschutzmaßnahmen erweitert.

Es wurde sehr frühzeitig der Lagerbestand der Schutzausrüstung aufgestockt. Hierbei wurde das DRK auch tatkräftig von der Firma Würth Industrie Service Bad Mergentheim unterstützt, die eine große Anzahl der notwendigen Schutzmasken kurzfristig zur Verfügung gestellt hat.

Welche Unterstützung benötigt der DRK-Kreisverband von Behörden, übergeordneten Organisationen und der Politik, um weiter leistungsfähig zu sein?

Eckel: Unser Verband steht im ständigen Kontakt mit dem Landratsamt. Für den Sicherstellungsauftrag der Leitstelle sind Anweisungen des Innenministeriums und des Regierungspräsidiums unverzüglich umgesetzt worden. Die Kommunikation funktioniert rasch und unkompliziert.

Was müssen die Bürger aktuell wissen und beachten im Umgang mit dem Rettungsdienst oder anderen Angeboten oder Dienstleistungen des DRK?

Eckel: Wir bitten die Bevölkerung sich umfassend an die Anweisungen und Vorgaben der Behörden zu halten. Nur durch eine Verlangsamung der Ausbreitung ist es möglich, dass das Gesundheitswesen immer handlungsfähig bleibt.

Mein Aufruf an die Bevölkerung: Falls Sie bedauerlicherweise direkt oder indirekt von diesem Virus betroffen sind, teilen Sie dies unverzüglich vor dem Transport den Mitarbeitern in der Leitstelle am Telefon mit und erklären Sie sich ebenfalls der Rettungsmannschaft vor Ort. So geben Sie uns die Möglichkeit, die notwendigen Schutzmaßnahmen im Vorfeld zu ergreifen. Damit schützen Sie die Mitarbeiter im DRK und den anderem medizinischen Einrichtungen.

Redaktion Hauptsächlich zuständig für die Große Kreisstadt Bad Mergentheim