Kopernikus-Realschule in Bad Mergentheim - Impressionen aus dem digitalen Unterrichtsalltag / Nicht alles perfekt, aber schon einiges ziemlich gut Regulärer Stundenplan wird umgesetzt

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avml
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Schülerinnen bei einer Videokonferenz in der Lernwerkstatt. © Manfred Litwitz

Mehr als 500 Schüler der Kopernikus-Realschule erleben derzeit digitale Schule. Auch im Homeschooling wird der reguläre Stundenplan umgesetzt.

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Bad Mergentheim. Es ist 7.30 Uhr, ein ganz normaler Schultag in Bad Mergentheim. Normalerweise säße Jannik aus der achten Klasse um diese Uhrzeit schon längst auf seinem Fahrrad Richtung Kopernikus-Realschule. Momentan ist aber alles anders. Stattdessen fährt er seinen PC hoch, holt in der Zwischenzeit noch Nervennahrung und setzt dann das Headset auf.

Pünktlich um 7.50 Uhr begrüßt ihn seine Klassenlehrerin zum Physikunterricht, aber nicht direkt in der Schule, sondern virtuell am Computer. Das Thema Trägheit steht an. Den Versuch zur Einführung kann er per Live-Schalte in sein Zimmer verfolgen. Anschließend wird er sich in einer digitalen Gruppenkonferenz mit seinen Mitschülern über die gesehenen Inhalte austauschen.

Online-Quiz

Zeitgleich trainiert Nina aus der zehnten Klasse das Erkennen und Anwenden von Stilmitteln anhand eines Online-Quiz. Den Link dazu hat sie von ihrem Deutschlehrer bekommen. Beide erhalten später eine Rückmeldung über ihre Ergebnisse. Julius hat in der ersten Stunde Sport. Doch wie kann eine Sportstunde im Distanzunterricht gelingen? Sein Sportlehrer ermuntert ihn, den Schreibtischstuhl mit dem Schlitten zu tauschen und raus in die Kälte zu gehen und den verlockenden Neuschnee zum Schneeballjonglieren, Zielweitwurf und Iglubau zu nutzen. So wie diesen dreien geht es mehr als 500 anderen Schülern der Kopernikus-Realschule, denn hier haben Schulleitung, Lehrerkollegium und Elternschaft gemeinsam beschlossen, den regulären Stundenplan eins zu eins auch im Homeschooling umzusetzen.

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„Homeschooling an der KOP ist ein guter Ersatz, auch wenn mir der Kontakt zu meinen Mitschülern fehlt“, meint Julius. Ähnlich wie er empfinden es auch viele Eltern. „Es gibt zwar auch Ablenkungen, trotzdem ist aus unserer Sicht der aktuelle Unterricht der Situation entsprechend gut“, so Constanze Peterseim, die Mutter von Julius.

Server laufen stabil

Natürlich läuft nicht alles immer rund. In der ersten Schulwoche gab es durchaus mehrere Serverprobleme und auch nicht alle Schüler verfügten über die notwendige Ausstattung. Doch mittlerweile laufen die Server stabil und bereits seit Dezember werden Leihgeräte ausgegeben, sodass die technischen Probleme weitestgehend beseitigt sind. Lediglich die Internet- und WLan-Qualität bereitet mancherorts Probleme. Für Schüler, die dennoch keinen Fernunterricht alleine zuhause bewältigen können, gibt es das Angebot der Notbetreuung. Statt von zuhause arbeiten sie am PC in der Schule und werden dabei von Lehrkräften der Schule unterstützt.

Präsenz das beste Angebot

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Nach seiner Meinung gefragt, sagt Jannik „Was vorweg klar ist: Präsenz ist und bleibt das beste Angebot zum Lernen. Aber natürlich geht auch die Gesundheit vor und deshalb finde ich es sehr gut, wie es bei uns an der Schule läuft.“ Um 12.05 Uhr hat er Schulschluss, schaltet den PC aus und geht nach draußen, um die Wintersonne zu genießen. Nina und Julius müssen noch 45 Minuten durchhalten, ehe auch sie die letzten Aufgaben auf die Lernplattform hochladen, das Headset absetzen und ihren freien Nachmittag genießen.

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Schneller als von vielen gedacht, mussten sich die drei Jugendlichen gemeinsam mit ihren Mitschülern und Lehrkräften auf den Weg in Richtung digitale Schule machen. Nicht alles läuft perfekt, aber vieles schon ziemlich gut. avml