Querdenker am Freitag in Bad Mergentheim - Knapp 60 Demonstranten und Interessenten auf dem Marktplatz

Querdenker-Demo in Bad Mergentheim ohne besondere Vorkommnisse

Von 
HP
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Bei der Rede des Rothenburgers Paul Kistenfeger war der Platz noch nicht gefüllt. Später waren dann rund 60 Personen auf dem Marktplatz, davon 50 im abgegrenzten Bereich. © Hans-Peter Kuhnhäuser

Bad Mergentheim. Freitag, 17.30 Uhr auf dem Marktplatz: „Querdenken Bad Mergentheim“ ruft auf zur Anti-Lockdown-Demo. Am Anfang befinden sich nur knapp 20 Personen im von den Veranstaltern eigens abgegrenzten Bereich vor dem alten Rathaus. Die erste Hauptrednerin, Carola Weber aus Rosenberg von der Querdenken-Gruppe Bad Mergentheim, verliest zunächst die Regeln und Auflagen der Stadt – darüber, dass sie eingehalten werden, wacht nicht nur ein Vertreter des Ordnungsamtes, auch die Polizei ist mit zwei Wagen auf dem Marktplatz präsent. Probleme gibt es keine. Das bestätigt auch Carsten Müller, Pressesprecher der Stadt: „Die rund 60 Personen haben die Auflagen eingehalten, es gab aus Sicht unseres Ordnungsamtes keine besonderen Vorkommnisse.“

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Weber fordert „eine sofortige Rücknahme der (Corona-)Maßnahmen“, dazu einen „sofortigen Impfstopp für diesen experimentellen Impfstoff, Obduktionen von im Zusammenhang mit dieser Impfung verstorbenen Personen und weitergehende Untersuchungen“ sowie die „Wiedereinsetzung aller Grundrechte“. Wohlgemerkt: Sie sagt dies auf einer Demonstration. Weiter fordert die Rosenbergerin einen „außerparlamentarischen Untersuchungsausschuss zu den Verfehlungen der Bundesregierung und der Landesregierungen in dieser durch sie ausgelösten Krise“ und eine „gerichtliche Aufarbeitung aller Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Das findet Beifall bei der mittlerweile, es ist 17.40 Uhr, auf 31 Personen angewachsenen Schar der Demonstranten, denen sich außerhalb des abgegrenzten Bereiches weitere Interessenten zugesellt haben. Insgesamt sind es nach 18 Uhr dann rund 60 Personen, darunter etwa zehn außerhalb der Absperrung.

Auf Weber folgt Paul Kistenfeger, der Rothenburger ist bei der dortigen Freiheitsdemo aktiv. Und wer ihm genau zuhört, versteht, was er eigentlich sagen will. Sein Bekenntnis, dass er niemanden auffordern werde, die Regeln zu durchbrechen oder sie gar zu ignorieren, sondern ganz im Gegenteil dazu aufrufe, sie strengstens einzuhalten, wird von den Demonstranten zustimmend aufgenommen – und, das machen die Mienen deutlich, offensichtlich entsprechend verstanden. Die Demonstranten fühlen sich mit ihm einig darin, dass „uns die Politiker nicht zuhören und unsere Forderungen nicht ernst nehmen“. Natürlich will er die sofortige Beendigung des Lockdowns, stellt dem „testen, testen, testen das netzwerken, netzwerken, netzwerken“ entgegen und kritisiert, dass in Söders Bayern Lockdown- und Impfgegner, also „Menschen, die sich nach Freiheit und Demokratie sehnen, vom Staatsschutz beobachtet werden“. Die Botschaft „Elvis lebt!“ verbreitet Olav Wischulke zwar nicht, präsentiert aber einige Lieder des Rock’n’Roll-Stars und macht aus seiner Haltung zur Corona-Problematik kein Geheimnis. „Der mRNA-Impfstoff verändert die DNA“, sagt Wischulke und wünscht den Demonstranten Gottes Segen.

Der dritte Redner stellt eine Rechnung auf, will aber seinen Namen nicht nennen und genannt sehen. „99,9 Prozent im Kreis haben kein Corona“, sagt er. Aber 180 Millionen Diabetiker weltweit, „das ist ein Problem!“ Der Antagonismus, dass er dabei nicht ansteckende Krebs-, Herz-Kreislauf und Diabeteserkrankungen mit der ansteckenden Corona-Pandemie vergleicht, ficht seine Beifallsgeber nicht an.

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Weitere Redner aus dem Kreis der Demonstranten verweisen auf das nötige Zusammenstehen der Lockdown- und Impf-Gegner; man dürfe sich nicht spalten lassen und müsse dem Druck der Behörden widerstehen. Fazit des Reporters: „Alles hinterfragen“ ist auf einigen Aufklebern in der Stadt zu lesen. Wohlan, auf ans Werk! HP