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Kreisbauernverband Main-Tauber - Vorsitzender Reinhard Friedrich fordert „glaubwürdiges Signal von Politik und Gesellschaft“

Preisverfall bei Schweinefleisch stoppen

Von 
ktm
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Sind Ferkelzucht und Mast noch gewünscht und gewollt? Schweinehalter brauchen ein glaubwürdiges Signal von Politik und Verbrauchern. © dpa

Markelsheim. Bei der Delegiertenversammlung des Bauernverbandes Main-Tauber in der Markelsheimer Festhalle wurde von Lebensmitteleinzelhandel und Großabnehmern ein klares Bekenntnis zu 5D gefordert.

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Markelsheim. „Die letzten beiden Jahre waren geprägt vom Volksbegehren und dem daraus resultierenden Biodiversitätsstärkungsgesetz, dem Insektenschutzgesetz und der Düngeverordnung“, blickte Vorsitzender Reinhard Friedrich bei der Delegiertenversammlung des Bauernverbandes Main-Tauber in der Markelsheimer Festhalle zurück. Ebenso seien die Neueinteilungen der ,roten Gebiete’, GAP, die „Südlink“-Trasse sowie neue Regelungen für die regionalen Schweinehalter weitere wichtige Themen auf der Agenda gewesen.

Verschiedene Gründe

Friedrich monierte den Rückgang des Fleischverzehrs in Deutschland, für den es verschiedene Gründe gebe. Einer sei die Afrikanische Schweinepest, „die uns von Exportmärkten ausschließt“. Dies führe zum derzeitigen Preisdruck, den am Ende hauptsächlich die Ferkelerzeuger ausbaden müssten. „So geht es nicht weiter.“

Jeder wünsche sich eine regionale Lebensmittelversorgung, so der Vorsitzende. Dazu erwarte er von Lebensmitteleinzelhandel und Großabnehmern ein klares Bekenntnis zu 5D (geboren, aufgezogen, gemästet, geschlachtet und verarbeitet in Deutschland) – und das bei einer eindeutigen Kennzeichnung. Für solches Fleisch müsse ein attraktiver Preis angeboten werden, „sonst wird es das bald nicht mehr geben“.

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„Unsere Schweinehalter brauchen dringend ein glaubwürdiges Signal von Politik und Gesellschaft und auch von der Käuferseite, dass weiterhin Ferkelzucht und Mast bei uns gewünscht und gewollt sind“, meinte KBV-Vorsitzender Reinhard Friedrich weiter.

Der geforderte Umbau der Tierhaltung könne nur gelingen, wenn sowohl eine zuverlässige Finanzierung durch eine staatliche Regelung für Um- oder Neubau, als auch ein Ausgleich für die zusätzliche Arbeit langfristig sicher erfolge. Ebenso müsse es auch bevorzugte Genehmigungen für solche Umbauten geben, sonst seien diese Wünsche für eine verbesserte Tierhaltung nicht wirklich glaubwürdig.

Für konsequente Bekämpfung

In Sachen Afrikanische Schweinepest hofft Friedrich auf eine konsequente Bekämpfung. „Ein Hin- und Herschieben von Verantwortung zwischen Bund und Land ist völlig unverantwortlich.“ Hier würden Volksvermögen, die Existenzen von Bauernfamilien und auch der Tierschutz nicht entschlossen genug verteidigt. „Das ist nicht leicht, aber Tschechien und Belgien haben gezeigt, dass es möglich ist, die ASP auch wieder zu tilgen.“

Idee des Kreistags

2020 sei vom Kreistag die Idee gekommen, sich als Biomusterregion zu bewerben, was vonseiten des Kreisbauernverbandes positiv aufgenommen worden sei. Der neue Regionalmanager solle die regionale Vermarktung von Bioerzeugnissen heimischer Landwirte ankurbeln. „Unser Anliegen ist es, dass auch naturnah erzeugte Produkte konventioneller Betriebe von dieser Arbeit profitieren können.“ Immer entscheidender werde in Zukunft, dass „wir unsere wertvollen Lebensmittel einfach auch werthaltig vermarkten können – das gilt für bio wie konventionell“.

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Geschäftsführer Stefan Fröber streifte in seinem Bericht ebenfalls die vom Vorsitzenden genannten Punkte und fand zum Teil kritische Worte. So meinte er zum „Südlink“, dass die Ernüchterung über die Bereitschaft der Vorhabenträger, eine vernünftige Entschädigung für Eigentümer und Bewirtschafter zu zahlen, zunehmend größer werde. „Immerhin haben wir es geschafft, dass es Versuchsbaustellen gibt, welche die Auswirkungen der Leitungen auf unsere Böden und die drauf wachsenden Kulturen haben.“

Bedeutung hervorgehoben

Fröber hob zudem die Bedeutung der Landwirtschaft für die heimische Kulturlandschaft hervor. Es gebe in den kommenden Jahren sehr viele Herausforderungen zu bewältigen. Hierbei müsse es vermieden werden, Bio- und konventionell arbeitende Betriebe „gegeneinander auszuspielen“.

Finanziell steht der Kreisbauernverband Main-Tauber auf insgesamt soliden Beinen. Die Zahl der Mitglieder habe sich binnen eines Jahres von 1448 auf 1401 reduziert, was vor allem der Strukturreform geschuldet sei. ktm

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