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DRK-Kreisverband Bad Mergentheim - Notfallsanitäter-Ausbildung oder Freiwilligendienst als Alternative zu Auslandsaufenthalten in der Corona-Zeit

„Persönlich ein ganzes Stück weiter gebracht“

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Notfallsanitäter-Azubi Carl Schulz und Lea Weber, Freiwillige im BFD, üben unter fachkundiger Anleitung von DRK-Ausbildungsleiter Jochen Herwarth an einer speziellen Ausbildungspuppe. © Jasmin Paul

Bad Mergentheim. Die Zeit der Corona-Pandemie ist geprägt von Herausforderungen, Einschränkungen und jeder Menge Entbehrungen im privaten und beruflichen Umfeld. So können beispielsweise Auslandsaufenthalte wie Au Pair und Work and Travel oder auch Auslandssemester im Studium nur sehr eingeschränkt stattfinden. Eine Alternative dazu bietet der DRK-Kreisverband Bad Mergentheim mit seinen beiden Freiwilligendiensten, an die sich auch eine Ausbildung zum Notfallsanitäter anschließen lässt.

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„Piep. Piep. Piep.“ – Beinahe zeitgleich greifen Lea Weber und Carl Schulz nach ihren Notfall-Meldern. Diesmal muss der 25-Jährige schleunigst los an einen Unfallort. Zwei Autos sind auf einer Landstraße kollidiert. Als Auszubildender zum Notfallsanitäter versorgt Carl Schulz bereits im zweiten Ausbildungsjahr Patienten in medizinischen Notsituationen. Nur wenige Sekunden nach dem Notruf sitzt er im Rettungswagen, der mit Blaulicht und Martinshorn vom Hof der Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Bad Mergentheim fährt.

Auf dem Weg geht der junge Mann bereits mit seinem erfahrenen DRK-Kollegen im Rettungswagen einige mögliche Szenarien für den Unfallort durch: „Wir wissen meist grob, was auf uns zukommt, aber die Betreuung am Unfallort ist immer ganz individuell. Für jede Eventualität, die wir vorab durchgehen, sparen wir vor Ort wertvolle Sekunden ein. Sekunden, die manchmal über Leben und Tod entscheiden können.“

Ganz so turbulent geht es bei der 19-jährigen Lea Weber nicht zu. Im Zuge ihres einjährigen Bundesfreiwilligendienstes qualifiziert sie sich beim DRK zur Rettungssanitäterin. Ihr Einsatzbereich ist dabei vor allem der Krankentransport. Sobald sie den C1-Führerschein gemacht und ein Fahrsicherheitstraining absolviert hat, darf sie zudem als Fahrerin in der Notfallrettung tätig werden, wo sie dann gemeinsam mit den Notfallsanitätern medizinische Notfälle versorgt.

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„Richtige Entscheidung“

Das hat sich die Weikersheimerin auch ganz fest vorgenommen: „Das DRK unterstützt mich hier ganz gezielt, übernimmt sogar die Kosten für die Fahrtrainings. Das ist im Freiwilligendienst keine Selbstverständlichkeit.“ Eigentlich habe Lea Weber ja Medizin studieren wollen, aber der BFD war, so sagt sie, „genau die richtige Entscheidung“. „Es ist mir sehr wichtig, vor dem Studium, das ich eventuell auch teilweise im Ausland verbringen möchte, erst einmal praktische Erfahrung in der Medizin zu sammeln und im zwischenmenschlichen Kontakt mit Patientinnen und Patienten noch sicherer zu werden. Ich bin hier Teil eines ganz tollen Teams, das routiniert im Rettungsdienst zusammenarbeitet und davon kann ich für meinen weiteren medizinischen Lebensweg nur profitieren.“

Erste Erfahrungen

Das unterstreicht auch Jochen Herwarth, Ausbildungs- und Praxisanleiter beim DRK-Kreisverband Bad Mergentheim: „Um erste Erfahrungen zu sammeln und in die medizinische Praxis hinein zu schnuppern, ist der Rettungssanitäter optimal. Für die Kolleginnen und Kollegen, die langfristig beim DRK bleiben wollen, bietet sich dann die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter als höchste nicht-ärztliche Qualifikation im Rettungsdienst an.“ Auch im Ausland sind die deutschen Qualifikationen höchst angesehen. Das unterstreicht auch Prof. Dr. Thomas Haak, Präsident des Kreisverbandes. „In der Corona-Krise mussten und müssen viele junge Menschen leider vorerst auf ihre Auslandserfahrungen verzichten. Wir möchten mit unserem FSJ und dem Bundesfreiwilligendienst eine Alternative anbieten, die auch im Ausland anerkannt ist, denn das Rote Kreuz ist weltweit tätig.“ Zudem sei eine fachliche und soziale Kompetenz im Rettungsdienst auch für das weitere Leben hilfreich, denn Notfälle können prinzipiell überall und zu jeder Zeit auftreten.

Für eben diesen Rettungsdienst, aber auch für medizinische Themen grundsätzlich, hatte Lea Weber „eigentlich schon immer großes Interesse“, erklärt die 19-jährige ihre Entscheidung für den Bundesfreiwilligendienst beim DRK. „Außerdem hat mich der BFD persönlich ein ganzes Stück weiter gebracht.“ Azubi Carl Schulz hingegen ist gelernte Mechatroniker und hat sich ebenfalls ganz gezielt für seine Ausbildung zum Rettungssanitäter entschieden: „Die Arbeit mit Maschinen ist eher so, dass man sich am Ende des Arbeitstags fragt: Was habe ich heute eigentlich im Zuge der Menschlichkeit geleistet? Diese Frage stellt sich überhaupt nicht, wenn man Notfallsanitäter ist bzw. wird. Es ist ein sehr intensives Gefühl, anderen helfen zu können. Nicht nur medizinisch, sondern auch zwischenmenschlich. Denn wenn es die Zeit erlaubt, füttern wir durchaus auch mal die Katze für die junge Frau, der eben noch schwindelig war, oder reparieren den kaputten Hausnotrufknopf des 85-jährigen Seniors, der allein lebt. Das läuft ganz selbstverständlich mit“, so der 25-Jährige. Und – da sind er und Kollegin Lea Weber sich einig – wenn man von seinen Patientinnen und Patienten dann auch noch „ein ernst gemeintes Lächeln zum Dank für die Hilfe bekommt, ist das einfach unbezahlbar!“ drk

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