Bilanz gezogen - Hauptversammlung der Bürgerinitiative "Windwahn - Nein, danke Bad Mergentheim" in Apfelbach Ortsvorsteher Scheidel für ein sachliches Argumentieren

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Apfelbach. Vorsitzender Klaus Ulmrich aus Althausen hob in der Hauptversammlung der Bürgerinitiative "Windwahn - Nein, danke Bad Mergentheim" in Apfelbach die Verbundenheit der Abteilungen aus Apfelbach und Althausen hervor. Daran ändere auch die Situation nichts, dass die Althäuser Konzentrationszone 2 aktuell außen vor zu sein scheine. Man werde weiter Seite an Seite die Ziele der gemeinsamen Bürgerinitiative verfolgen.

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Vorsitzender Bertram März aus Apfelbach lobte deren großes Engagement bei vielen Aktionen im abgelaufenen Vereinsjahr. Er führte die zum Teil sehr unbefriedigende Vorstellung der Naturschutzgutachten an, die die Bedenken zur Zone in Althausen und in einer all zu kurzen Ausführung keinerlei relevante Hinderungsgründe in Apfelbach sah, worüber die Apfelbacher Vogelbeobachtungsgruppe nur den Kopf geschüttelt habe. Er berichtete über Kontakte und Zusammenarbeit mit dem Rechtsanwalt der BI, der im Mai 2014 eine Stellungnahme zur Teilfortschreibung Windenergie der Regionalplanung abgegeben habe. Die Kanzlei werde auch zur zweiten Offenlegung des Teilflächennutzungsplans durch Mitwirkung eines beauftragten eigenen Gutachters, der die Ergebnisse der Apfelbacher Vogelbeobachtungsgruppe einarbeite, einreichen. Mit der Fraktion der CDU habe man sich zu konstruktiven Gesprächen getroffen.

Zum Schluss erhob er Kritik an der allgemein in der breiten Öffentlichkeit und den Medien geführten Windkraftdiskussion, die nur ungenügend auf die ganz entscheidenden fehlenden Speichermöglichkeiten der Windenergie eingehe und deren großtechnische Umsetzung noch in den Sternen stehe.

Schriftführer Bernd Kurpiela ging auf die vielfältigen behandelten Themen ein, mit denen sich die Verantwortlichen in den vier Vorstandssitzungen im ereignisreichen Vereinsjahr befasst hätten. Kassier Jürgen Götz berichtete von einer soliden Finanzlage, die eine gute Basis für die weitere Vereinsarbeit darstelle.

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Apfelbachs Ortsvorsteher Hubert Scheidel übernahm die Organisation der einstimmig beschlossenen Entlastung des Vorstands und thematisierte die Bürgerbefragung mit den 76 Prozent der Bevölkerung, die sich gegen die geplanten Windparks in Apfelbach ausgesprochen hätten. Dies sei für ihn und den Ortschaftsrat ein klarer Auftrag.

Bertram März beantragte eine Satzungsänderung, die bei vier Enthaltungen angenommen wurde. Inhalt der Änderung war der Verwendungszweck der Hälfte des Vereinsvermögens, das von Apfelbacher Seite nun im Falle einer Vereinsauflösung an eine noch zu bestimmende gemeinnützige Vereinigung fließe, die der Förderung von Umwelt- und Naturschutz und der Verhinderung von Gefährdung durch Windenergieanlagen verpflichtet sei.

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Abteilungsleiterin Helga Beez aus Apfelbach berichtete von vielen Aktivitäten. Schon im März 2014 habe man sich zu einem Gespräch mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Dorothee Schlegel getroffen. Im April sprach man mit Bürgermeister Mertens aus Lauda-Königshofen im Hinblick auf eine Veranstaltung, die Mitte Mai in Gerlachsheim in Zusammenarbeit mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und der Kreisjägervereinigung stattgefunden habe. Hauptredner war Professor Ahlborn, der einen realistischen und kritischen Blick auf das wahre Leistungsvermögen der Windenergie warf und unter anderem die fehlenden Grundlast- und Speicherfähigkeiten angesprochen hatte.

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Kurz darauf war man mit einem Infostand auf dem Bad Mergentheimer Marktplatz. Im Mai war auch Kanzlerin Merkel im Taubertal, wo man mit Plakaten und Trillerpfeifen auf die Windkraftproblematik Aufmerksamkeit erregte und eine Petition für die Kanzlerin an MdL Wolfgang Reinhart übergeben hatte.

Die Kommunalwahlen Ende Mai brachte in Apfelbach vier Windparkgegner in den Ortschaftsrat, was damals schon die breite Unterstützung des Orts für die Initiative habe erahnen lassen.

Im Juli traf man sich mit Vertretern der Stadtwerke, der Stadtverwaltung, der Projektierer, der Gutachter und der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts, was zur Folge hatte, dass man sich entschloss, einen eigenen Gutachter zu beauftragen, der die Aktenlage beurteile und die Apfelbacher Naturbeobachtungen mit einarbeiten sollte. Auch bei der Klimakonferenz im Kursaal waren Mitglieder zugegen. Mitte November fand in Apfelbach eine Infoveranstaltung zur Bürgerbefragung statt, deren Ergebnis Ende November veröffentlicht wurde. Elisabeth Bauer-Götz aus Althausen berichtete außer den von Helga Beez erwähnten Aktivitäten noch von der Unterstützung angrenzender Bürgerinitiativen in Creglingen, Langenburg und der BI im Jagsttal. Dabei wurde deutlich, dass es nicht nur im Main-Tauber-Kreis, sondern auch in den angrenzenden Landkreisen lichterloh brenne und überall die Gefahr bestehe, dass Windräder wie Pilze aus dem Boden schießen.

Bei der Wahl wurden alle Mitglieder in ihren Ämtern bestätigt. Die beiden Vorsitzenden sind weiter Bertram März und Klaus Ulmrich. Schriftführer bleibt Bernd Kurpiela ebenso wie Kassierer Jürgen Götz sein Amt behält.

Die Abteilungsleitung von Althausen, Elisabeth Bauer-Götz, wurde in ihrem Amt ebenso bestätigt wie Helga Beez als Leiterin der Apfelbacher Gruppe. Karin Waldmann und Thomas Beez fungieren weiterhin als Beisitzer, Matthias Etzel und Robert Volkert wurden als Kassenprüfer wieder gewählt.

Nach Grußworten des stellvertretenden Ortsvorstehers von Althausen, Rainer Volkert, plädierte Apfelbachs Ortsvorsteher Hubert Scheidel für sachliches Argumentieren.

Bevor Bertram März weiterhin an die Präsenz und Unterstützung der Mitglieder bei Veranstaltungen zum Thema Windkraft appellierte, meldete sich Alfred Sailer zu Wort. Er forderte auf, sich Gedanken zu machen um die Zukunft des Taubertals und seiner Nebentäler und sich dafür einzusetzen, dass diese nicht völlig unter die Windräder kämen. bi