Naturschutzgruppe Taubergrund - Nistkasten-Aktion aufgrund großer Nachfrage sogar zweimal durchgeführt / Verbundenheit zur Natur „Ohne Insekten und Vögel geht es nicht“

Von 
Hans-Peter Kuhnhäuser
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Die Naturschutzgruppe Taubergrund freut sich über ein steigendes Interesse am Natur- und Umweltschutz. Die Nistkasten-Verteilaktion wurde gar wiederholt.

Fündig geworden sind auch diese „Kunden“ im Bad Mergentheimer Umweltzentrum der Naturschutzgruppe. © Kuhnhäuser
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Bad Mergentheim. Da hat man einen schönen Hausgarten oder ein Grundstück, und Vogelgezwitscher gehört natürlich dazu, wenn man das „Gärtle“ genießen will. Nicht immer aber gibt es genügend passende Nistplätze, und dem kann schnell und einfach abgeholfen werden. Die Naturschutzgruppe Taubergrund bietet neben den passenden Nistkästen auch kompetente Beratung. Und so erfreute sich die diesjährige Info- und Verkaufsaktion großer Nachfrage. So groß, dass die Aktion vor kurzem gar wiederholt wurde.

Knapp 20 Interessenten schauten beim zweiten Mal im Umweltzentrum an der Bahnlinie in Bad Mergentheim vorbei. Gleich zwei kompetente Berater standen für Anfragen zur Verfügung: Rudolf Meinikheim und Erhard Schweizer gaben umfassend Auskunft und Tipps zur Aufstellung.

Was erstaunte, war der Umstand, dass „die meisten Besucher genau wussten, was sie wollten“, betonte Meinikheim im Gespräch mit unserer Zeitung. Er habe sich sehr gefreut, „dass so viele Leute gekommen sind“, sagte er nach Abschluss der Aktion.

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„Gezielte Fragen“ seien gestellt worden, ergänzt Schweizer, der das Interesse der Besucher lobte. 14 Nistkästen nahmen die Besucher mit, dazu einen Bauplan sowie viele Infos, die im lockeren Gespräch mit den beiden Mitgliedern der Naturschutzgruppe ausgetauscht wurden. Dazu wurden noch einige Vorderwände bestellt.

Während der Anwesenheit des Reporters kamen mehrere Ehepaare und Einzelpersonen ins Umweltzentrum. Ein Ehepaar hatte einen ganz speziellen Wunsch: „Wir brauchen was Marder- und Katzensicheres“, erklärte der Apfelbacher, und seine Frau stimmte ein: „Nistkästen haben wir, uns fehlen nur die passenden Vorderwände.“ An solch speziellen und auswechselbaren Klappen ist vor oder hinter dem Einflugloch ein Gitter angebracht – die Brut ist damit sicher vor Katzenpfoten und Marderzähnen. „Ich habe leider nur noch eine da, die anderen kann ich bestellen“, sagt Meinikheim. Die Apfelbacher Eheleute sind zufrieden. „Wir sind Naturfreunde und brauchen das für ein Obstbaumgrundstück. Da streifen immer Katzen und Marder herum.“

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Schnell sind die nächsten Interessenten da; ein Edelfinger Pärchen braucht nur einen Nistkasten, aber „mit einem 45-Millimeter Einflugloch. Da soll ein Starenpaar brüten.“ Dar Kasten ist schnell übergeben. Das Grundstück selbst sei „ein gutes Vogelrevier“, betonen die Edelfinger, es gebe reichlich Insekten und Sträucher, auch Hecken seien gleich in der Nähe.

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Ein Kurgast von der Nordseeküste nutzt die Gelegenheit, sich nach Standorten von alten Obstbaumsorten zu erkundigen – Schweizer kann weiterhelfen. Ja, dir Gegend gefalle ihm, sagt der Ostfriese, und er habe auch schon einige alte Sorten entdeckt.

„Wir haben’s in der Zeitung gelesen, dass das Umweltzentrum heute geöffnet ist“, sagen zwei Wachbacher. Sie lassen sich „ganz allgemein“ informieren und nehmen dann einen Nistkasten mit – eine so genannte „Nischenbrüterhöhle“, geeignet beispielsweise für Haus- oder Gartenrotschwanz. Das Angebot der Naturschutzgruppe findet das Ehepaar „sehr gut“.

Ein Weikersheimer Paar hat keine außergewöhnlichen Wunsch. „Für den Nutzgarten“ wollen sie einen Nistkasten mitnehmen, „mal schauen, ob er angenommen wird“, sagt der Mann. Nahrung jedenfalls „finden die Vögel bei uns genug“.

Keinen fertigen Nistkasten, sondern einen Bauplan holt sich ein Bad Mergentheimer. „Basteln macht mir Spaß“, sagt er und freut sich über die Vorlage. Zunächst will er erst einmal einen Nistkasten bauen.

Was alle von unserer Zeitung befragten Besucher betonen, ist die Verbundenheit zur Natur. Den Vögeln mit passenden Nistkästen das Brutgeschäft zu erleichtern, das möchten alle. Und in einer Region, wo neben dem „Gärtle“ vielfach noch Obstgrundstücke bearbeitet und gepflegt werden, freut man sich am Gesang der Vögel; ebenso wie an ihrem Anblick.

Zudem verwiesen alle Nistkasten-Interessenten auf die vielfältige Pflanzen- und Insektenwelt – egal, ob im Haus- beziehungsweise Nutzgarten oder eben in den Bereichen, wo der Natur ganz bewusst Raum gelassen wird.

„Ein Garten ohne Insekten und brütende Vögel, das geht nicht“, betonte ein Bad Mergentheimer. Er sprach damit – das sei an dieser Stelle hervorgehoben – für alle Besucher, die an diesem Tag ins Umweltzentrum kamen.