Jubiläum - 60 Jahre Schwimmbad Althausen / Viele gute Gründe zum Feiern / Volles Haus beim Fußball OB sieht Freibad-Zukunft nicht in Gefahr: "Wir kriegen es hin"

Von
Hans-Peter Kuhnhäuser
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Sprung ins kühle Nass: Die wagemutigen Jungs erfreuen die Ehrengäste mit ihrem Sprung vom Beckenrand ins Wasser. Den hatte Hardy Häußer extra genehmigt und die Buben hatten ihren Spaß dabei.

© Kuhnhäuser

60 Jahre Schwimmbad Althausen feierten Ortsverwaltung, Förderverein und jede Menge Badegäste aus Althausen und der Umgebung am Samstag und Sonntag. Auch das Wetter spielte mit.

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Althausen. Die einen starten als Tiger und landen als Bettvorleger, die Althäuser machen es gerade umgekehrt: Sie begannen 1956 mit einer List und bauten einen offenen Feuerlöschteich. Am Wochenende wurden 60 Jahre Schwimmbad gefeiert. Und Grund zum Feiern gab es gleich doppelt - dem offiziellen Festakt am Sonntag ging eine lange Nacht voraus. "Super-Stimmung" herrschte bei der Übertragung des Fußball-Krimis, erzählt der Fördervereins-Vorsitzende Hardy Häusser. Und als Hector endlich den letzten Elfmeter im Netz versenkte, da "war der Jubel grenzenlos und in ganz Althausen zu hören", ergänzt der Ortsvorsteher Herbert Renner.

Schon am Samstag wurde das Jubiläum gefeiert, der Festakt an sich aber war dem Sonntag vorbehalten. Das Bad war voll, und so manchem war anzusehen, dass die Nacht kurz war. Ortsvorsteher Herbert Renner ging als erster ans Mikrofon und verwies auf die Anfänge. Bürgermeister Richard Dümmler hatte den offenen Feuerlöchteich von Anfang an als Ort der Erholung für seine Bürger geplant. Der Umweg über den Feuerlöchteich war wegen des staatlichen Zuschusses nötig. "Das war ein recht revolutionäres Vorhaben", berichtete Renner. Schließlich sei Althausen Mitte der 50er Jahre ein rein landwirtschaftliches Dorf gewesen.

"Wer hatte, während die Feldarbeit ihren Höhepunkt zustrebte, schon Zeit, ins Schwimmbad zu gehen?" Dennoch wurde das Bad schnell "zu einem Besuchermagneten - für die Althäuser, aber auch für unsere Nachbarn".

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Stets modernisiert und ausgebaut, wobei auch die Stadt kräftig Unterstützung leistete, ist das Freibad heute "eine schmucke Freizeiteinrichtung, ein gemütlicher Treffpunkt und besonders von Familien geschätzt", sagte Renner. Der Ortsvorsteher drückte dem 1998 gegründeten Förderverein seinen besonderen Dank aus, denn dieser "garantiert den Fortbestand unseres Schwimmbads".

Überragendes Engagement

Auf dieses überragende Bürger-Engagement "können wir stolz sein", und auch die Unterstützung durch die Bundeswehr-DLRG hob Renner hervor.

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"Ich wünsche unserem 'Feuerlösch-Schwimmbad' weiterhin eine erfolgreiche Zukunft und bin mir sicher, dass es durch die gemeinsamen Anstrengungen von Bürgern und Stadt noch lange besteht."

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Außerdem ehrte Renner den langjährigen Schwimmmeister Peter Lahr. Der sorgte 33 Jahre lang für einen unfallfreien Betrieb und ein funktionierendes Bad. Lahr war sichtlich gerührt, als er von Renner mit einer Flasche Wein bedacht wurde.

"Mit den Dainbachern habe ich heute morgen noch auf gutes Wetter gehofft, zumindest in Althausen scheint ja die Sonne", freute sich Oberbürgermeister Udo Glatthaar über das Festwetter. Unter dem Motto "Heimat vor Ort erleben" gebe es ja zahlreiche Veranstaltungen im ganzem Stadtgebiet.

"Ihr Bad ist eine Perle, und ich danke allen Beteiligten für ihr großartiges Engagement", sagte Glatthaar. "60 Jahre Bad, 18 Jahre Förderverein - das gehört zusammen" und zeige das Bestreben, dieses "Idyll" am Leben zu erhalten.

Das Bad werde "von den Menschen gehegt, gepflegt und genutzt" und der Einsatz des Fördervereins und aller Helfer sei ein Beispiel für das Engagement zum Thema "Heimat". Auch von Aussetzern des Mikrofons ließ sich der OB nicht beirren, zumal ihm flugs ein anderes Mikro gereicht wurde. Sein Versprechen nämlich sollten alle hören, das war Glatthaar wichtig: "Sie brauchen sich keine Sorgen um ihr Bad machen." Der tolle Förderverein - auch in Wachbach gebe es ja ein solches Engagement - sei der Stadt etwas wert. "Wir kriegen es hin, unsere drei Freibäder zu erhalten. Ich will dem Gemeinderat nicht vorgreifen, aber mir ist nicht bekannt, dass es da gegenteilige Bestrebungen gibt, von einer Stimmung hin zur Schließung habe ich im Gremium nichts bemerkt."

Die Bäder kosten die Stadt zwar "viel Geld, aber die Ehrenamtlichen leisten einen Riesen-Beitrag" zur Lebensqualität. Natürlich durfte bei der Rede des OB der Fußball nicht fehlen. "Heute Abend sehen wir ja, auf wen wir im Halbfinale treffen. Und die hauen wir dann auch weg und feiern hier im Bad den Titel!"

Die "Perle in der Krone der Stadt" wollen die Althäuser "mit Hilfe der Stadt weiterhin pflegen", sicherte Ortsvorsteher Herbert Renner zu. Und der Fördervereins-Vorsitzende Hardy Häußer machte deutlich, dass das Halbfinale im Bad miterlebt werden kann.

Lockerer Austausch

Im Anschluss suchte der OB zusammen mit dem Ortsvorsteher und Hardy Häußer noch das Gespräch mit Althäusern. Bei Kaffee, Kuchen und Kaltgetränken entwickelte sich ein lockerer Austausch.

Bemerkenswert war die Wunschliste von drei jungen Althäuserinnen. Was ihnen denn besonders wichtig sei, wollte Glatthaar wissen. Die einmütige Antwort: "Der Kindergarten und das Schwimmbad!" Und, nach einer kurzen Pause, "die Wiedereröffnung des Jugendclubs". Ebenso bemerkenswert: Alle drei machten deutlich, dass sie, "wenn's irgendwie geht, weiterhin in Althausen bleiben" möchten.