Freibäder der Region ziehen positives Jahresfazit - Schwächerer Wonnemonat trübt grandiose Saison kaum Nur der Mai verhindert neue Rekorde

Von 
Simon Retzbach
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Blick auf das Bad Mergentheimer Freibad in der Au. © Stadt Bad Mergentheim

In Bad Mergentheim fiel die 100 000er-Marke dieses Jahr nicht. Sie wurde knapp verfehlt. Grundsätzlich ziehen die Freibäder in der Region jedoch eine sehr gute Bilanz der Saison 2019.

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Bad Mergentheim/Wachbach/Neubronn/Freudenbach. Wohl kaum etwas ist so sehr mit Sommer und gutem Wetter verbunden wie das Freibad. Sobald die Temperaturen und das Wetter es zulassen, bevölkern tausende Menschen Tag für Tag die knapp 3000 Freibäder bundesweit. Schon seit knapp 100 Jahren bieten Schwimmbäder in Deutschland eine Art Rundumpaket zur Freizeitgestaltung, neben dem reinen Badespaß können sich Besucher auf angrenzenden Grünflächen erholen und so durchaus einen ganzen Tag in einer solchen Badeanlage verbringen.

Doch gerade bei den sommerlichen Temperaturen, wenn die Freibäder gut besucht sind, gab es diesen Sommer bundesweit einige Vorfälle, die für erhöhte mediale Aufmerksamkeit sorgten.

Der wohl bekannteste Fall dürfte sich in Düsseldorf ereignet haben, dutzende Polizisten mussten wegen eines Massenstreits ausrücken und konnten die hitzige Situation erst durch den Einsatz von Pfefferspray beruhigen. Auch in Essen und Mannheim kam es zu teils heftigen Auseinandersetzungen, die durch Polizei und Sicherheitskräfte gelöst werden mussten.

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Doch wie verlief die diesjährige Badesaison für Freibäder der Region? Gab es Zwischenfälle, die ebenfalls erhöhtes Personalaufkommen oder ein Eingreifen durch die Polizei erforderlich machten? Hierzu haben wir bei mehreren Bädern der Region nachgefragt.

Im Freibad Bad Mergentheim verfehlte man mit knapp 58 000 Besuchern den Andrang des rekordverdächtigen Sommers 2018 deutlich, über 65 000 Gäste sorgten hier für eine phänomenale Saisonbilanz. Lässt man diesen rekordverdächtigen Sommer 2018 außen vor, so kann man dennoch eine deutliche Steigerung des vergangenen Sommers im Vergleich zu 2017 feststellen, lediglich 51 000 Menschen besuchten vor zwei Jahren das Bad in der Kernstadt.

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Auch in den Bädern Wachbach und Althausen zeigt sich ein ähnliches Bild: Zwar weniger Besucher als im Rekordsommer des vergangenen Jahres, aber deutlich höhere Besucherzahlen als noch 2017. In Althausen kann ein Anstieg von 11 151 auf 11 889 Besucher von 2017 zu 2019 beobachtet werden, lediglich knapp vom Sommer 2018 übertroffen (11 995). Immenser Beliebtheit erfreut sich auch das Bad in Wachbach: Waren es 2017 noch knapp über 20 000 Badefreunde, so steigerte sich das Ergebnis 2018 um satte 25 (!) Prozent auf über 25 000 Besucher und auch in 2019 weist das Freibad mit 24 330 Gästen einen stark erhöhten Wert auf.

Verzögerter Saisonstart

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Insgesamt konnte man mit 94 163 Besuchern die 100 000er-Marke im Stadtgebiet von Bad Mergentheim nicht wie im Vorjahr erneut knacken. Carsten Müller, Pressesprecher der Stadt Bad Mergentheim, führt das hauptsächlich auf den vergleichsweise schwachen Mai zurück, der die Badesaison auch insgesamt etwas verzögert beginnen ließ.

Dennoch blickt man seitens der Stadt auf ein erfolgreiches Jahr zurück und weiß auch, wer dafür verantwortlich ist. „Der Dank der Stadt gilt den Ehrenamtlichen in den Fördervereinen der beiden Teilort-Freibäder. Aber auch unsere hauptamtlichen Kräfte, die für alle drei Anlagen zuständig sind, haben diesen Sommer sowie bei den Vor- und Nachbereitungen wieder großes und lobenswertes Engagement gezeigt“, so Carsten Müller abschließend.

Auch im Creglinger Teilort Freudenbach erlebte man ein sehr gutes Jahr: Das dortige Freibad zeigt sich mit knapp 17 000 Besuchern im aktuellen Kalenderjahr hochzufrieden. Dass man mit dem vergangenen Jahr nicht mithalten konnte, überrascht Bademeister Harald Neser nicht: „2018 lagen die Besucherzahlen mit 19 000 nur knapp unter dem Rekordwert aus dem Jahr 2003“. Für solche Zahlen wäre der Mai dieses Jahr zu schwach gewesen, der Saisonstart musste um eine Woche nach hinten verlegt werden.

Das Höhenwaldschwimmbad Neubronn musste zwar nach Angaben von Thomas Schimmel, Leiter des Haupt- und Ordnungsamtes der Stadt Weikersheim, mit 10 712 Gästen ebenso Abstriche zum Vorjahr (12 085) machen, konnte aber eine leichte Steigerung im Vergleich zu 2017 verbuchen, als die Besucherzahlen mit 9984 noch vierstellig waren.

Angesprochen auf ähnliche Vorfälle wie in anderen Bädern bundesweit erlebt, antworten alle Vertreter einhellig: „So etwas gab es hier in der Region nicht, eher im Gegenteil.“ Carsten Müller verneint für alle drei Freibäder der Kreisstadt etwaige Zwischenfälle oder besondere Vorkommnisse. „Wir haben eine sehr harmonische Saison verlebt. Wir hatten eine sehr engagierte Bademeisterin, die sich um eine besonders liebevolle und familiäre Atmosphäre bemüht hat.

Die Vorfälle aus den Medien kennt man auch in Neubronn, ist dort aber „in keinster Weise“ selbst betroffen. „Eher im Gegenteil“, meint Verena Preuß, Vorsitzende des Fördervereins Höhenwaldschwimmbad Neubronn. Auch Harald Neser sind solche Vorfälle aus seinem Bad nicht bekannt. „Wir sind ein Familienbad mit entsprechendem Publikum. Außerdem kennt jeder jeden, da passiert so etwas nicht“, erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung.