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Familienpaten gesucht - Niederschwellige Begleitung für Familien und Alleinerziehende

„Nicht mitleiden, sondern mithelfen“

Von 
Inge Braune
Lesedauer: 

Bad Mergentheim/Weikersheim. Wenn Familien „alles über den Kopf wächst“, sie nicht mehr wissen, wie sie zusätzlich zu belastenden gesundheitlichen, emotionalen oder finanziellen Sorgen auch noch die Termine der Kinder, Behördengänge und Papierkriege mit Banken, Ämtern und sonstigen Einrichtungen bewältigen sollen, Erziehende schlicht ausgebrannt und am Ende ihrer Kraft sind, dann ist ein gut funktionierendes Netzwerk aus dem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis eine große Hilfe. Was aber tun, wenn so ein Netzwerk fehlt?

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„Familienpaten“ könnten helfen – Ehrenamtler, die Familien ein wenig unter die Arme greifen. Im südlichen Main-Tauber-Kreis koordiniert seit Anfang des Jahres Anne-Kathrin Bock, die im Weikersheimer „Zentrum für alle Menschen – ZAM“ regelmäßig Schwangerschafts- und Familienberatungen anbietet, die Familienpatenschaften. Regelrecht händeringend sucht sie speziell im Oberen Bezirk, also rund um Bad Mergentheim, Creglingen, Niederstetten und Weikersheim Freiwillige, die sich vorstellen können, regelmäßig ein- bis zweimal wöchentlich für ein paar Stunden einer Familie zur Seite zu stehen.

„Familienpaten können Familien gut unterstützen“ ist Anne-Kathrin Bock fest überzeugt. © Braune

„Alleinerziehende brauchen manchmal einfach eine kleine Auszeit“, berichtet sie. Wenn dann jemand da ist, der mit den Kindern auf den Spielplatz geht, ihnen etwas vorliest oder bei den Hausaufgaben hilft, sei das schon eine große Entlastung. Für neu Zugezogene könnte es hilfreich sein, gemeinsam mit einem Familienpaten das regionale Freizeitangebot, das Vereinsleben oder die Einkaufsmöglichkeiten zu erkunden.

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Oft gehe es schlicht darum, einfach da zu sein, zuzuhören oder Türen zu Spielgruppen, Kitas, Elterncafés, Büchereien, Musikschulen, Museen, Vereinen und Beratungsangeboten zu öffnen.

Priorität, so Anne-Kathrin Bock, habe aufseiten der Paten ganz einfach „die verlässlich ausgestreckte Hand.“ Sie suche nicht Profis, sondern Menschen mit Gespür für Mitmenschen, die „nicht mitleiden, sondern mithelfen.“

Als Koordinatorin lege sie Wert darauf, dass „es passt“, dass die Bedürfnisse der Patenfamilie den oder die jeweilige Familienpatin nicht überfordert. Dafür sorgen neben ausführlichen Vorgesprächen sowohl mit der Familie als auch mit dem oder der angehenden Patin auch genaue Absprachen über den Einsatz, regelmäßiger Austausch mit der Koordinatorin und auch der Erfahrungsaustausch der Paten untereinander.

Das Mindestalter für Familienpaten liegt bei 18 Jahren, und sowohl die Paten als auch die Mitglieder der Familie, die sie unterstützen, müssen gegen Corona geimpft sein. Familienpaten sind bei ihren Einsätzen übers Diakonische Werk im Main-Tauber-Kreis versichert, anfallende Fahrtkosten werden erstattet.

Interessierte können sich direkt telefonisch (07931/4816980) oder via E-Mail (anne.bock@diakonie.ekiba.de) mit Anne-Kathrin Bock in Verbindung setzen – oder einfach mal donnerstags im „Zentrum für alle Menschen – ZAM“ in der Weikersheimer Schulstraße vorbeischauen.

Freie Autorin Berichte, Features, Interviews und Reportagen u.a. aus den Bereichen Politik, Kultur, Bildung, Soziales, Portrait. Im Mittelpunkt: der Mensch.

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