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Ambulante Pflege - „Mobile Dienste“ der Evangelischen Heimstiftung bestehen seit 25 Jahren

Neue Wege beschritten

Von 
Peter Keßler
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Seit 25 Jahren bestehen die „Mobilen Dienste“ als ambulanter Pflegedienst der Evangelischen Heimstiftung in Bad Mergentheim, inzwischen mit Filialen in Weikersheim, Lauda und Tauberbischofsheim. Unser Bild zeigt (von links) Marcel Nahr (stellvertretender Teamleiter Pflege), Claudia Zenkert (Leiterin Tagespflege), Ingrid Sachs (Pflegedienstleiterin), Kirsten Haug (Leiterin Mobiler Mittagstisch und stellvertretende Teamleiterin Hauswirtschaft/Betreuung), Marlies Melber (stellvertretende Leiterin Mobiler Mittagstisch, Tanja Schumacher (Leiterin Hauswirtschaft/Betreuung) und Silke Breuninger (Regionaldirektorin Mobile Dienste Nord). © Peter Keßler

Bad Mergentheim. Zuhause alt werden trotz gesundheitlicher Einschränkungen – seit 25 Jahren machen das die „Mobilen Dienste“ für viele Menschen möglich. Gegründet wurden sie als ambulante Einrichtung des Eduard-Mörike-Hauses.

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Die Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung 1995 änderte die Schwerpunkte im Bereich der Pflege. Jetzt galt „ambulant vor stationär“ oder „Versorgung zuhause vor Pflegeheim“. Dieser Herausforderung stellte sich auch die Evangelische Heimstiftung, die Trägerin des Eduard-Mörike-Hauses, und beschloss, einen eigenen ambulanten Pflegedienst aufzubauen. Nach Abschluss der Planung und der Versorgungsverträge mit den Pflege- und Krankenkassen wurden die „Mobilen Dienste“ im März 1997 offiziell eröffnet. Die erfahrene Fachkraft Elvira Graf erhielt die Leitung.

Neue Herausforderungen waren da zu bewältigen. Die Mitarbeiter mussten sich an andere Arbeitsabläufe und technische Hilfsmittel gewöhnen und Elvira Graf qualifizierte sich berufsbegleitend zur „Leitenden Pflegekraft für ambulante Pflegedienste“. Statt „Bewohnern“ hatte man nun „Kunden“ mit ganz anderen Ansprüchen zu versorgen und für das „Essen auf Rädern“ musste die Kapazität der bekannt guten Küche im Eduard-Mörike-Haus deutlich erhöht werden.

Sprung ins kalte Wasser

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Als Elvira Graf 2006 in den Ruhestand ging, versorgten bereits rund 50 Pflegekräfte Kunden in ganz Bad Mergentheim, Igersheim und angrenzenden Ortsteilen von Weikersheim und Niederstetten. „Die ersten Jahre“, so blickte die scheidende Pflegedienstleiterin zurück, „waren schon ein Sprung ins kalte Wasser“. Doch „es war zwar stressig, aber wir hatten die Chance, neue Wege zu gehen und allerlei auszuprobieren“.

Stetig weiter aufwärts ging es dann unter der Leitung ihrer bisherigen Stellvertreterin Silke Breuninger, vielseitig ausgebildet als „Fachhauswirtschafterin für ältere Menschen“, „examinierte Altenpflegerin“ und „Pflegedienstleiterin ambulant“. Neben den Pflegeleistungen und dem „Mobilen Mittagstisch“ boten die Mobilen Dienste auch Betreuung und hauswirtschaftliche Hilfen, Haus- und Familienpflege und Hausnotruf, Pflege- und Wohnraumberatung an, alles professionell von Fachkräften geleistet. Seit 2009 wurde eine eigene Zeitung, der „Mobilkurier“, herausgegeben.

Anfang 2010 erfolgte die Trennung vom Eduard-Mörike-Haus, d.h. die Mobilen Dienste arbeiten seitdem als eigenständige Einrichtung der Evangelischen Heimstiftung. Im gleichen Jahr wurde der „Freundeskreis der Mobilen Dienste“ gegründet mit Pfarrer Karl-Gottfried Kraft als Vorsitzendem, später abgelöst durch Gerhard Schilling.

Die rasche und anhaltende Aufwärtsentwicklung der Mobilen Dienste (bald wurden auch Assamstadt und Unterbalbach versorgt) machte Umzüge notwendig.

Im Jahr 2010 wurde die Einrichtung in die Maximilianstraße verlegt, schon zwei Jahre später bezog man größere Räume in der Propsteistraße. Hier war dann auch der nötige Platz für die Gründung der ersten solitären (nicht mit einem Heim verbundenen) Tagespflege im Main-Tauber-Kreis. Im Juli 2012 wurde sie mit 15 Plätzen eröffnet. Die Leitung der Tagespflege übernahm Elsbeth Gakstatter. Als Silke Breuninger überregionale Aufgaben in der Evangelischen Heimstiftung übertragen wurden (inzwischen ist sie „Regionaldirektorin Mobile Dienste Nord“), übernahm Ingrid Sachs übernahm die Stelle der Pflegedienstleiterin.

Das Jahr 2017 brachte entscheidende Erweiterungen für die Mobilen Dienste: In Tauberbischofsheim wurde eine Zweigstelle mit einer Tagespflege mit 15 Plätzen eröffnet, geleitet von Anna Janz. Im gleichen Jahr übernahm man die „Rundum-Pflege“ Lauda im i_Park Tauberfranken mit Martina Schwab als Pflegedienstleiterin.

Kurz vor Jahresende bezog die Zentrale in Bad Mergentheim neue Räumlichkeiten im Erdgeschoss des „Johann-Benedikt-Bembé-Stifts“ in der Herrenwiesenstraße. Hier war auch Platz für eine Tagespflege mit 25 Plätzen, aufgeteilt in zwei Gruppen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen somatisch und dementiell Erkrankter besser gerecht zu werden. Sie wird jetzt von Claudia Zenkert geleitet.

Der (vorläufige) Abschluss der Entwicklung der Mobilen Dienste erfolgte im Januar 2020 im Rahmen des Modells „WohnenPLUS“ in Weikersheim. In einem Gebäude nahe der Stadtmitte sind hier eine weitere Filiale der Mobilen Dienste (mit Pflegedienstleiterin Tatjana Siebert) sowie eine Tagespflege mit 15 Plätzen untergebracht. Außerdem gibt es dort eine ambulant betreute Wohngemeinschaft mit zwölf Plätzen, die hohe Versorgungssicherheit mit größtmöglicher Selbstbestimmung vereint, und daneben 32 Pflegewohnungen. Diese sind ausgestattet mit dem neu entwickelten Assistenzsystem „Aladien“, das zusätzliche Sicherheit bietet. Die schwierige Zeit der Corona-Pandemie haben die „Mobilen Dienste“ gut bewältigt.

„Wir konnten“, so Silke Breuninger, „unserem Auftrag jederzeit gerecht werden und unsere Kunden wussten das auch zu schätzen. Es sei nicht immer einfach gewesen, die menschliche Nähe mit den nötigen Schutzmaßnahmen zusammen zu bringen“. Es schmerze, dass auch die Mobilen Dienste nicht ganz von der Corona-Pandemie verschont geblieben seien, doch „wir freuen uns über die positiven Signale und blicken zuversichtlich in die Zukunft“.

Der geplante Festakt zum 25-jährigen Bestehen der „Mobilen Dienste“ wurde pandemiebedingt durch eine kleine Feierstunde im Kreis der Mitarbeiter ersetzt. Die Regionaldirektorin nutzte die Gelegenheit, um ihnen für ihre Arbeit zu danken. Viel habe man erreicht – derzeit habe man rund 1550 Kunden, die durch 172 Mitarbeiter versorgt würden.

„Mit Ihnen zusammen“, so betonte sie, „werden wir auch weiterhin Tag für Tag unseren Kunden beistehen und ihnen ein sicheres und angenehmes Leben zu Hause ermöglichen“. Kundenfreundlich und fachkundig wolle man auch weiterhin wirken. Dabei sei es sei für die Mobilen Dienste „selbstverständlich, dass in der Pflege examinierte Fachkräfte im Einsatz sind“.

Freier Autor

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