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Schweinezüchtervereinigung Mergentheim

Mit immer mehr Herausforderungen zu kämpfen

Bei der Jahreshauptversammlung auf die aktuelle Lage geblickt

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tze
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Bad Mergentheim. „Die Schweinebetriebe haben in den letzten Jahren mit immer mehr Herausforderungen zu kämpfen durch Corona, Afrikanische Schweinepest, Verbringungsverbote, immer mehr Auflagen und eine ausufernde Bürokratie“, bedauerte Friedrich Rahn, der Vorsitzende der Schweinzüchtervereinigung Mergentheim, zu Beginn der Jahreshauptversammlung in Schäftersheim.

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Mehr Planungssicherheit

„Zum Beispiel sind aufgrund von Änderungen der Tierschutz- oder Nutztierhaltungsverordnung aufwändige Umbaumaßnahmen nötig“, ergänzte Geschäftsführer Meinhard Stärkel. Dies gelte vor allem für die Sauenhaltung. Kein Wunder, dass in den beiden vergangenen Jahren ein Fünftel der Schweinehalter die Stalltüren für immer geschlossen habe. Es gäbe jedoch Chancen, wenn der Verbraucher regionale Produkte in höchster Qualität nachfragen würde.“ Dem sei leider nicht so, berichtete der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Friedrich Reinhard. So habe man in Niederstetten, mitten im schweinestarken Raum, den Soldaten Schweinefleisch aus Polen serviert, weil der Einkauf zentral und nach dem billigsten Anbieter erfolge. Es brauche eine stabile Finanzierung und gleichzeitig Änderungen im Bau- und Genehmigungsrecht sowie zwingend mehr Planungssicherheit.“

Friedrich Reinhard nahm auch die einstimmige Entlastung von Vorstand, Geschäfts- und Kassenführung vor. Albrecht Löblein berichtete von den Vorkehrungen gegen die Ausbreitung der ASP durch mangelhafte Müllentsorgung an der hiesigen Bundesstraße. Es wurden größere Müllbehälter und Dixiklos aufgestellt. Zudem kündigte er den Besuch vom Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir in Niederstetten an.

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Dr. Carmen Schöneck ist die neue Amtsleiterin des Veterinäramtes in Bad Mergentheim. Sie blickt auf eine vielfältige Berufserfahrung zurück und ist seit 2005 im Landesdienst. Sie informierte über die vielfältigen getroffenen Maßnahmen zur Biosicherheit und empfahl das neutrale Beratungsangebot der Tierseuchenkasse.

Zuchtgeschehen

Zuchtleiter Albrecht Weber stellte einige Streiflichter des aktuellen Zuchtgeschehens vor. „Der Maternalfaktor ist ein hervorragendes Instrument zur Verbesserung der Aufzuchtleistung und der Mütterlichkeit und zur Reduzierung der Verluste. Er wird im Zuchtprogramm umgesetzt und führt zu einem spürbaren Effekt.

Ein Gemeinschaftsprojekt zu Ferkelvitalität mit Nachkommenprüfung und Zuchtwertschätzung werde erstellt mit mehr als 30 000 Würfen und diene als Datengrundlage für die Zuchtwerte von 4200 Eber. Mit „GenEthisch“ erfolgt die Zucht für unkupierte Schweine und dem Ziel eines verminderten Risikos für Schwanzverletzungen.

Kooperation

Agraringenieurin Tina Stiefel ist neue Leiterin der Besamungsstation Abstetterhof. „Seit August 2020 bestehe eine Kooperation zwischen der Besamungsunion Schwein und der Genossenschaft zur Förderung der Schweinehaltung. Es erfolge ein Spermaaustausch und eine Unterstützung in der Logistik. Damit werde eine Erweiterung und Verbesserung des Angebots für alle Parteien erreicht und nahezu jede Genetik in Vater- und Mutterrasse könne bestellt werden“, berichtete sie.

Der junge Landwirtschaftsmeister Martin Stodal präsentierte seine langjährigen Praxisversuche zum Thema „Langschwanz“. Der konventionelle Betrieb Stodal hält 240 Zuchtsauen, 1700 Ferkel, 1200 Mastschweine und betreibt 120 Hektar Ackerbau in Freudenbach und ist seit 2009 Versuchsbetrieb und beteiligt am Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz. Die Ferkel werden in Haltungsstufe 4 ´gehalten, das heißt Langschwanz, Auslauf und Video-Blog. Im Maststall gilt Haltungstufe 3 Langschwanz und Video-Blog. Der Start begann 2009 mit „Langschwanzversuch Beißen und/oder Nekrosen“ und dieses Jahr folgte der Praxisversuch „Langschwanz ohne Nekrosen/Beißen 2022“. Diese Erfahrungen, Beobachtungen und Praxistipps vermittelte Martin Stodal seinen gespannt lauschenden Berufskollegen.

Klar wurde dabei, dass nur echte Tierhalter, die sich mit Herzblut ihren anvertrauten Geschöpfen widmen, beim Langschwanz Erfolge vermelden können – und Tierwohl gibt es nicht zum Nulltarif. Auch für den Betrieb Stodal lautet das bisherige Ergebnis: 100 Prozent Langschwanz sind nicht möglich, aber 90 Prozent der Ferkel behalten gesunde Schwänze . Und unverständlicherweise hat der Tierfreund Schwierigkeiten bei der Vermarktung von Langschwanzferkeln. tze

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