Bericht aus New York - Selina Mühleck aus Wachbach vertritt "Irland" bei der UNO / Schwierige Beratungen haben begonnen Menschenrechte erfordern harte Verhandlungen

Von 
Sascha Bickel
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Aufregend ist die Weltbühne der Diplomatie bei der UNO in New York, die Selina Mühleck gerade kennenlernt.

© FN

Wachbach/New York. Die seltene Gelegenheit tief in die Welt der Diplomatie einzutauchen, direkt in New York am Sitz der UNO, nutzt Selina Mühleck aus Wachbach in diesen Tagen. Sie berichtet über den "Großen Teich" hinweg von ersten Verhandlungserfolgen ihrer "irischen Delegation".

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Mitte März stellten die FN die 21-jährige Studentin der Uni Würzburg vor, die zusammen mit über 5000 Kommilitonen aus aller Welt an einer Simulation teilnimmt, die das Verhandeln und Taktieren der 193 UN-Mitgliedsländer abbildet.

Die aufregenden Feiern zum St. Patrick's Day in New York und die kurze Besichtigung der Hauptstadt Washington waren kaum geschafft, da ging es zurück an den Hudson River und auf internationales Terrain. Denn das Gelände des UN-Hauptquartiers gehört nicht zu den USA. Es hat eine eigene Polizei, Poststelle und anderes mehr. Briefings zu verschiedenen, komplexen Themen standen an und natürlich Führungen. "Es war schon beeindruckend Räume zu betreten, in denen beispielsweise das Mädchen Malala ihre UN-Rede gehalten hat", teilt Selina Mühleck den FN mit. Malala Yousafzai ist eine Kinderrechtsaktivistin aus dem Swat-Tal in Pakistan. 2014 wurde ihr der Friedensnobelpreis zuerkannt.

Generalsekretär Ban Ki-Moon sahen die deutschen Studenten von nahem als vor kurzem Feierlichkeiten im Gedenken an die Abschaffung der Sklaverei auf dem UN-Gelände stattfanden. Schließlich besuchte man noch die Deutsche UN-Vertretung, ehe die "Opening Ceremony" der Simulation anstand.

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Selina Mühleck hat einen Sitz im Menschenrechtsrat der UNO. Den FN berichtete sie, dass die ersten großen Debatten im Rat schon über die Prioritätensetzung bei den Themen aufkamen. Letztendlich wurde entschieden zunächst über "Promoting and Protecting Human Rights in Post-Conflict Societies" (Förderung und Schutz der Menschenrechte in Nachkriegsgesellschaften) zu verhandeln. "Während mein 'Kollege' Valentin sich mit einer Gruppe aus Frankreich, Estland und Rumänien der Verbesserung der Frauenrechte annahm, habe ich als offizielle Vertreterin Irlands im Folgenden begonnen, mit Deutschland, Italien, Großbritannien und Russland über Maßnahmen zur Wiedereingliederung von Flüchtlingen sowie die Verbesserung deren Lebensbedingungen zu reden. Wir versuchen möglichst viel mit den EU-Ländern zusammen zu arbeiten, um möglichst geschlossen als Europa aufzutreten", gewährt die 21-Jährige erste Einblicke ins Diplomatenleben. "Bis jetzt waren diese Verhandlungen sehr erfolgreich: Irland ist in den Resolutionsentwürfen zu diesen beiden Themen als 'Sponsor', das heißt als einer der Initiatoren/Anführer der Resolution, eingetragen."

Schwierig gestalten würden sich die Gespräche mit Ländern wie den Vereinten Arabischen Emiraten und China - "einfach, weil diese Länder ein anderes Verständnis von grundsätzlichen Menschenrechten haben als westliche Länder und es dann natürlich schwierig ist, einen Kompromiss zu erreichen". Kompliziert sei auch das Verhandeln mit Ländern, die komplett "out of character" seien, das bedeute, "sie handeln nicht, wie ihr Land eigentlich handeln würde. Hierfür ist Äthiopien diesmal ein Beispiel."

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"Bis jetzt sind wir als irische Delegation", die von den Studenten der Uni Würzburg mit Leben erfüllt wird, "sehr, sehr zufrieden. Wir bekamen auch schon zweimal die Möglichkeit, eine Rede vor dem Rat zu halten. Die ganze Delegation arbeitet sehr hart, um die Ziele Irlands durchzusetzen und wir treffen uns auch jeden Abend, um zu besprechen wie es bisher gelaufen ist. Aber ich glaube, bis jetzt läuft alles nach Plan", so Selina Mühleck, die den Fränkischen Nachrichten fasziniert von ihren Erlebnissen aus New York berichtet.