Aktion "1 Million Sterne" - Solidarität mit Flüchtlingen gezeigt / Mit dem Projekt Schulpatenschaften aktiv werden Lichtermeer für mehr Mitmenschlichkeit

Von 
Hans-Peter Kuhnhäuser
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Viele Passanten blieben stehen und bewunderten den von 900 Kerzen illuminierten Marktplatz. Häufig ergaben sich auch Gespräche - mit den Jugendgemeinderäten, aber auch mit den Vertreterinnen des Integrationsnetzwerks.

© Hans-Peter Kuhnhäuser

Mehr als 900 Kerzen brannten am Freitagabend auf dem Marktplatz. Das Lichtermeer war ein Zeichen für mehr Mitmenschlichkeit - in der Welt, aber auch vor Ort.

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Bad Mergentheim. Eifrige Betriebsamkeit erfüllte den Marktplatz schon am Nachmittag. Zunächst fielen nur einige junge Leute auf, die sich offenbar berieten. Dann wurde zur Tat geschritten - Kartons wurden aufgestellt und geöffnet, ein Stand nahe des Milchlingsbrunnens errichtet, ein anderer kam später noch vor dem Alten Rathaus hinzu.

Ab 16 Uhr wurde dann richtig geschafft, denn mehr als 900 Kerzen stellten die 15 jungen Leute auf dem Marktplatz und am Milchlingsbrunnen auf. "Kreativ-Design" sagte Pauline Löffler vom Bad Mergentheimer Jugendgemeinderat dazu, denn ein Motiv war da noch nicht zu erkennen.

Präsenz gezeigt

So entstand ein Rechteck, darin eine große Raute, drei Herzen und ein Stern, und die brennenden Kerzen schufen eine überaus stimmungsvolle Atmosphäre und tauchten den Marktplatz und den Brunnen in ein warmes Licht.

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Die erste Aktion des neu gewählten Gremiums ging gleich in die Vollen - öffentlichkeitswirksam hat man die "1 Million Sterne-Aktion" des Caritasverbands zum Anlass genommen, gleich auf zwei Dinge hinzuweisen und zudem Präsenz zu zeigen. Das Lichtermeer sollte nämlich an die Flüchtlinge weltweit erinnern, darauf aufmerksam machen, dass diese Menschen unsere Solidarität brauchen. Zudem sollte die Aktion auch Gelegenheit geben zum Austausch und Kennenlernen. Als der OB um kurz vor 17 Uhr eintraf, stellte er ganz spontan ein paar Kerzen auf. Gespräche mit den Jugendlichen folgten, aber auch einige Passanten sprachen den OB an, und der gab bereitwillig Auskunft.

Am Stand beim Brunnen gab es Punsch und Plätzchen, zudem interessante Gesprächspartner: Neben Jugendgemeinderäten standen auch Vertreterinnen des Integrationsnetzwerks - Mareike Löffler, Karin Aeckerle, Dr. Silvia Krehr - sowie Maria Maler vom Kolping Bildungswerk Rede und Antwort. Viele Informationen gab es zum neuesten Integrationsnetzwerk-Projekt, der Schulpatenschaft. "Bisher haben wir Kontakte zur EPE geknüpft, weitere Schulen wollen wir noch gewinnen", sagt Mareike Löffler. Hausaufgabenunterstützung, gemeinsam Sport treiben, einfach miteinander reden: das sollen Schüler mit Flüchtlingskindern und Jugendlichen.

Gemeinsam Freizeit gestalten

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Sich kennenlernen, gegenseitig unterstützen, die Freizeit gestalten und so einen Beitrag zur nicht-schulischen Integration leisten, das ist der tiefere Sinn dieses Projekts, das der Jugendgemeinderat ebenfalls unterstützt. Pünktlich um 17 Uhr - es ist schon dunkel - werden dann die Kerzen angezündet. Auch hierbei waren viele helfende Hände gefordert. Pauline Löffler wies nochmals auf den Zweck der Aktion hin: die Jugendgemeinderäte wollten ein Zeichen setzen für mehr Mitmenschlichkeit. Auslöser waren Berichte über Flüchtlingslager im Libanon gewesen. Das kleine arabische Land hat Millionen Menschen aufgenommen und braucht die Hilfe der internationalen Gemeinschaft. Aber auch vor Ort müsse man handeln, fanden die Jugendlichen. OB Glatthaar sagte, dass aktives Eintreten für Integration eine Daueraufgabe sei. Und da in Bad Mergentheim viele Migranten und Flüchtlinge lebten, sei diese erste Aktion des neuen Jugendgemeinderates mehr als beachtlich, ja eine "tolle Sache". So zeigten die Jugendlichen, dass sie sich Gedanken über das Zusammenleben in der Stadt machen.

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Einen Beitrag zur Unterhaltung lieferten drei, später dann vier Mitglieder der im Jugendhaus Marabu probenden Combo "Grup Roj". Mit Gesang, Gitarre, einer arabischen Bouzuki und später auch einer Flöte präsentierten sie besondere Klänge. Morgenland-Rap ist in der Stadt schließlich sonst kaum zu hören.