Freiwillige Feuerwehr Bad Mergentheim - Neuer Chef seit wenigen Wochen im Dienst / Nachfolger von Andreas Geyer, der im Mai Kreisbrandmeister wird Lars Rudolph neuer Stadtkommandant

Von 
Sascha Bickel
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Lars Rudolph ist der neue Stadtkommandant der Feuerwehr Bad Mergentheim. Das Bild entstand an der Hauptfeuerwache der Kurstadt. © Sascha Bickel

Lars Rudolph (44) ist der neue Chef der Bad Mergentheimer Feuerwehr. Er verfügt aktuell über 480 einsatzbereite, gut ausgebildete Kameraden.

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Bad Mergentheim. Lars Rudolph hat zum 1. März den Posten des hauptamtlichen Stadtkommandanten übernommen und ist von Beginn an auch mit der Corona-Krise beschäftigt. Er stellte sich auch dazu den Fragen der Redaktion.

Der 44-Jährige ist nun innerhalb der Stadtverwaltung neuer „Sachgebietsleiter für Feuerwehr und Katastrophenschutz“. Er folgt auf Andreas Geyer, der als Kreisbrandmeister zum Landratsamt Main-Tauber gewechselt ist und dort eingearbeitet wird, ehe er im Mai sein neues Amt antritt.

Lars Rudolph ist verheiratet und hat eine 14-jährige Tochter. Ein Umzug der Familie nach Bad Mergentheim ist beabsichtigt, wie er auf Nachfrage bestätigt. Rudolph arbeitete unter anderem 17 Jahre lang bei der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main – als Einsatzbeamter, Rettungsassistent und Lehrrettungsassistent. Zuletzt war er bei der Regierung von Oberbayern als Brandinspektor im Fachbereich „Krisenmanagement“ sowie als Lehrkraft an der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried, südlich von München, im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, tätig.

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Im kommenden Jahr wird er mit der Weiterbildung für den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst beginnen. „Wir freuen uns, dass wir mit Lars Rudolph einen neuen Kommandanten mit umfangreicher Erfahrung im Feuerwehr- und Rettungswesen für Bad Mergentheim gewinnen konnten“, sagt Oberbürgermeister Udo Glatthaar. „Ich wünsche ihm eine glückliche Hand und Gestaltungsfreude dabei, unsere Feuerwehr im Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen zu führen, zu organisieren und zu entwickeln.“

Herr Rudolph, Sie haben Ihren neuen Posten in Zeiten der weltweiten Corona-Krise angetreten. Wie kommt die Feuerwehr Bad Mergentheim mit ihr klar?

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Lars Rudolph: In solchen Krisenzeiten gilt es auch die Einsatzkräfte zu schützen. Das machen wir und haben Einsatzverfahren deshalb abgeglichen und angepasst. Die Feuerwachen sind zum Beispiel für Gäste gesperrt. Einmalhandschuhe und Mundschutzmasken stehen den Einsatzkräften zur Verfügung. Alle Übungen und gesellige Veranstaltungen sind intern abgesagt.

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Wie hilft die Feuerwehr Bad Mergentheim in der Krise?

Rudolph: Beispielsweise durch Einsatzfahrten zur Weiterverteilung von Schutzkleidung innerhalb des Landkreises.

Wie sieht das allgemeine Einsatzgeschehen aktuell aus?

Rudolph: Wir merken auch, dass gerade weniger los ist – auf den Straßen, aber auch in Form von Brandmeldealarmen zum Beispiel.

Kommen wir auf Sie persönlich und Ihren neuen Posten zu sprechen: Wie wurden Sie in der Kurstadt aufgenommen?

Rudolph: Ich wurde sehr freundlich und herzlich aufgenommen. Die offene Art hat mich sofort begeistert.

Welche Eindrücke haben Sie von Bad Mergentheim?

Rudolph: Meine Eindrücke waren gleich sehr positiv. Die Region, in der Bad Mergentheim liegt, gefällt mir sehr gut. Es gibt viele Möglichkeiten, sich sportlich in der Natur zu betätigen. Die Vielfalt in der Bebauung, die Flächenausdehnung bis in die Ortsteile ist beeindruckend. Eine gute Infrastruktur bis zur schönen Altstadt macht Bad Mergentheim sehr interessant.

Kannten Sie die Kurstadt vor Ihrer Bewerbung schon?

Rudolph: Bad Mergentheim kannte ich erstmal nur von Erzählungen. Mehr Informationen über die Kurstadt bekam ich dann von einem ehemaligen Arbeitskollegen. Er selber ist in der Region Main-Tauber aufgewachsen.

Wie sehen Sie den Zustand der örtlichen Feuerwehr und auf wie viele einsatzbereite Frauen und Männer können Sie aktuell zählen?

Rudolph: Die Feuerwehr ist personell gut aufgestellt. Wir verfügen aktuell über 480 einsatzbereite, gut ausgebildete Kameraden. Die nächsten Jahre werden wir weiterhin in Fahrzeuge und Feuerwehrhäuser investieren müssen. Dafür wurde bereits ein Bedarfs- und Entwicklungsplan erstellt.

Was sind Ihre Stärken, vor allem im Bezug auf die Feuerwehr, und was wollen Sie in Ihrer neuen Position einbringen?

Rudolph: Meine Stärke ist die Erfahrung in den Bereichen Feuerwehr (17 Jahre bei einer Berufsfeuerwehr), Rettungsdienst (Praxisanleiter und Lehrrettungsassistent) und Krisenmanagement (Staatliche Feuerwehrschule Geretsried in Bayern). Langjährige Tätigkeit im Einsatzdienst einer Berufsfeuerwehr sowie ehrenamtliche Tätigkeit bei einer Freiwilligen Feuerwehr gehören zu meiner Vita. Somit kann ich mich sowohl in die Lage der Hauptamtlichen als auch in die der Ehrenamtlichen sehr gut hineinversetzen. Als weitere Stärken würde ich Teamfähigkeit, mein Durchsetzungsvermögen und die soziale Kompetenz noch erwähnen. Ich möchte gerne meine Kenntnisse und Erfahrungen einbringen um die Feuerwehr weiterzuentwickeln und zukunftssicher zu machen.

Welche Aufgaben und Themen stehen aktuell auf Ihrer Agenda?

Rudolph: Aktuell bin ich noch dabei die Kameraden, meine neuen Kollegen und die Strukturen der Verwaltung kennenzulernen. In Vorbereitung auf das Jahr 2021 stehen jetzt schon Haushaltsplanungen inklusiver notwendiger Beschaffungen – etwa im Fahrzeugbereich – an. Das soll auch im Dialog mit den zuständigen Abteilungskommandanten geschehen.

Und natürlich betrifft uns auch als Feuerwehr das Thema Corona-Pandemie weiterhin. Wir müssen in jedem Fall einsatzfähig bleiben und unsere Einsatzkräfte entsprechend schützen.

Wo sehen Sie nach den ersten Eindrücken Handlungsbedarf?

Rudolph: Eine große Herausforderung sehe ich in der Tagesverfügbarkeit von Einsatzkräften. Viele Kameraden arbeiten nicht mehr im Umkreis und sind somit nicht greifbar für den Einsatzdienst tagsüber.

Um die Tagesalarmstärke weiterhin gewährleisten zu können, müssen wir neue Mitglieder werben. Auch Arbeitnehmer, die nur beruflich in der Stadt sind, sollten wir für die Feuerwehr begeistern – sofern der jeweilige Arbeitgeber mitzieht.

Redaktion Hauptsächlich zuständig für die Große Kreisstadt Bad Mergentheim