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Cafehausplauderei

Kleine Welt mit prägender Kraft

Willi Mönikheim über Heimat und Kindheit

Von 
tze
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Bad Mergentheim. Der Astrophysiker und Naturphilosoph Harald Lesch und der katholische Theologe Thomas Schwartz sehen in ihrem Buch „Unberechenbar – das Leben ist mehr als ein Gleichung“ im Dorfleben die Chance der Zukunft.

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Deren Gedanken nahm bei der Caféhausplauderei in der Wandelhalle der ehemalige Bauernpfarrer Willi Mönikheim im Gespräch mit Kurseelsorgerin Angelika Segl auf und schilderte anschaulich, wie ihn das Aufwachsen im Dorf geprägt hat.

„Mein Heimatdorf ist Ebertsbronn. Dort lebten meine Eltern, dort bin ich aufgewachsen. Die frühesten Erinnerungen, aus der zweiten Hälfte der vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts, haften an der großen Obstbaumwiese, die wir als Viehweide nutzten. Dann taucht der Viehstall in meiner Erinnerung auf, die krausköpfigen Kälber die quietschenden Ferkelchen. Andererseits aber auch der kämpferische Gockel unserer Nachbarin.

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Interessant, dass erst jetzt Menschen das Bild zu beleben beginnen, denen ich viel zu verdanken habe: Die Mutter, die dafür sorgte, dass es an nichts fehlte. Der Vater, den ich erst mit dreieinhalb Jahren kennenlernen konnte. Als er, aus englischer Kriegsgefangenschaft kommend, auf uns zukam, soll ich gesagt haben: Gell, Mama, der Onkel haaßt Babba.

Auf der Bildfläche meiner Erinnerungen erscheint die bettlägerige Flüchtlingsfrau, die bei uns einquartiert war. Sie erzählte wundersame Geschichten von ihrem Zuhause und weckte in mir die Neugier nach einer Welt, die so ganz anders war als die Heimat.

Warum erzähle ich das so ausführlich? Weil das alles entscheidend mein Leben, mein Bild von Heimat mit geprägt hat. Ich bin damals nicht nur in meine Heimat hinein gewachsen, sondern gleichzeitig ist ein Bild von Heimat in mich hinein gewachsen. Und dieses Bild begleitet mich mein Leben lang und hilft mir immer wieder neu, Heimat zu finden – und sie ‘nach meinem Bilde’ zu gestalten -egal wo ich wohne und lebe. Ich denke, das geht sicher nicht nur mir so. Rückblickend denke ich manchmal: Wie klein ist doch die Welt eines Kindes – und wie groß ist die prägende Kraft, die davon ausgeht!“ tze

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