Nachruf - Irene Fabjaniak war beharrlich treibende Kraft für Hilfsprojekte und Weltladen Jahrzehnte für den Nächsten engagiert

Von 
wlv
Lesedauer: 

Bad Mergentheim. Das Himmelreich ist wie ein Schatz, der in einem Acker verborgen ist. Ein Mensch entdeckt den Schatz. Voll Freude geht er hin und verkauft alles, was er besitzt. Vom Erlös aber kauft er den Acker. Dieser Schatz ist für die anderen unsichtbar.

AdUnit urban-intext1

Irene Fabjaniak hat fast dreißig Jahre in Bad Mergentheim für diesen Schatz gearbeitet. Wenige Jahre nachdem sie 1985 aus Oberschlesien in die Kurstadt gekommen war, wurde sie Gründungsmitglied des Missionsausschusses der katholischen Münstergemeinde St. Johannes Baptist.

Entwicklung gestaltet

Irene Fabjaniak, eine Pionierin des fairen Handels in Bad Mergentheim, ist im Alter von 85 Jahren gestorben. © WLV

Als der Gedanke aufkam, fairen Handel zu betreiben und aus dem Erlös konkrete Hilfsprojekte zu unterstützen, war Irene Fabjaniak mit von der Partie. Agil, aktiv, engagiert, mit dem Herz am rechten Fleck, gestaltete sie zusammen mit Glaubensbrüdern und -schwestern die Entwicklung von den ersten Verkaufsständen bis hin zum Weltladen in der Zaisenmühlstraße.

Als 2012 über die Zukunft des Weltladens zu entscheiden war, setzte sich Irene Fabjaniak wegweisend und zielstrebig für die Gründung des Trägervereins ein. Noch bis 2016 trug sie im Weltladenbetrieb aktiv zum weiteren Gelingen bei. Mit wachem Interesse begleitet hat sie ihr Herzensanliegen bis zuletzt. In all den Jahren war ihr keine Arbeit zu viel. Wie viele Kuchen sie gebacken und gespendet hat, wie viele Stunden eingesetzt, um Menschen zu helfen, die Hilfe brauchten, das kann wohl niemand mehr sagen. Mit ihrer charmanten, direkten Art hat sie die Dinge oft auf den Punkt gebracht und so Türen geöffnet.

Gemeinschaftssinn

AdUnit urban-intext2

Durch Gemeinschaftssinn und Beharrlichkeit haben Irene Fabjaniak und der Missionsausschuss, die Kolpingfamilie und der Weltladen Menschen in vier Kontinenten ein besseres Leben ermöglicht. Die Liste der Hilfe reicht von Brillen und Lernmaterial für Kinder in Albanien bis zu windbetriebenen Wasserpumpen für Menschen in Zimbabwe. Nicht zu vergessen: eine Kuh und ein Zugochse für eine bedürftige Familie in Indien.

Nun ist dieses Leben, das so reich war an Hilfsbereitschaft, zu Ende gegangen. In ihrem Engagement bleibt Irene Fabjaniak ihren Weggefährten in Erinnerung und für alle ein Vorbild. wlv