Erinnerung an ehemaligen OB - Vor zehn Jahren verstarb Dr. Elmar Mauch, der 33 Jahre lang an der Spitze der Stadt stand / Eine Straße könnte nach ihm benannt werden „Ich habe vor allem meine Pflicht getan“

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Joachim W. Ilg
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Am Sonntag, 14. Februar, jährt sich der Todestag des ehemaligen Oberbürgermeisters der Stadt Bad Mergentheim zum zehnten Mal. Dr. Elmar Mauch vereinte Bildung, Geist und Witz.

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Bad Mergentheim. Dr. Elmar Mauch war eine außergewöhnliche Erscheinung im kommunalpolitischen Alltag der Stadt Bad Mergentheim, an deren Spitze er 33 Jahre lang erst als Bürgermeister und dann als Oberbürgermeister stand. Er hatte etwas Großbürgerliches an sich, war gebildet, ein brillanter Rhetoriker, der druckreife Ansprachen zum Besten gab.

„Stadtkönig“

Dr. Elmar Mauch. © Stadt Bad Mergentheim

Geist, Witz und Schlagfertigkeit prägten sein Auftreten, das er auch mit Ironie und lateinischen Redewendungen zu würzen verstand. Dass er auch als „Stadtkönig“ und „weißhaariger Patriarch“ betitelt und belächelt wurde, schmälert nicht sein Ansehen, das auch weit über die Grenzen der Stadt hinaus auf Hochachtung und Respekt stieß.

1962 wurde Dr. Mauch zum Bürgermeister Bad Mergentheims gewählt, wobei seine Amtszeit so erfolgreich verlief, dass er dreimal bei den Wahlen 1970, 1982 und 1990 wiedergewählt wurde, bis er 1995 aus dem Amt des Oberbürgermeisters altershalber ausschied und sich in seine Geburtsstadt Pfullendorf zurückzog, wo er am 14. Februar 2011 im Alter von 83 Jahren verstarb.

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Mauchs Lebensauffassung stand unter dem deutlichen Einfluss preußischer Tugenden wie Pflichterfüllung, Sparsamkeit und Verantwortungsbewusstsein. In seinem Amtszimmer im Rathaus am Marktplatz hing vom ersten Tag seiner Amtszeit an geradezu demonstrativ ein Bild, das Friedrich den Großen zeigte. Der Preußenkönig war sein Vorbild. „Ich habe vor allem meine Pflicht getan, und dafür verlange ich keine Auszeichnung“, hatte er seine Ablehnung der in Aussicht gestellten Ehrenbürgerwürde und des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse begründet.

Eine Auszeichnung, die er sich dennoch nicht nehmen ließ, wurde ihm seitens des Städtetages Baden-Württemberg zuteil, als er im Jahre 2004 neben 28 weiteren Bürgermeistern und Oberbürgermeistern, die mehr als 30 Jahre im Amt waren, geehrt wurde. Vom Städtetag aus grüßte er „die Bürgerinnen und Bürger Bad Mergentheims herzlich“.

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Zu Mauchs herausragenden Verdiensten zählt die Gemeindereform, wobei ihm „geschicktes, aber auch redliches Auftreten in den Nachbargemeinden“ bescheinigt wurde. Durch die Eingemeindungen gewann die Stadt 13 Ortsteile hinzu, was dazu führte, dass die Einwohnerzahl über 20 000 stieg und Bad Mergentheim von der Landesregierung 1975 zur Großen Kreisstadt erhoben wurde. Seit diesem Zeitpunkt konnte er den Titel Oberbürgermeister führen.

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Auch auf dem Gebiet des Kur- und Tourismusgeschehens hat sich Mauch stark engagiert, wobei er maßgeblichen Anteil daran hatte, dass der aufgrund der Gesundheitsreform bedingte Rückgang der Kurgastzahlen durch die Ansiedlung mehrerer Spezialkliniken abgemildert werden konnte. Zusammen mit dem damaligen Kurdirektor Horst Galvagni initiierte Mauch den Bau des Badeparks „Solymar“.

Als Mauch am 14. Februar 2011 in Pfullendorf verstarb, trauerte die Große Kreisstadt Bad Mergentheim um ihren ehemaligen Oberbürgermeister, der „sich um unsere Stadt in hohem Maße verdient gemacht hat“. Eine Straße, wie bei einigen seiner Amtsvorgänger, wurde nach Dr. Mauch bis heute nicht benannt. Die Stadtverwaltung sei aber „selbstverständlich offen dafür, auch nach dem langjährigen OB Dr. Mauch eine Straße zu benennen“, teilt Giorgio Ebert, stellvertretender Pressesprecher mit. Allerdings sei die Umbenennung größerer Straßen sehr schwierig, und die in den Baugebieten neu entstandenen kleineren Sträßchen seien aus Sicht der Verwaltung nicht angemessen gewesen, Dr. Mauch als Persönlichkeit zu würdigen. „Wenn in künftigen Baugebieten wieder größere zusammenhängende Straßen entstehen, können wir uns durchaus vorstellen, dem Gemeinderat die Benennung einer Dr.-Mauch-Straße vorzuschlagen“, stellt die Stadt in Aussicht.