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Leserbrief - Zu „Geschäfte und Handel wieder öffnen“ (FN 19. Januar)

Hoffnung kommuniziert auch weiterhin Vertrauen

Von 
Leserbrief-Schreiber: Diakon Reiner Thoma
Lesedauer: 

Wir brauchen einen Fahrplan aufgrund der Corona Pandemie“, fordern auch zunehmend die Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften und auch die immer mehr unter Druck geratenen Inhaber der einzelnen kleinen Geschäfte und Lokale! „Wie soll das überhaupt weitergehen“? Übernimmt sich der Staat mit seiner politischen Lenkungsfunktion im Lockdown?

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Ich kann die schlechte Stimmung in dieser Situation verstehen und ich erinnere mich als Handwerksmeister allzu oft an Situationen, wenn im gefluteten Laden und Backstube durch Hochwasser viel kaputt ging und wochenlang nichts mehr ging, aufgrund unserer zwei weiterhin geliebten Wertheimer Flüsse!

Ich kann diese Situation verstehen, wenn ich schon 14 Tage im Internet mit ansteigenden Druck wegen eines Impftermins versuche, zum Beispiel den verfrimelten Code einzugeben oder erst mal anzurufen, dreimal am Tag, für meinen Vater, als pflegender Angehöriger.

Wie können alleinlebende ältere Menschen, die es akut betrifft, erst damit umgehen? Ich kann diese Situation verstehen, wenn Schwestern, Pfleger und Ärzte von uns Hände klatschend begrüßt werden. Weiterhin sind alle in den sozialen Bereichen Arbeitenden besonders herausgefordert und haben meine größte Hochachtung!

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Als Altenpfleger will ich anfügen; All zu oft sind genannte Berufsgruppen im Seniorenheim und Krankenhaus vor Corona jahrzehntelang vergessen worden! Ich kann diese Situation versuchen, jeden Tag neu zu bewerten, denn mit diesem Virus sind wir alle gleich, genauso gleich schlimm gezeichnet, mit Trauer, Leid und Ausgrenzung.

Es macht uns dabei mehr und mehr angreifbar, je länger dieser Zustand noch anhält! Da wachsen Unzufriedenheit und Hass! Antagonist ist der Impfstoff, das vorhandene Zeitfenster und die goldene Regel der Nächstenliebe, denn dabei gilt es ebenfalls, zuerst auf sich zu schauen, gerade in dieser Ausnahmesituation dieses schon jetzt schlimmen Jahrhundert-Ereignisses.

Wie reagiere ich, wenn mein Nächster am Boden liegt, gehe ich vorbei oder helfe für die Solidargemeinschaft als Mitmensch und als guter Kunde mit, wieder aufzustehen! So gilt trotz leider vorhandenen Bruchstellen weiterhin genauso der Generationenvertrag!

Ich hoffe auf kein aktuelles Hochwasser, auch wenn die ehemalige Backstube inzwischen leer steht. Ich hoffe weiterhin stellvertretend auf einen schnellen Impftermin für alle über 80-Jährigen. Ich hoffe, dass viele junge Menschen in sozialen Berufen weiterhin lebendige Erfüllung finden! Und ich hoffe, dass die kleinen Geschäfte und Lokale überleben. Denn Hoffnung kommuniziert auch Vertrauen! Gerade jetzt gibt es politische Entscheidungen, die man nicht verstehen kann, weil diese mit, richtigerweise Vorsicht und derzeitigem Wissensstand begründet, dem Bürger schwer zu vermitteln sind. Wir dürfen aber froh sein, mit der schnellen Entwicklung und Impfung eines funktionierenden Corona-Wirkstoffs zur Bekämpfung dieser Katastrophe.

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Das kommende Zeitfenster mit hoffentlich vielen helfenden Injektionen wird letztlich der Schlüssel sein, wie erfolgreich wir sein werden.

Damit wird kulturelles Leben wieder bunt, Schulen und soziale Einrichtungen laufen wieder an, und die kleinen Geschäfte können wieder feierlich für Kundschaft aufgeschlossen werden!

Das zu jeder Zeit immer gültige und mitgebrachte Geschenk von Demokratie wird gleichzeitig als immer zartes Pflänzchen geschützt weitergereicht – für jeden Menschen guten Willens mit seiner legitimen Meinung und mitgemachten Erfahrungen des hoffentlich bald vergangenen Ausnahmezustands!

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