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Leserbrief - Zu „Bis zu 450 000 neue 5G-Sendeanlagen denkbar“ (FN 26. Mai) und den Leserbriefen Hier werden vor allem Ängste geschürt

Lesedauer

Mit Interesse habe ich den Leserbrief von den Damen Klingler und Ebert in der FN vom 18. Juni gelesen. Zu der zitierten „Reflex“-Studie ist zu ergänzen, dass diese nie verifiziert werden konnte (ausgenommen durch eine ehemalige Mitarbeiterin an der Studie). Weiterhin wird ein Urteil des OLG Bremen auf eine Unterlassungsklage angeführt; mit diesem wurde lediglich untersagt, weiterhin zu behaupten, dass es sich bei der Studie um eine Fälschung handle. Im Urteil steht, dass sich „ableiten“ lasse, „dass die Arbeiten fehlerhaft sind“. „Eine bewusste Fälschung konnte nicht bewiesen werden.“

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Dass die Temperatur zum Beispiel von Zahnimplantaten während eines Mobilfunkgesprächs um ca. vier Grad Celsius zunehmen soll, ist interessant, ich kenne leider keine Studie, die dies belegt. Im Selbstversuch habe ich die Temperatur meines Titanbrillenbügels mittels eines Infrarotthermometers diesbezüglich überprüft: Keine Temperaturerhöhung. Dabei ist der Bügel erheblich höherer Feldstärke ausgesetzt als ein Zahn, denn die Feldstärke nimmt bekanntlich mit dritter Potenz der Entfernung von der Strahlenquelle ab. Auch habe ich nicht das Gefühl, dass sich mein Zahnimplantat bei einem Mobilfunkgespräch erwärmt, vier Grad Celsius müsste man fühlen.

Zum Vergleich mit der Röntgenstrahlung: Die spielt in einer ganz anderen Liga. Die Wellenlänge – die stark vereinfacht ein Maß für die „Härte“ einer Strahlung ist: je kürzer, desto härter – der 5G-Wellen liegt bei 0,1 m, die der Röntgenstrahlung bei ca. 0,000 000 000 01 m (mittlere Härte), bei therapeutischen Anwendungen noch deutlich darunter. Ein zugegeben trivialer Vergleich der 5G-Wellen mit der Röntgenstrahlung: Ein Zahnstocher aus Holz wiegt etwa 0,1 g; legt man diesen als Dauerbelastung auf die Hand, ist das auszuhalten. Ein 1000 Tonnen schwerer Eisenklotz dagegen nicht.

Dass elektromagnetische Wellen Zellschäden verursachen können, ist unbestritten: Kurative Strahlentherapie wendet dies gezielt an, um zum Beispiel Tumorzellen zu zerstören.

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Fazit: Hier werden mit Halbwissen, zweifelhaften Studien und Vermutungen Ängste geschürt; mehr nicht.

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