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45 Jahre im Dienst

„Hat mir die Angst genommen“

Zahnärztin Dr. Eva-Christina Lindholm-Gaupp ging in Ruhestand

Von 
Barbara Kurz
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Die Zahnärztin Dr. Eva-Christina Lindholm-Gaupp geht in den Ruhestand. Für die Nachfolge ihrer Praxis sind bereits Gespräche gelaufen. © Gaupp

Bad Mergentheim. 45 Jahre lang stand sie im Dienste ihrer Patienten, jetzt hat Dr. Eva-Christina Lindholm-Gaupp ihre Praxis geschlossen. „Mit 70 darf man in Ruhestand gehen“, ist sich die Zahnärztin sicher.

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Die Finnin, die der schwedischsparchigen Minderheit angehört, kam bereits 1971 nach Deutschland, um Zahnmedizin zu studieren. 1976 schloss sie mit dem Staatsexamen an der Klinik für Zahn- Mund- und Kieferheilkunde der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz ab. Anschließend praktizierte sie noch fünf Jahre in Schwetzingen, ehe sie 1979 ihren Mann Manfred Gaupp, damals bereits Lehrer am Deutschordengymnasium, kennenlernte und ihm nach Bad Mergentheim folgte.

„Meine Arbeit hat mir immer sehr viel Freude bereitet“ erinnert sich Eva Lindholm-Gaupp, nicht nur die medizinische Tätigkeit, vielmehr auch der Umgang mit den Menschen und die diversen kleinen Gespräche am Rande. Deshalb bedauern auch viele ihrer Patienten, dass die überaus beliebte Zahnärztin nun ihre Pforten schließt, schließlich verstand sie es, mit ihrer freundlichen und ausgeglichenen Art, vielen Patienten die Angst vor dem ungeliebten Zahnarztstuhl zu nehmen. Dr. Eva-Christina Lindholm Gaupp erinnert sich noch gut an ihre Anfänge als junge Zahnärztin: „Damals lag der zahnmedizinische Frauenanteil bei zehn Prozent“. Als sie 1982 in der Praxis Dr. Bühlen im Ärztehaus anfing, war sie eine der wenigen Frauen in diesem Beruf. „Heute“, so freut sich Lindholm-Gaupp über die positive Entwicklung, „haben sich die Frauen in diesem Beruf emanzipiert“. Rund 70 Prozent aller Studenten und Zahnärzte seien inzwischen Frauen. Von 1983 bis 1995 unterhielt sie mit Dr. Bühlen eine Gemeinschaftspraxis, anschließend stieg Zahnarzt Jens Greif in die Praxis ein.

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In dieser Zeit kamen ihre beiden Kinder zur Welt, doch auch diese Herausforderung meisterte die engagierte Zahnärztin bestens. „Allerdings“, so erinnert sie sich, „ohne Haushaltshilfe wäre es damals nicht gegangen“. Trotzdem verstand sie es aufgrund einer perfekten Organisation, Familie und Beruf stets unter einen Hut zu bekommen. Seit 2005 praktizierte sie in ihrem eigenen Unternehmen in der Holzapfelgasse. Doch nun soll endgültig Schluss sein. Und wie sieht die Zukunft aus? „Ich werde bestimmt den Umgang mit den Menschen und die vielen kleinen Gespräche vermissen“ ist sie sich sicher. Die wirklich große Umstellung, so vermutet sie, werde erst noch kommen. Aber Eva-Christina Lindholm-Gaupp ist voller Zuversicht und freut sich, endlich mehr Zeit für ihre drei Enkelinnen und ihren Mann, aber auch ihre große Leidenschaft, die Kultur, zu haben. Schließlich ist sie ständiger Gast in der Reihe „Literatur im Schloss“ und Abonnentin bei den Museumskonzerten – beides „Pflichtveranstaltungen“, die sie auf keinen Fall versäumen möchte.

Für den Fortbestand ihrer Praxis fanden bereits erfolgversprechende Gespräche mit einem potenziellen Nachfolger statt. Trotzdem weiß sie, dass die ärztliche Versorgung für die Menschen in der Region immer schwieriger wird. Dennoch ist sie voller Hoffnung, dass sich ein Nachfolger findet, der ihr Lebenswerk in ihrem Sinne weiterführen wird.

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