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Bürgerforum Stadtbild - Mergentheimer Hausheilige und Hausmadonnen (Teil 19)

Grimbach und die Immaculata am Bembé-Haus

Von 
bfs
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Bad Mergentheim. In einer der vorigen Folgen hieß es, auf den Bildhauer Anton Grimbach kämen wir noch einmal zurück. Ob er nun die Madonna am so genannten Kanzlerhaus des Pfarrgangs geschaffen hat oder nicht – zweifellos war er einer begabtesten Künstler, die in der Residenzstadt des Deutschen Ordens sowie in Gerlachsheim und Schöntal an der Jagst gewirkt haben. Sein spektakulärstes Werk dürfte die 1751 vollendete hochragende Figurengruppe der Weinhändlerdynastie Buchler mit dem Madonnentyp der Maria Steinbach vor dem Kloster Gerlachsheim sein.

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Von Grimbach stammt wohl auch die Immaculata am Hauseck der Firma Bembé in der Wolfgangsstraße. Der Name des Madonnentyps bezieht sich auf die unbefleckte Empfängnis Mariens, die laut Dogma, unbefleckt, also ohne Erbsünde, aus der Ehe zwischen Joachim und Anna hervorgegangen ist. Mit der Geburt Jesu hat die unbefleckte Empfängnis unmittelbar also nichts gemein.

Farbig gefasst wohl schon in spät-barocker Zeit – die Immaculata unterm Wetterdächle am Bembé- Bau. © bfs

Dargestellt wird die Immaculata nach dem zwölften Kapitel der Apokalypse, wo von dem Weibe gesprochen wird, das sonnenbekleidet, einen Kranz mit zwölf Sternen auf dem Haupt, den Mond und den machtlosen Drachen, hier die Schlange des Sündenfalls, unter ihren Füssen hervortritt. Ihr Bild gewann in der Gegenreformation an Bedeutung. Allein vom Jesuitenorden wurden, laut Karl Kolb, zwischen 1600 und 1800 mehr als 300 Schriften über Mariens unbefleckte Empfängnis veröffentlicht.

Nachdem Grimbach 1733 eine Anna Maria Illig aus Stuppach geheiratet hatte, erhielt er wenig später das Bürgerrecht. Die von ihm erstrebte so genannte Personalfreiheit, also die Befreiung von etlichen lästigen Bürgerpflichten wie Wachtdienst und Fronleistungen für die Herrschaft, wurde ihm dagegen verweigert. Dagegen lehnte sich der selbstbewusste Künstler auf, wie etliche Strafgelder verraten; verschärfend hinzu kamen „ohnanständige“, ja sogar „ganz impertinente Reden“ gegen die hochfürstliche Regierung und die städtische Obrigkeit.

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Um 1770, also schon ein Sechziger, nahm er 20 Gulden Schulden auf seine Weinberge im Erlenbachtal auf und verschwand in Richtung Ungarn. 1772 wurde seine „ hinterlassene Frau“ steuerrechtlich als Witwe eingeschätzt, acht Jahre später bat sie, „in den betrübtesten nahrungslosen Umständen“ um Aufnahme ins Spital. bfs

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