Amnesty international - Aktion "Briefe gegen das Vergessen" Geständnis durch Folter erzwungen?

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Bad Mergentheim. In der monatlichen Aktion "Briefe gegen das Vergessen" bittet die Menschenrechtsorganisation Amnesty international, Gruppe Bad Mergentheim, im November um Unterstützung für die beiden ukrainischen Staatsbürger Oleg Sentov und Alexandr Kolchenko, die an friedlichen Demonstrationen gegen die russische Besetzung der Krim teilgenommen hatten.

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Im August 2015 wurden sie in einem, so amnesty, "unfairen Verfahren" wegen "terroristischer Aktivitäten" zu 20 beziehungsweise zehn Jahren Haft verurteilt, die sie in einem Arbeitslager ableisten müssen.

Die beiden Schreiben an den Generalstaatsanwalt der Russischen Föderation sowie an die Botschaft der Russischen Föderation in Berlin, mit denen die Aufhebung der Urteile gefordert wird, stehen zum Download auf der Homepage der Bad Mergentheimer Gruppe zur Verfügung: www.amnesty-badmergentheim.de

Hier der Fall: Der Filmregisseur Oleg Sentsov und der Aktivist Alexandr Kolchenko wurden am 25. August 2015 in einem unfairen Verfahren vor einem russischen Militärgericht zu 20 beziehingsweise zehn Jahren Haft verurteilt. Beide Männer sind ukrainische Staatsbürger und wurden von Angehörigen des russischen Geheimdiensts (FSB) auf der besetzten Krim festgenommen. Sie hatten an friedlichen Demonstrationen gegen die russische Besetzung der Krim teilgenommen und wurden deshalb wegen "terroristischer Aktivitäten" angeklagt. Die Männer wurden auf der Grundlage von Aussagen verurteilt, die aller Wahrscheinlichkeit nach durch Folter erzwungen worden waren. Oleg Sentsov gab vor Gericht an, gefoltert und anderweitig misshandelt worden zu sein, und auch Gennady Afanasyev, der gegen Oleg Sentsov aussagte, erhob Foltervorwürfe.

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Das Gericht wies die Vorwürfe jedoch als unbegründet zurück. Oleg Sentsov und Alexandr Kolchenko müssen ihre Strafe unter harten Bedingungen in einem Arbeitslager ableisten, wenn sie nicht aufgehoben wird.