Ehrenamt - Im katholischen Kirchengemeinderat, auf Dekanats- und Diözesanebene aktiv / Zwischen Finanz- und Sänger-Diensten Für Michael Beck beginnt der zweite Ruhestand

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Von seinem privaten Arbeitszimmer aus managt Michael Beck seine ehrenamtlichen Aufgaben. © drs/Guzy

Bad Mergentheim. Nach seinem Berufsleben engagierte sich Michael Beck stark im kirchlichen Bereich. Nun zieht er sich zurück – wenn auch nicht komplett.

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Das ehrenamtliche Engagement von Michael Beck füllt ganze Ordnerreihen. In seinem privaten Arbeitszimmer erklärt er an der Sortierung in den Regalen, welche Ordner zu welchem Ehrenamt gehören. Dort abgeheftet ist meistens Finanzmaterie. Denn Becks betriebswirtschaftliches Verständnis war und ist über sein Berufsleben hinaus gefragt.

Eine gewisse Affinität zur Kirche hat sein Leben immer geprägt, wie Beck sagt. Nach 25 Jahren in leitender Position am Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim beendete er im Jahr 2008 seine berufliche Karriere und wechselte ins Ehrenamt. Er habe das als Verpflichtung empfunden, erklärt Beck: „Wenn der Herrgott es einem schenkt, mit 60 Jahren und guter Gesundheit in den Ruhestand gehen zu können, hat die Gesellschaft einen Anspruch auf Gegenleistung.“

So ließ Beck sich im Jahr 2010 in den Kirchengemeinderat von St. Johannes Baptist wählen – und vertrat die Gemeinde seitdem auch im Dekanatsrat des Dekanats Mergentheim, in dem er sogleich zum Zweiten Vorsitzenden gewählt wurde. Dazu kam die Mitarbeit in Ausschüssen der beiden Gremien. „Für das Dekanat war Michael Beck in den letzten Jahren nicht nur ehrenamtlich als Zweiter Vorsitzender des Dekanatsrats aktiv. Er hat sich mit seinem Fachwissen nicht nur kompetent und engagiert beispielsweise in die Fragen des Konzepts und der Finanzierung des Stadtklosters eingebracht, sondern immer auch die vielen anderen Ehrenamtlichen im Dekanat Mergentheim wertschätzend im Blick gehabt“, würdigt das Dekanat in der aktuellen Herbstausgabe seines Mitteilungsblatts den Einsatz des 72-Jährigen.

Terminkalender immer voll

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Mit der Konstituierung des neuen Dekanatsrats vor wenigen Wochen hat Beck dieses kirchliche Engagement beendet. Demnächst wird er sich auch auf diözesaner Ebene zurückziehen, wo er ebenfalls gleich im Jahr 2010 in den Diözesanrat gewählt wurde. Beck sitzt im Finanzausschuss, im Rechnungsprüfungsausschuss und ist Mitglied der diözesanen Ausgleichsstockkommission. Wenn der neue Diözesanrat komplett ist, ist für ihn damit Schluss.

Es seien teils recht strapaziöse Jahre gewesen, sagt Beck. „Mein Terminkalender hat sich von meinem früheren beruflichen Terminkalender manchmal quantitativ gar nicht unterschieden“, erklärt er – zumal das Engagement auch mit vielen Fahrzeiten verbunden war.

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Für seine heimische Kirchengemeinde übernimmt Beck allerdings weiterhin Sängerdienste. Für katholische Neuzugezogene hält die Kirchengemeinde immer ein Schreiben mit einem Info-Faltblatt zu den kirchlichen Angeboten bereit. Laut Beck kommen im Monat 25 bis 30 Briefe zusammen. Die verteilt er an die Adressaten. Beck sagt: „So habe ich auch Bewegung.“

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Beck selbst ist ein Zugezogener. Er stammt ursprünglich aus dem unterfränkischen Lohr am Main. Beck gehörte einige Zeit lang den Regensburger Domspatzen an und machte später in Lohr eine Ausbildung zum Industriekaufmann.

Zum Studium ging er dann nach Berlin. Beck ist Betriebswirt, Volkswirt und Handelslehrer. Er arbeitete in einem katholischen Krankenhaus in West-Berlin. Während seiner Zeit in der Stadt sang er im damaligen Chor der St.-Hedwigs-Kathedrale. Mit dem Ensemble war er auf Tourneen zum Beispiel in Australien oder Japan unterwegs. Plakate, die neben den Ordnerregalen in seinem Arbeitszimmer hängen, erinnern daran.

Dann zog es Beck aber wieder aus Berlin weg. Im Jahr 1983, mit noch recht jungen 35 Jahren, begann Beck als Verwaltungsdirektor seine Karriere im Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim. Er wohnte allerdings in Lauda-Königshofen. Erst mit dem Ruhestand entschied er sich mit seiner Frau Heidrun für Bad Mergentheim als Wohnsitz.

Heidrun Beck kann gleichermaßen auf ein breites Engagement zurückblicken. So leitete sie viele Jahre lang die Gruppe der „Grünen Damen“ am Bad Mergentheimer Caritas-Krankenhaus. Dabei handelt es sich um einen ehrenamtlichen Besuchsdienst, wie Heidrun Beck erklärt.

Ihr Mann gibt trotz des Rückzugs nicht alle ehrenamtlichen Aktivitäten ab. Sein Know-how, insbesondere sein Verständnis für Bilanzen, kommt nach wie vor dem Chor Cappella Nova zugute. Beck ist nicht nur Sänger, sondern kümmert sich auch um die Finanzen des Vereins. Außerdem gehört er seit vielen Jahren zum Vorstand des Katholischen Bibelwerks. pm/drs