Bärensee nahe Althausen - Biberaktivitäten festgestellt / Fischereiverein Bad Mergentheim erklärt sein Handeln / Umweltamt einbezogen, Vorbecken wieder angestaut

Für Dammsanierung den See abgelassen

Der Althäuser See ist in den Blickpunkt geraten. Der Eigentümer – der Fischereiverein Bad Mergentheim – hat den See abgelassen. Grund waren Biberaktivitäten am und im Damm. „Kröten und Frösche sind nicht gefährdet“, betont der Verein.

Von 
Hans-Peter Kuhnhäuser
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Der Bärensee nahe Althausen: Das Vorbecken ist wieder angestaut, unter anderem für die Kröten, das Hauptbecken für die Dammsanierung abgelassen. © Sascha Bickel

Bad Mergentheim/Althausen. Es ist, beim Blick aus dem Fenster mag man es kaum oder gerade deshalb glauben, April. Und eigentlich sollte es schon viel wärmer sein. Amphibien wie Frösche und Kröten werden jetzt wieder munter – die Wander- und Laichsaison hat begonnen. Und so ziehen die Tiere hin zum Wasser, um für Nachwuchs zu sorgen.

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Auch der dem Fischereiverein Bad Mergentheim gehörende und von ihm bewirtschaftete Althäuser See – vielfach als Bärensee bekannt – sowie der daneben fließende Bach werden als Laichgewässer genutzt. Allerdings: „Nach Auskunft unseres Gewässerwarts wurde in den vergangenen Jahren im See nur ein moderates Aufkommen von Kröten- und Froschlaich festgestellt“, sagt der Zweite Vorsitzende des Fischereivereins Bad Mergentheim, Andreas Schmitt, im Gespräch mit unserer Zeitung. Gleichwohl „haben wir uns immer gefreut, Frösche und Kröten zu entdecken. Sie sind ja auch ein Zeichen für ein gutes Biotop.“

In diesem Frühjahr erleben die Amphibien aber eine neue Situation, denn der See ist nicht mehr da. „Wir mussten ihn ablassen, weil der oder die Biber eifrig am Schaffen waren und den Damm entlang des Baches durchwühlten“, erläutert Schmitt. „Wir haben den See abgelassen, um die darin lebenden Fische, die wir umgesetzt haben, zu schützen“, ergänzt Jugendleiter Sven Plewa. „Bevor der Damm reißt oder bricht und tausende Brutfische sterben, mussten wir handeln. Der Bärensee ist nämlich auch ein Aufzuchtsee“, sagt Plewa. Anlass beziehungsweise Auslöser „waren die Biberaktivitäten. Ohne diese hätten wir nichts tun müssen.“

„Der Damm muss saniert werden“, betont dann auch Schmitt. Das Ablassen „war angesichts des in seiner Stabilität stark beeinträchtigten Damms aus Gründen der Gefahrenabwehr notwendig“, sagt Schmitt. „Wir wollten weder dem Biber noch den Amphibien schaden.“ Weiter weist er darauf hin, dass der Verein „baldmöglichst“ mit der Damm-Sanierung beginnen möchte.

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Nicht ganz trockengefallen

Der See selbst sei allerdings nicht ganz trockengefallen; „im Seebecken gibt es nämlich einige große Pfützen, die ausreichend Wasser enthalten. Und die aktuelle Witterung sorgt ja weiter für Nässe; zudem ist es ja noch recht kalt.“ Die Wanderung der Kröten und Grasfrösche habe deshalb „offensichtlich noch nicht richtig Fahrt aufgenommen“, erklärt Schmitt.

Vom Landartsamt (Umweltamt) wurde der Verein darauf aufmerksam gemacht, dass die Wanderung und die darauf folgende Laichzeit von Kröten und Fröschen begonnen hat, und deshalb das Vorbecken wieder angestaut werden sollte. „Ich war deshalb mit unserem Gewässerwart Georg Landwehr am Samstag vor Ort, um mir ein Bild zu machen“, sagt Schmitt. Entsprechend der Vorgaben des Umweltamtes sei das Vorbecken wieder angestaut worden, so dass „hier nun ein Gewässer zum Ablaichen zur Verfügung steht“, erklärt Schmitt. Von einem Anstauen des Seebeckens aber wolle man absehen.

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„Der Seegrund ist gerade dabei, abzutrocken, so dass die geplanten Arbeiten am Damm sowie der Einsatz von entsprechendem Gerät möglich werden. Der Wiederanstau würde diese günstige Arbeitsumgebung zunichte machen.“

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Auch von der Naturschutzgruppe Taubergrund sei der Verein angesprochen worden, erklärt Schmitt. Hierbei ging es um die Beschwerde einer Bürgerin. Beim „Vor-Ort-Termin“ habe er sich von der aktuellen Situation am See einen Überblick verschafft. „Ich habe nicht eine einzige tote Kröte entdeckt und konnte überhaupt nur wenige Kröten ausfindig machen: Vier bis fünf im Vorbecken sowie wiederum vier bis fünf in einem Wasserbecken im Hauptsee, insgesamt also höchstens zehn Tiere. Frösche konnte ich keine entdecken.“

Wanderung hat erst begonnen

Natürlich habe die Wanderung gerade erst begonnen, „und es werden sicher noch mehr Kröten und Frösche werden. Aber ein Schaden an der Natur ist hier ganz sicher nicht entstanden.“ Die zuwandernden Amphibien „werden im – nun wieder aufgestauten – Vorbecken, den Wasserlöchern des Seebeckens und den Bachstaubereichen stromabwärts genügend geeignete Habitate finden“, ist Schmitt überzeugt.

Allerdings beurteilte er die Situation im Bach, der übrigens nicht vom Fischereiverein bewirtschaftet wird, als „etwas unglücklich“. Unterhalb des Sees wurden nämlich, wie Schmitt darlegte, „unlängst einige der dort wohl vom Biber errichteten Dämme eingerissen“.

Die so entstandenen Staubereiche gingen damit verloren – „auch für den oder die Biber. Sie waren und wären sicherlich auch ein sehr gutes Amphibien-Laichhabitat.“ Wer diese Dämme im Bach eingerissen hat? „Das weiß ich nicht. Wir waren da jedenfalls nicht aktiv und haben das auch nicht veranlasst“, betont Schmitt.

Sein Fazit: „Nach meinem aktuellen Eindruck und den jetzt bereitgestellten Laichplätzen sehe und erwarte ich am Bärensee selbst keine Probleme für die Amphibien. Die Kröten und Frösche werden sicher erfolgreich laichen können.“ Wenn es weiterhin etwas zu tun gäbe, um den Laicherfolg sicherzustellen, „dann wird der Fischereiverein Bad Mergentheim seinen Teil dazu beitragen“, erklärt Schmitt abschließend.