Corona-Ausbruch - Gesamtes Bischöfliches Internat Maria Hilf und fünf Schulklassen in Bad Mergentheim im Ausnahmezustand / Grundschule vorläufig geschlossen Fünf Schulklassen unter Quarantäne

Von 
Gabriel Schwab
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Am Bischöflichen Internat Maria Hilf wurden neun Schüler und eine Mitarbeiterin positiv auf Corona getestet. © Michael Weber-Schwarz

Bad Mergentheim. Nach der Coronainfektion einer Mitarbeiterin des Bischöflichen Internats Maria Hilf wurden nun neun Schüler positiv auf das Virus getestet, wie das Landratsamt am Sonntag mitteilte. Neben dem Internat wurden fünf Bad Mergentheimer Schulklassen, die von Kindern und Jugendlichen von Maria Hilf besucht werden, unter Quarantäne gestellt. Die Grundschule mit ihren beiden Standorten in der Au und in der Stadtmitte wurde vorläufig bis einschließlich Mittwoch, 7. Oktober, vollständig geschlossen, so das Landratsamt weiter, „da hier mehrere Lehrkräfte als engere Kontaktpersonen eingestuft werden mussten“.

Jeweils eine Klasse pro Schule

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Die 90 Schüler von Maria Hilf, die sich zum Teil in häuslicher und zum Teil in Internats-Quarantäne befinden, besuchen die öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen Bad Mergentheims, wie Diakon Andreas Reitzle, Rektor des Internats, im Gespräch mit den FN erklärt. Somit befinden sie sich unter den 125 Schülern, die nun am Deutschorden-Gymnasium, an der Eduard-Mörike-Schule (Gemeinschaftsschule), an der Grundschule (Standort Au), an der Kopernikus-Realschule und an der Realschule St. Bernhard von der Quarantäne betroffen sind. Es handelt sich jeweils um eine Klasse pro Schule. Insgesamt wurden am Wochenende 19 Menschen positiv auf Corona getestet: „Alle 19 neu Infizierten befinden sich in häuslicher Isolation, ihre Kontakte werden ermittelt. Für die Kontaktpersonen wird ebenfalls häusliche Isolation angeordnet und eine Testung veranlasst“, teilt das Landratsamt mit.

Die neun infizierten Schüler von Maria Hilf befinden sich in Einzelzimmern in Isolation. „In unserem Haus zeigt bisher keiner Symptome – selbst die positiv Getesteten nicht“, berichtet Rektor Reitzle.

Unter den Schülern gebe es niemanden, der zu einer Risikogruppe gehört. Unter den 25 Angestellten hingegen schon. Die 115 Schüler und Mitarbeiter des Bischöflichen Internats wurden am Freitag allesamt im Abstrichzentrum des Main-Tauber-Kreises in Bad Mergentheim getestet. Die 43 Schüler in Vollzeitbetreuung verblieben am Wochenende in der Einrichtung und durften nicht wie üblich nach Hause fahren. Sie müssen nun ihre gesamte Quarantänezeit im Internat verbringen. Unter ihnen, so der Rektor, befänden sich auch jüngere Kinder, die jetzt schon das Heimweh plage. Für die externen Schüler wurde bereits am Freitag eine häusliche Isolation in ihren Familien verfügt. Positive Fälle unter den Internatsschüler werden, unabhängig von der Meldeadresse, als Fälle in Bad Mergentheim geführt, erklärt das Landratsamt.

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„Wir bitten um Verständnis dafür, dass die getroffenen Maßnahmen zum Teil erhebliche Einschränkungen und Belastungen für die Kinder und Jugendlichen sowie ihre Familien mit sich bringen. Des Weiteren ist uns bewusst, dass dies für die Schulen eine besondere Herausforderung darstellt. Die Maßnahmen sind aber leider notwendig, um Infektionsketten schnellstmöglich und effizient unterbrechen zu können“, erklärt Erster Landesbeamter Christoph Schauder als Leiter des Arbeitsstabes Corona im Landratsamt Main-Tauber-Kreis. mit lra

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Ralf Scherer
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