Kontrollfahrt durch die engen Gassen der Altstadt und eines Wohngebiets - „Im Ernstfall kann Leben gerettet oder Leben gefährdet werden“ / Ordnungsamt weiter aktiv Feuerwehr braucht drei Meter Platz

Von 
Sascha Bickel
Lesedauer: 
Auch im Finkenweg zeigte sich, wie wichtig das Freihalten von drei Metern Fahrbahnbreite ist, damit die Durchfahrt der Feuerwehr stets gut funktioniert. © Sascha Bickel

Bad Mergentheim. „Drei Meter Straßenbreite müssen immer frei bleiben!“ Das betont Christian Völkel, Fachbereichsleiter „Ordnung & Soziales“ bei der Stadt Bad Mergentheim, an diesem Abend mehrfach. Mitarbeiter des Ordnungsamtes machten zusammen mit der Polizei und einem Großfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr (der Drehleiter) eine Kontrollfahrt durch Bad Mergentheim. Sie stießen dabei auf so manches Hindernis, aber auf keine schwerwiegenden Verstöße von Falschparkern.

AdUnit urban-intext1

„Die Kontrollfahrt durch enge Altstadtgassen und Wohnstraßen machen wir heute, um zu sehen, wo es im Ernstfall eng werden könnte, weil die Einsatzfahrzeuge nicht oder nur schwer durchkommen, weil falsch geparkte Autos ihnen den Weg versperren“, erklärt Christian Völkel einleitend und ergänzt: „Wir wollen die ungehinderte Fahrt mit Großfahrzeugen durch die Innenstadt prüfen und Hindernisse beseitigen oder aufspüren, um sie beseitigen zu lassen – das können auch Bäume oder Sträucher sein, die in die Fahrbahn hineinragen.“

Eine Bewusstseinsänderung bei den Bürgern soll erreicht werden. Völkel: „Wir haben diesen Termin bewusst auf einen schönen Spätsommerabend gelegt, damit möglichst viele Leute in der Stadt sind und unsere Aktion sehen und das große Drehleiter-Fahrzeug der Feuerwehr mitsamt Blaulicht wahrgenommen wird. So ein großes Fahrzeug benötigt Platz, das muss allen klar sein, die ihre Autos in Kurven oder an Engstellen parken.“

Einige Falschparker werden an diesem Abend ausfindig gemacht und aufgeklärt.

AdUnit urban-intext2

„Stehen Fahrzeuge im absoluten Halteverbot wird heute im schlechtesten Falle auch abgeschleppt“, kündigt Völkel zu Beginn der Aktion noch an. Doch dazu kommt es diesmal nicht.

„Die Leute sollen beim Parken schon daran denken, dass drei Meter Platz neben ihrem Fahrzeug verbleiben müssen, damit die Feuerwehr im Notfall vorbeikommt“, sagt Völkel und blickt bereits in die Zukunft: „Der Vollzugsdienst der Stadt wird das nun verstärkt kontrollieren.“

AdUnit urban-intext3

Polizeihauptkommissar Matthias Volk vom örtlichen Revier bezeichnet die Kontrollfahrt als „sehr gute Aktion“, denn „sie erleichtert uns auch das Geschäft. Im Ernstfall kann ausreichend Platz für die Feuerwehr Leben retten oder zu wenig Platz Leben gefährden“, betont der erfahrene Beamte und fügt an: „Die Leute sollten immer auch an den Wendekreis der Feuerwehrfahrzeuge denken. Die Einsatzkräfte müssen zudem auch an ihre Gerätschaften seitlich rankommen und abladen können. Es stehen immer mehr Autos draußen, aber der Platz in der Stadt ist begrenzt.“ Volk weiter: „Die Rettungswege müssen frei bleiben und dafür gilt es, die Bürger immer wieder zu sensibilisieren. Aber auch regelmäßige Kontrollen müssen sein.“

AdUnit urban-intext4

Vom Hans-Heinrich-Ehrler-Platz führt die Kontrollfahrt an diesem Abend bis in die Krumme Gasse und in die Bereiche der Oberen und Unteren Mauergasse sowie alle damit verknüpften Straßen, bis zum Gänsmarkt und später noch durch das enge Wohngebiet zwischen Herrenwiesenstraße und Tauber.

Der Lenker des Drehleiter-Fahrzeugs, Oliver Nordmann, beweist dabei immer wieder großes Geschick hinter dem Steuer. Sein Kamerad Sebastian Quenzer weist ihn stets passgenau ein und zeigt dabei auch einige Problemstellen auf, die die Mitarbeiter des Ordnungsamtes, darunter auch Jens Hackmann und Frank Volkert vom Vollzugsdienst, mitnotieren.

Stadtkommandant Lars Rudolph zieht nach zwei Stunden eine positive Bilanz und spricht von einem „sehr aufschlussreichen Ergebnis – ganz im Sinne der Sicherheit der Bürger“. Fachbereichsleiter Völkel ist ebenso recht zufrieden – auch mit der Verkehrsmoral: „Wir haben heute zum Glück nur wenig Falschparker entdeckt. Die Feuerwehr kam durch, aber es wurde gerade in den Wohnstraßen schon recht eng und eine hohe Fahrkunst war gefragt. Es wird definitiv weitere Kontrollen geben, gerade an den Engstellen, die wir heute gefunden haben.“

Redaktion Hauptsächlich zuständig für die Große Kreisstadt Bad Mergentheim