Naturschutzgruppe Taubergrund - Im Rahmen der Jahreshauptversammlung Bilanz gezogen Erstmals hat der Verein mehr als 400 Mitglieder

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Die Geehrten der Naturschutzgruppe Taubergrund.

© Tillmann Zeller

Markelsheim. Die beiden Zahlen 100 und 400 zeigen anschaulich die Arbeit und Breitenwirkung der Naturschutzgruppe Taubergrund auf. Über 100 Veranstaltungen wurden 2014 gemeistert, erstmals hat die Gruppe mehr als 400 Mitglieder. Bei der Hauptversammlung in Markelsheim durfte Vorsitzender Josef Gulde viele Gäste und Mitglieder begrüßen. Sylvia Schmid lobte als Vertreterin des OB und Mitglied die vielfältige, engagierte Arbeit der Gruppe.

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"Ein ereignisreiches Naturschutzjahr liegt hinter uns", betonte Josef Gulde. "Die Umsetzung der Energiewende und die bei uns weiterhin dominierende Diskussion über den Bau von Windrädern hat die Arbeit unserer Gruppe nachhaltig bestimmt." Energiewende und Naturschutz - ein unlösbarer Konflikt? Windräder im Klosterwald - ein Unding? Die NSG steht hinter Notwendigkeit und Richtigkeit der Energiewende. Abkehr vom Atomstrom, weg von Kohle hin zu Einsparung, Effizienzsteigerung und regenerativen Energien. "Dabei werden wir weiterhin die klare Position vertreten, dass bei allen Planungen dazu die natur- und artenschutzrelevanten Fragen und Probleme einen hohen Stellenwert haben müssen und Gesetze einzuhalten sind."

Nicht an jedem Standort sei, so Gulde, ein Windrad akzeptabel, besonders nicht in ökologisch hochwertigen Wäldern. Die Art, wie man diese Haltung kundtue, möchte man sich aber nicht aufzwingen lassen. "Ich denke, dass es wohl nicht allen bekannt ist, dass die LNV den Standort 'Klosterwald' unter anderem auch aus ornithologischer Sicht abgelehnt hat, fachliche Grundlagen dafür haben Fachleute aus der NSG geliefert. Respekt, Toleranz und Anstand im Umgang mit Andersdenkenden sollte auch künftig unsere oberste Maxime bleiben."

Nur eine umweltgebildete und naturbegeisterte Gesellschaft sei in der Lage, die richtigen Maßnahmen für eine ökologisch-ökonomische Zukunftsvorsorge zu treffen. "Dies wollen wir mit zahlreichen 'Bildungsangeboten' auch 2015 gewährleisten."

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Auf der Homepage würden die aktuellen Angebote und Projekte vorgestellt. Mit dem Appell "Lassen sie sich überzeugen, dass das Engagement, das Mitmachen bei uns nicht nur ein Stück eigener Zukunftssicherung bedeutet, sondern auch unseren Kindern eine lebenswerte Welt erhält" ermunterte Josef Gulde die Aktiven zum Weitermachen.

Die vielen Mitmachmöglichkeiten zeigte Erika Neumann in ihrem Geschäftsbericht auf. Susanne Ueckermann leistet als Kassiererin professionelle Arbeit, dies stellte Kassenprüfer Georg Kress fest.

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Die Entlastung des geschäftsführenden Vorstands und des Gesamtvorstands erfolgte einstimmig, genauso wie die Wahlen. Neue verantwortliche Ansprechpartnerin des Arbeitskreises "Vollwertige Ernährung" ist Michaela Sambeth. Sie übernahm die Arbeit von Christa Rickmeyer. Die Aufgaben von Helmut Klöpfer im Arbeitskreis "Flurerhaltung/Flurgestaltung" übernimmt Andreas Proksch.

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Wie eine Sättigungsbeilage Geschichte schreiben kann, schilderte mit Bildern aus Europa und der peruanischen Heimat der Kartoffel Tillmann Zeller in seinem Vortrag "Eine Knolle verändert die Welt".

Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden folgende Naturfreunde geehrt: Franz Kirsch, Margret Pau, Ulrich Gebert, Albrecht Löblein, Jürgen Schulz, Siegfried Hieber, Renate Weiser-Groer, Lars Gaupp, Nora Gaupp, Eva-Christina Lindholm-Gaupp, Heinz-Jürgen Träger, Martina Träger, Hermann Metzger, Carmen Adamek, Gerhard Schammann, Dorothee Bader.

Gespannt waren alle auf das zum Nachdenken auffordernde Schlusswort von Peter Mühleck. "Wenn es gerade heute nicht zu vermessen und unangebracht wirkte, würde ich Sie nun bitten, sich kurz im Gedenken zu erheben. Wir haben auch für das vergangene Jahr wieder einige Verluste zu beklagen. Überhaupt sind in den letzten Jahren folgende Mitglieder aus unserer regionalen Lebensgemeinschaft 'Taubergrund' verschwunden bzw. sind gerade dabei zu verschwinden: Lanius excubitor, genannt der "Große Würger", Vanellus vanellus, besser bekannt als Kiebitz, sowie Lacerta agilis, die Zauneidechse." Er musste seine Aufzählung um viele weitere Tiere erweitern.

Noch länger wäre die Liste, so Peter Mühleck weiter in seinen Ausführungen der hier zu nennenden Pflanzenarten, nicht aufzählbar die verschwundenen Käfer-, Schmetterlings- und Heuschrecken-Arten, die sogar verschwinden, ohne dass man es merke, weil sich da kaum einer so gut auskenne, um es beurteilen zu können. tze