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Bürgerforum Stadtbild - Mergentheimer Hausheilige und Hausmadonnen (Teil 7)

Elisabeth von Thüringen lehnte irdischen Besitz ab

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wk/bfs
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Bad Mergentheim. In der Kurstadt findet man die Heilige Elisabeth von Thüringen am Spital zum Heiligen Geist. Das vermutlich von den Johannitern um das Jahr 1200 gegründet Haus ging später in den Besitz des Deutschen Orden über. Seit Jahrhunderten steht es im Dienst Kranker und alter Menschen.

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Die Figur der Heiligen Elisabeth erscheint fast klein als oberer Abschluss eines pompösen Wappens über dem westlichen Torbogen. Es zeigt uns den Stand und die Besitzungen des Stifters, Franz-Ludwig von Pfalz-Neuburg, an. Im Wappen findet man die Jahreszahl 1698.

Die Heilige Elisabeth am Spital zum Heiligen Geist. Sie ist Co-Patronin des Deutschen-Ordens. © Wolfram Klingert

Der 1694 zum Hochmeister gewählte Fürstbischof ist in Mergentheim als Bauherr der Schlosskirche bekannt. In seiner Regentschaft, sie endete erst mit seinem Tod 1732, ordnete er grundlegend die Verwaltung und das Finanzwesen des Ordens neu.

Aus zeitgenössischen Dokumenten wissen wir sehr viel über das bemerkenswerte Leben der Heiligen Elisabeth. Sie wurde 1207 als Tochter des ungarischen Königs Andreas ll. geboren. Als Kind schon wurde sie dem Landgrafen Ludwig von Thüringen versprochen und wuchs an dessen Hof auf. Als Elisabeth vierzehn Jahre alt war, heirateten die beiden. Die Ehe galt als partnerschaftlich, was zur damaligen Zeit eine große Ausnahme war. Das Paar gründete gemeinsam Hospitäler und unterstützte nach Kräften Bedürftige und Kranke. Nach dem Tod ihres Mannes bei einem Kreuzzug radikalisierten sich die religiösen Glaubensvorstellungen der thüringischen Regentin. Sie orientierte sich an einem Armutsideal und lehnte irdischen Besitz ab. Sie verkaufte ihre Besitzungen und ihren Schmuck.

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Alles was sie hatte, gab sie den Armen. Mit ihren drei Kindern lebte die Königstochter zeitweilig in einfachsten Behausungen. Die letzten vier Jahre, sie starb schon 1231, arbeitete sie als einfache Spitalschwester in Marburg.

Kurze Zeit später wurde in Rom ihre Heiligsprechung vorbereitet. Diese erfolgte 1235.

Neben der Jungfrau Maria als der Hauptheiligen, ist sie, zusammen mit Sankt Georg, eine Co-Heilige des Deutschen Orden. Sie steht für seine karitativen Pflichten. Damit ist ihr der Platz an der Fassade des vom Orden betriebenen Spitals zugewiesen.

Der Barockkünstler wollte die Heilige Elisabeth nicht in ihrer selbst gewählten Armut darstellen. Er gab ihr eine goldene Krone aufs Haupt und edle Gewänder, samt einem weiten pelzbesetzten Mantel. Sie erinnert deshalb bei oberflächlicher Betrachtung an die berühmte Darstellung der Maria als Himmelskönigin. In den Händen hält sie einen Laib Brot und einen Krug. Links, zu ihren Füßen kauert ein Almosenempfänger. Er streckt ihr mit aufgerissenem Mund seinen Bettelhut entgegen. Auf der anderen Seite trinkt ein wohlgenährtes kleines Kind aus einem Kelch, oder handelt es sich um einen Engel? Elisabeth steht auf einem Medaillon mit einer Inschrift, in der sie als Patronin des Deutschen Ordens hervorgehoben wird. wk/bfs

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