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Eis auf Allgemeinkosten für Corona-Abstrich?

Von 
Dr. Uwe Ingo Steinorth
Lesedauer: 

Leserbrief

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Durch das deutlich zurückgehende Interesse der Bevölkerung an so genannten „Corona-Schnelltests“ haben viele Abstrichzentren mittlerweile ihre Arbeit eingestellt. Am Stadteingang von Bad Mergentheim, von Edelfingen kommend, in der Nähe einer Tankstelle, scheint allerdings weiterhin eine große Nachfrage zu bestehen. Hintergrund hierfür ist offenbar das Angebot des Betreibers, „Abstrichwillige“ mit Gratis-Getränken oder Speise-Eis anzulocken beziehungsweise zu belohnen. Dabei scheint es aktuell bei Grundschülern und anderen Jugendlichen zur lieben Gewohnheit geworden zu sein, sich am Abstrichzentrum zu verabreden und sich gruppenweise für ein Eis einen Teststab in die Nase rammen zu lassen.

Abgesehen davon, dass hier offensichtlich öffentliche Gelder zu persönlichen Werbezwecken missbraucht werden, scheint mir diese Vorgehensweise auch bezüglich statistischer Rückmeldungen fragwürdig. Dies ist dem Gesundheitsamt als vermeintlichem Kontrollorgan seit drei (!) Monaten bekannt. Leider scheint dort aber kein weiterer Klärungsbedarf zu bestehen.

Besonders kritikwürdig ist der Umstand, dass offenbar nicht durchgängig die zwingend notwendige Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten eingefordert wird. Denn: Die Corona-Testverordnung besagt, dass der Abstrich einem medizinischen Eingriff entspricht, der der Vorlage einer Einwilligung und einer Kopie des Personalausweises der Eltern bedarf!

Da sich aktuell die Meldungen über illegale Praktiken von Abstrichzentrum-Betreibern häufen, bleibt unklar, weshalb das Gesundheitsamt in diesem Falle nicht schon längst vorsorglich eingeschritten ist.

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