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FN-Turmblasen - Bläserquartett und Stadtkapelle eröffneten die Saison / Wachaufzug durch die Historische Deutschorden-Compagnie

Eine liebgewonnene Tradition ist in Bad Mergentheim erwacht

Wenn auf dem Deutschordenplatz ungewöhnlich viele Hälse gereckt werden, ist das ein untrügliches Zeichen: Endlich ist wieder Turmblasen-Zeit. Die FN-Stiftung geht in ihr bereits 67. Jahr.

Von 
Barbara Kurz
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Vor malerischer Kulisse fand am Freitag das Eröffnungskonzert zur 67. Saison des FN-Turmblasens auf dem Deutschordenplatz statt. © Barbara Kurz

Bad Mergentheim. Die äußeren Voraussetzungen waren perfekt: Als am Freitagabend die Stadtkapelle Bad Mergentheim unter der Leitung von Stadtkapellmeister Hubert Holzner die FN-Turmblasen-Saison nach einem Jahr Corona-Pause mit einer Serenade auf dem Deuschordenplatz eröffnete, wurden die Musikantinnen und Musikanten bereits von außergewöhnlich vielen Zuhörern, die sich diese Veranstaltung seit langem wieder herbeigesehnt haben, erwartet. Der laue Frühlingabend war wie geschaffen für eine launige Serenade unter freiem Himmel.

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1954 war die liebgewonnene Tradition durch den damaligen FN-Chefredakteur Fritz Behr ins Leben gerufen worden. Während der Sommermonate spielte seitdem jeden Freitag zunächst der legendäre Stadtmusikdirektor Kurt Hinze ein Abendständchen vom Bläserturm, sein Nachfolger war ab 1968 Rudi Braun. Von 1988 bis 2013 stieg Solotrompeter Uwe Kurz wöchentlich die 202 Stufen hinauf ins Turmstübchen, um volkstümliche Weisen über der Stadt erklingen zu lassen.

Für den musikalischen Höhepunkt des Abends sorgte das Stadtkapellen-Quartett mit bekannten Volksweisen vom Bläserturm. Das Bild zeigt (von links): FN-Desk-Chef Olaf Borges, das Quartett mit Hubert Holzner, Ralph Glass, Maximilian Ortmeier und Thomas Kunhäuser sowie FN-Marketingleiter Michael Wünsch. © Barbara Kurz

2014 übernahm Maximilian Ortmeier die Aufgabe des Turmbläsers und präsentiert seither einmal freitags im Monat seine Melodien hoch über den Dächern.

Anspruchsvolle Mischung

Zum Start in die Saison tritt zusätzlich seit nunmehr 67 Jahren die Stadtkapelle Bad Mergentheim mit einem abendlichen Konzert auf dem Schlossplatz an. Während des halbstündigen Programms präsentierten die Musikerinnen und Musiker eine anspruchsvolle Mischung von Werken: Neben dem „Von der Tann“-Marsch und dem Schönfeld-Marsch von Carl Michael Ziehrer erklang die „Devonshire Overture“ von James D. Ployhar, „Jealousy von Jacob Gade, „Frolic For Trombones“ von Reginald Heath und der „Rock Encounter“ von Jay Chattaway. Den Zuhörern gefiel die bunte Mischung, die traditionell mit dem Deutschmeister-Regimentsmarsch von Wilhelm August Jurek endete.

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Geschossen wurde mit Blick auf den Krieg in der Ukraine nicht, dafür aber demonstriert, wie der Ablauf normalerweise ist. © Barbara Kurz

Diese seit 67 Jahren bestehende Stiftung der FN wird traditionell mit der Stadtkapelle auf dem Deutschordenplatz und einem Quartett der Stadtkapelle im Bläserturm des Schlosses wechselseitig gestaltet. In diesem Jahr wurde der Ablauf jedoch leicht verändert: Bereits um 20 Uhr musizierte die Stadtkapelle, um 20.30 Uhr folge der Historische Wachaufzug der Deutschoden-Compagnie mit Klängen des Spielmannszuges sowie historischen Anekdoten, vorgetragen von Stadtkommandant Andreas Lehr, danach ging es musikalisch nahtlos weiter mit dem Quartett vom Turm.

Für die Ukraine gesammelt

Die Historische Deutschorden-Compagnie verzichtete übrigens in diesem Jahr aufgrund des Ukraine-Kriegs auf die traditionellen Gewehr-Salven, Andreas Lehr erklärte den Zuschauern jedoch in anschaulicher Art und Weise das Beladen der Historischen Waffen. Ihren Auftritt nutzte die Deutschorden-Compagnie ebenfalls für eine Spenden-Sammlung zugunsten der Ukraine-Hilfe – und die zahlreichen Zuhörer spendeten eifrig.

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Auch Oberbürgermeister Udo Glatthaar und Bürgermeisterstellvertreterin Manuela Zahn waren Gäste der abendlichen Veranstaltung und dankten sowohl der Stadtkapelle, als auch der Historischen Deutschorden-Compagnie für diesen gelungenen Abend. „Ihr seid unser Flaggschiff der Musik“, lobte Glatthaar die Stadtkapelle, die die Pandemie gut überstanden habe, was die musikalische Qualität deutlich zeige. FN-Marketingleiter Michael Wünsch drückte seine Freude darüber aus, dass das FN-Turmblasen nach der Corona-Pause wieder seinen Platz im Veranstaltungskalender der Stadt Bad Mergentheim gefunden habe. „Gern unterstützen die Fränkischen Nachrichten solch eine Traditionsveranstaltung“, bekannte sich Wünsch zum Turmblasen in Bad Mergentheim.

Gerade dieser Kontrast zwischen den schwungvollen Beiträgen der Stadtkapelle, dem imposanten Auftritt der Schützen und den fast zarten besinnlichen Klängen von oben machten den besonderen Reiz für die Zuhörer aus.

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Das Wochenende begrüßen

Immer am ersten Freitag eines Monats wird Solotrompeter Maximilian Ortmeier nun die 202 Stufen zum Bläserturm hinaufsteigen, um pünktlich um 21 Uhr mit Volksweisen das Wochenende zu begrüßen. Diesmal war er, wie immer am Eröffnungsturmblasen, noch in Begleitung: Ralph Glass (Flügelhorn), Hubert Holzner und Thomas Kunhäuser (beide Posaune) vervollständigten das Quartett.

Die vier Musiker auf dem Turm verabschiedeten sich mit dem Abendlied „Guten Abend, gut’ Nacht“ – die Zuhörer lauschten beseelt und viele sangen leise mit – die Saison des FN-Turmblasens wurde mit dieser Serenade stimmungsvoll eröffnet.

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