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Historisches Schützen-Corps

Ein Stück Mergentheimer Geschichte

Ehren-Hauptmann Jürgen Leiser stellt den „Mergentheimer Dachbodenfund“ zur Verfügung

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hp
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Der Mergentheimer Dachbodenfund umfasst mehrere Stücke, die vermutlich aus dem Südsudan stammen. Interessant sind die beiden Metallscheiben, die wahrscheinlich als Ringgeld genutzt wurden. Vermutlich stammen sie aus Indien. © Günther Etzl

Bad Mergentheim. Es ist eine kleine Sensation, ein glücklicher Zufall und zugleich ein wichtiges Stück Mergentheimer Geschichte. Der „Mergentheimer Dachbodenfund“ wurde beim Herzog-Paul-Abend des Historischen Schützen-Corps vorgestellt. Lange ruhte dieser „Schatz“ auf einem Mergentheimer Dachboden. Seit wann er da lag und wer ihn einst dort „abgelegt“ hat, kann nur vermutet werden. Leutnant Günther Etzl erläuterte die Fundstücke, die vermutlich der Sammlung Herzog Pauls zuzuordnen sind. Doch er schränkte ein: „Es ist eine vorläufige Zuordnung, noch gibt es kein abschließendes Urteil.“

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„Grundsätzlich“, so Etzel bei der Vorstellung der Fotos anhand einer Präsentation, „sind fast alle diese Fundstücke dem seinerzeit osmanisch-ägyptischen Sudan zuzuordnen, den der Herzog in den Jahren 1839 und 1840 bereiste.“ Somit läge nahe, dass sie einst zur Sammlung des Herzogs gehörten, die im Schloss untergebracht war und nach seinem Tod „in alle Winde“ zerstreut wurde. Etzl war verblüfft, was „mehr oder weniger zufällig gefunden wurde“. Ob und was möglicherweise noch unentdeckt in Kellern und Speichern ruht, sei eine „spannende Frage“.

Ausgestellt und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll dieser „Bad Mergentheimer Dachbodenfund“ im Torwachhaus in der Mühlwehstraße. Bis dahin seien Experten gefordert, die künftigen Exponate genauer ein- und zuzuordnen. Ergänzt wird der Fund mit einer vermutlich nubischen Keramik im meroitischer Tradition, die Andreas Schweizer zur Verfügung stellte.

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Auf dem Dachboden – „das Haus steht tatsächlich in der Stadt“ – fanden sich auch zwei indischen Chakras (Wurfscheiben) ähnelnde Eisenmetallringe. Zu erkennen sind asiatischer Elefant, Tiger, hundeartige Raubtiere und ein Rind. „Sie stammen vermutlich aus Indien und kamen über Äthiopien in den Südsudan, wo sie möglicherweise als Ringgeld genutzt wurden. Im Norden waren damals schon lange Münzen in Gebrauch“, erläuterte Etzl.

Weiter gibt es vier Lanzen aus Holz, zwei davon mit Metallspitzen und einen hölzernen Fischspeer mit gezackter Spitze, sowie zwei hölzerne verzierte Zeremonienlanzen und einen hölzernen Zeremonienstab. Alle diese Stücke hat der Herzog vermutlich aus dem damals nicht-muslimischen (heute christlich-animistischen) Süden des Sudan mit nach Mergentheim gebracht. Wann dieser besondere Fund als Dauerleihgabe im Torwächterhaus in bestaunt werden kann, „werden wir rechtzeitig bekannt geben“, betonte Etzl.

Der Eigentümer dieses Fundes, Jürgen Leiser stellte diese Exponate dem Historischen Schützen-Corps, als Dauerleihgabe zur Verfügung. Für seine Verdienste um das Corps ehrte ihn Andreas Schweizer mit der Ernennung zum Ehren-Hauptmann. hp

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