Liederkranz Markelsheim - Nach 25 Jahren hat Stefan Rögner den Vorsitz abgegeben / Elias Lehr leitet künftig den Verein Ein historischer Generationswechsel

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tom
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Zum neuen Vorsitzenden des Liederkranzes Markelsheim wurde Elias Lehr (Mitte) gewählt, hier zusammen mit (von links) Chorleiter Peter Ruppert, Stefan Rögner, Claudia Kemmer, dem stellvertretenden Vorsitzenden Marco Model, Kassier Stefan Engelhardt und dem neuen Schriftführer Stefan Kuhnhäuser. © Thomas Weller

Ortsvorsteherin Claudia Kemmer sprach von einer „historischen Versammlung“: Nach 25 Jahren gab Stefan Rögner den Vorsitz des Liederkranzes in jüngere Hände. Elias Lehr leitet künftig den Verein.

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Markelsheim. Gar nicht wenige Frauen waren bei dieser Hauptversammlung des Männerchores anwesend und sie wurden mit zwei kraftvoll intonierten Liedern begrüßt. Traditionell blickte danach der stellvertretende Vorsitzende Marco Model auf die Hauptversammlung vor 50 Jahren zurück.

Noch-Vorsitzender Stefan Rögner begann seinen Jahresrückblick mit emotionalen und nachdenklichen Worten zur globalen und kommunalen Situation. Für den Liederkranz sei 2018 das Jahr eins nach dem 175-Jahr-Jubiläum gewesen – „etwas ruhiger, trotzdem wurde wieder viel bewegt.“ Als Höhepunkte nannte Rögner das Frühlingskonzert und die Teilnahme am Spontanchor zur Bewerbung der Landesgartenschau in Bad Mergentheim. Das Weinfest habe mit der Bewirtschaftung des Fronhofs diesmal eine große Herausforderung bedeutet, war letztlich aber „ein großer Erfolg für uns, dank aller Mitwirkenden und Aufbauarbeiter unter Federführung unseres stellvertretenden Vorsitzenden Marco Model.“ Im Sommer wurde der Fußboden im Sängerlokal erneuert. Dank zollte er in diesem Zusammenhang Ortsvorsteherin Claudia Kemmer für die kommunale Unterstützung. Auftritte bei Chorfesten, Liederabenden und Geburtstagen habe der Chor mit Bravour über die Bühne gebracht. „Schön, wenn man sich auf die Sänger verlassen kann“, betonte Rögner. Gleichzeitig richtete er mahnende Worte an die Akteure, wünschte sich mehr Konzentration in den Singstunden und mehr Ausstrahlung bei Auftritten. Chorleiter Peter Ruppert dankte er in diesem Zusammenhang für seine ruhige und gelassene Art: „Mach weiter so, bleib hartnäckig, versuche aus uns das Beste herauszuholen.“

Kurz ging Rögner auf den Projektchor „Sunday Voices“ ein, der das Jahr 2018 mit seinem Jubiläumskonzert zum Zehnjährigen begonnen habe. Gesungen wurde auf einer Hochzeit, beim Liederabend in Dittigheim und beim Frühlingskonzert des Hauptvereins.

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Zudem wurde das Konzert von „acapiano“ im Zehntkeller organisatorisch begleitet. Der Chor sei Botschafter des Liederkranz’ und der Ortschaft. Er bestehe zurzeit aus 28 Frauen und zwölf Männern.

Herbert Kuhnhäuser, für ein Jahr kommissarischer Schriftführer, ließ das Vereinsjahr im Detail an den Sängern vorüberziehen. Vier Beiratssitzungen fanden statt, 31-mal wurde geübt. Johann Randolt, Alfons Bokmeier und er selbst fehlten bei keiner Probe. Sehr positiv fiel der Kassenbericht von Stefan Engelhardt aus, da hatten auch die Kassenprüfer Michael Nuss und Hugo Gundling „nichts zu meckern“, wie Nuss betonte. Chorleiter Peter Ruppert freute sich über die gute Probenbeteiligung und gelungene Darbietungen. Sowohl Auftritts-Kalender als auch Repertoire seien jedoch ausbaufähig. Er gemahnte an Marco Models Rückblick auf das Jahr 1968. Damals seien elf neue Lieder einstudiert worden. Nicht zuletzt gelte es, um weitere Sänger für den Männerchor zu werben. Ein „kleiner, aber feiner Verein mit engagierten Männern“ sei der Liederkranz, sagte Ortsvorsteherin Claudia Kemmer. Das sei bei vielen Veranstaltungen im letzten Jahr wieder deutlich geworden. „Stefan und sein Team haben super Arbeit geleistet“, konstatierte sie und bat um Entlastung des Vorstands, die einstimmig erfolgte.

„Glücksgriff für den Verein“

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Stefan Rögner, der nach 25 Jahren an der Vereinsspitze seinen Posten abgab, machte sie bei stehenden Ovationen der Versammlung ein großes Kompliment: „Du warst ein Glücksgriff für den Verein, warst motiviert, hast begeistert und viele Ideen umgesetzt.“ Dank zollte sie auch seiner Frau, die das Engagement mitgetragen habe. Rögners Nachfolger trete in große Fußstapfen.

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Einstimmig gewählt wurde Elias Lehr, der das in ihn gesetzte Vertrauen dankbar annahm. Er stelle sich gerne der Herausforderung und werde tatkräftig anpacken. Sein Vorgänger habe sich viel Respekt erworben. „Die Messlatte liegt hoch.“ Deshalb bat er um Unterstützung aller für seine Anfangszeit: „Entweder man fliegt mit den Adlern oder scharrt mit den Hühnern. Entscheiden wir uns für das Erstere.“

Zum neuen Schriftführer wurde Stefan Kuhnhäuser gewählt, den von Elias Lehr frei gemachten Beisitzer-Platz nimmt Stefan Rögner ein. Dieser beglückwünschte den Verein zu seiner nun sehr jungen Führungsmannschaft und sagte seinem Nachfolger alle Unterstützung zu. Als Dankeschön an die Sänger überreichte er ein restauriertes Festband, das 1909 die Festjungfrauen aus Markelsheim dem Gesangverein zur Fahnenweihe geschenkt hatten.

Vorsitzender Elias Lehr machte zum Schluss noch auf kommende Veranstaltungen aufmerksam, wie das Frühjahrskonzert am 4. Mai und die Fronhof-Bewirtschaftung beim Weinfest im Juni. Traditionell beschloss das Markelsheimer Lied die Hauptversammlung. tom