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Anlässlich des 225. Geburtstags - Neue Erkenntnisse zu Paul Wilhelm von Württemberg

Ein Festakt für den Herzog

Von 
ssg
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20 Räume im Schloss benötigte der Herzog allein für seine gesammelten Objekte. © Jens Hackmann

Bad Mergentheim. 2022 würde Herzog Paul Wilhelm seinen 225. Geburtstag feiern. Am 25. Juni wird das Jubiläum im Schloss Mergentheim festlich begangen – und das Lebenswerk des Herzogs besonders gewürdigt. Paul Wilhelm von Württemberg zählt nicht nur zu den bedeutendsten Bewohnern des Residenzschlosses, sondern auch zu den eifrigsten Naturforschern des 19. Jahrhunderts. Ein Festvortrag widmet sich dem Leben des forschenden Herzogs. Dazu gibt es einen Empfang und musikalische Begleitung.

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Kein Weg war ihm zu weit und kein Aufwand zu groß: „Herzog Paul Wilhelm von Württemberg war einer der eifrigsten und fleißigsten Naturforscher des 19. Jahrhunderts. Daran wollen wir erinnern“, erklärt Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Am 25. Juni würde der Herzog 225 Jahre alt werden – und das Jubiläum wird im Residenzschloss Mergentheim ab 17 Uhr gemeinsam mit Interessierten gefeiert. Die Veranstaltung steht unter dem Titel „Ein Leben für die Forschung und Entdeckung. Paul Wilhelm von Württembergs Wirken“. Der renommierte Ethnologe Dr. Nikolaus Stolle vom Musée du Quai Branly in Paris erinnert an den herausragenden Forscher, seine aufsehenerregenden Entdeckungen und seine bedeutende Sammlung. Ein Empfang und musikalische Begleitung durch Karin Amrhein mit der Klarinette runden die Jubiläumsfeier ab. Anmeldung unter Telefon 07931/123060 oder an info@schloss-mergentheim.de.

Wissensdurstig

Herzog Paul Wilhelm (1797 bis 1860) war der jüngste Sohn von Herzog Eugen Friedrich Heinrich von Württemberg und Herzogin Luise, geborene Prinzessin zu Stolberg-Gedern. Er war eng verwandt mit den Königen Friedrich I. und Wilhelm I. von Württemberg. Seine Leidenschaft galt der Forschung: Der wissensdurstige Herzog verschrieb sich bald der Länder- und Völkerkunde. Seine Expeditionen brachten Herzog Paul Wilhelm von Württemberg nach Nord- und Südamerika, nach Afrika, Asien und Australien. Gleich viermal reiste er über den Atlantik und besuchte dabei unter anderem Kuba, Brasilien, Chile, aber auch den Mississippi, Nebraska, New Orleans und New York. Herzog Paul Wilhelm war beteiligt an der Auffindung der Quellen des Missouri. Er lernte William Clark, den Leiter der berühmten Lewis-Clark-Expedition, kennen, weswegen er auch heute noch in Amerika bekannt ist. Sein wichtigstes und einziges umfassendes Werk, die „Erste Reise nach dem nördlichen Amerika in den Jahren 1822 bis 1824“, erschien 1835.

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Der forschungsreisende Herzog interessierte sich sowohl für die Tier- und Pflanzenwelt als auch für die Kulturen der von ihm bereisten Länder. Von seinen Expeditionen brachte er ausgewählte und exotische Raritäten zurück in die Heimat. Im Residenzschloss Mergentheim benötigte der Herzog insgesamt 20 Räume, um die gesammelten zoologischen, botanischen und ethnographischen Objekte auszustellen. Das „Raritätenkabinett“ zählte damals zu den größten naturwissenschaftlichen und ethnografischen Privatsammlungen Deutschlands. Für die interessierte Öffentlichkeit war die Ausstellung geöffnet – so besuchte der schwäbische Dichter Eduard Mörike die Sammlung 1846.

Sammlung wurde versteigert

Nach dem Tod Herzog Paul Wilhelms 1860 wurde die Sammlung versteigert. Heute stellen sie wichtige Bestände, zum Beispiel im British Museum in London, im Lindenmuseum Stuttgart und im Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart, dar. Da Herzog Paul Wilhelm wenig publizierte und der größte Teil seines Nachlasses unausgewertet zerstört wurde, konnten die Leistungen des reiselustigen Adeligen nie angemessen gewürdigt werden – bis jetzt. „Die Jubiläumsfeier ist dafür ein willkommener Anlass“, erläutert Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten. „Zu unseren Kernaufgaben zählt es, das kulturelle Erbe des Landes zu vermitteln. Und Herzog Paul Wilhelm ist ein bedeutender Forscher und Württemberger.“

Im Residenzschloss Mergentheim gibt es eine Abteilung zu Herzog Paul Wilhelm. Zu den interessantesten Objekten zählt eine Gouache aus der Hand des Herzogs, die sein Zusammentreffen mit den Indianern der Kansa zeigt. „Zwei äußerst seltene Porträts des Herzogs und seiner Frau konnten vor einiger Zeit ersteigert werden. Nach ihrer Restaurierung werden sie im Residenzschloss zu sehen sein“, erläutert die Konservatorin Maike Trentin-Meyer. ssg

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