Tourismus - Die Reise-Branche in Bad Mergentheim floriert immer mehr / Bis 2030 sollen die Übernachtungszahlen bereits die Millionen-Marke geknackt haben Die Welt zu Gast in Bad Mergentheim

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Sebastian Retzbach
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Die Teilnehmer des Landfestumzuges bei den Heimattagen 2016, die hier zu sehen sind, stammen aus der japanischen Stadt Fuefuki, die eine der Partnerstädte von Bad Mergentheim ist. © Christoph Schmidt/dpa

Besonders viele internationale Gäste hatte Bad Mergentheim im ersten Halbjahr 2018. Die Anziehungskraft der Kurstadt ist nach wie vor groß.

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Bad Mergentheim. Immer mehr Besucher nehmen den Weg nach Bad Mergentheim auf sich. Unter anderem konnte man hier im ersten Halbjahr 2018 mehr als 1000 Gäste aus Amerika und um die 900 aus Südkorea zählen. Im Jahr 2017 zählte die Stadt insgesamt mehr als 700 000 Übernachtungen in Bad Mergentheim, wobei der größte Ansturm immer zwischen April und Oktober ist. Nun stellt sich jedoch die Frage, was beispielsweise einen Amerikaner, der über 6000 Kilometer weit weg wohnt, dazu bewegt, in Bad Mergentheim Urlaub zu machen. Peter Dittgen, der als Marketing- und Veranstaltungsleiter tätig ist, sieht in der Vielfalt Bad Mergentheims einen großen Anziehungspunkt für Gäste rund um den Globus. Er mutmaßt unter anderem, dass viele Touristen, die sich die Romantische Straße anschauen wollen, auch in Bad Mergentheim Halt machen würden – sei es eine Reisegruppe, die mit dem Bus unterwegs ist oder Einzelpersonen.

Diese Besucher haben die Wahl zwischen rund 90 verschiedenen Unterkünften in Bad Mergentheim, die auch von der Touristikwebseite „TripAdvisor“ alle sehr gut bewertet sind. So sei es eine Kombination aus Heilbad und Romantik, Natur und Kultur, Gesundheit und Wellness, die Bad Mergentheim attraktiv macht.

Dittgen erzählt von Wanderwegen um und in dem Kurort, die insgesamt 140 Kilometer lang sind und vom Fünf-Sterne Radweg „Liebliches Taubertal“ als Anreiz für die Gäste, sich die schöne Umgebung und Natur anzusehen. Auch die „Solymar“-Therme sei sehr beliebt bei den Gästen und zählte im vergangenen Jahr insgesamt 234 690 Besucher. Bringt man dies in Verbindung mit den zehn Kliniken und Sanatorien, die laut Kurdirektorin Katrin Löbbecke medizinisch höchst kompetent seien, bildet sich ein breites Klientel aus Touristen und Patienten, die Bad Mergentheim besuchen.

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Für die Touristen gibt es viel zu besichtigen, viel Geschichte und Kultur, beispielsweise im Deutschordensmuseum, mitzuerleben und an vielen Aktivitäten, wie Rundfahrten und Führungen teilzunehmen, während die Patienten auf gute, medizinische Kompetenz und Behandlung treffen. Viele Klinikbesucher blieben gerne noch für einige Zeit nach ihren Behandlungen in Bad Mergentheim oder kämen als Besucher wieder zurück, meint Löbbecke und lobt unter anderem das Diabetes-Kompetenz-Zentrum, dass von vielen Hausärzten, bundesweit, empfohlen wird. Die medizinische Fachkompetenz Bad Mergentheims, sei aber auch im Ausland wohl bekannt. Die Mund-zu-Mund-Propaganda ist für die Stadt jedoch die wichtigste Werbung.

Dem Leitsatz treu geblieben

Der Leitsatz „Bad Mergentheim – Lebensfreude im Herzen“ ließe sich laut Löbbecke an allen Ecken wiederfinden. Beispielsweise auch in der Gastronomie, bei der in Bad Mergentheim mehr als 100 Restaurants, Cafés und Bars vertreten sind. Die Vielzahl der Lokale setzt hier stark auf die Regionalität ihrer Lebensmittel, wie zum Beispiel Wein, Wild, Bier, Grünkern, Spargel, etc. „Der Charme der Altstadt spielt hier auch eine wichtige Rolle“, meint Dittgen und erwähnt dabei auch den Kurpark als eine der schönsten Parkanlage, unter anderem mit dem neuen Gradierpavillon, der bei Gästen und Bewohnern sehr gut ankomme.

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Gegen den sonst so hohen Altersdurchschnitt, der klischeehaft bei anderen Kurorten bekannt ist, bietet Bad Mergentheim auch ein großes Bildungsangebot für Kinder und Jugendliche. Unter anderem die Duale Hochschule im Deutschordensschloss, die viele Jugendliche zum Studieren anlockt oder das Deutschorden-Gymnasium, das in der Umgebung einen sehr guten Ruf genießt.

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Für die Zukunft habe sich der Gemeinderat als Ziel gesetzt, die Millionen-Marke von jährlichen Übernachtungen zu knacken, was in den 1990er Jahren sogar bereits der Fall war. Die Deutsche Zentrale für Tourismus prognostiziert einen Zuwachs von 50 Prozent in den bundesweiten Übernachtungszahlen bis zum Jahr 2030. Nach dieser Rechnung dürfte Bad Mergentheim die Millionen-Marke bis dahin geschafft haben. Dies sieht Dittgen im Bezug auf solch einen hohen Zuwachs als problemlos an und meint: „Die Infrastruktur wird sich anpassen.“

„Wenn alle ihren Job richtig machen, was ich auch glaube, können wir unseren Besuchern auch weiterhin das Beste bieten und sie zufrieden stellen“, meint Löbbecke zum Abschluss.